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    „Angst vor 2018“

    Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder unterstellt Arno Kompatscher in einem APA-Interview mangelnde Volksnähe– und lobt den Freiheitlichen HC Strache als „intelligenten Menschen.“

    „Er ist zu wenig nahe an der Bevölkerung. Ich würde mir wünschen, dass er mehr Kontakt mit ihr hat“, erklärte Alt-LH Durnwalder angesprochen auf seinen Nachfolger im APA-Interview anlässlich seines bevorstehenden 75. Geburtstages. Kompatscher nehme seine Partei „oft nicht mit“.

    Anders als er mache der neue Landeshauptmann überhaupt keine Sprechstunden mehr, bemängelte Durnwalder. Kompatscher sei eben ein „anderer Charakter“ und pflege einen anderen Politikstil. „Die Zeiten ändern sich, es braucht zeitgemäße Methoden. Jede Zeit hat ihre Männer und Frauen“, sagte der Ex-Landeshauptmann gegenüber der APA. Er sei eben mehr der „bäuerliche Verwalter“ gewesen, der auch ins „Wirtshaus gegangen sei und Karten gespielt“ habe.

    Als Frontmann sieht Durnwalder Kompatscher trotzdem unbestritten: „Wir haben niemand anderen“. Sein Nachfolger sei ein „intelligenter Verwalter“, der es „recht gut“ mache.

    Angesichts der Landtagswahl im Jahr 2018 hege er aber eine „gewisse Angst“, so Durnwalder. Die Südtiroler Volkspartei werde sich schwertun, die bei der Landtagswahl 2013 unter dem erstmalig angetretenen Kompatscher verlorene absolute Mehrheit wiederzuerlangen. „Wir können froh sein, wenn wir die heutige Stärke halten können“, befürchtete Durnwalder eher weitere Verluste für seine politische Heimatpartei. Noch weniger rosig würde es für die SVP zudem dann aussehen, sollte eine derzeit noch nicht existierende „bürgerliche Partei“, eine „Partei der Mitte“, in den Ring steigen. Mit einer solchen Gruppierung, die für „Rechte des Landes eintritt ohne ideologisch rechts zu sein“, sah der Alt-Landeschef eine weitere potenzielle Bedrohung für die „Sammelpartei“. Die SVP hatte bei der Wahl 2013 erstmals seit 1948 die absolute Mandatsmehrheit verloren und war auf 45,7 Prozent gekommen.

    Auf die österreichische Bundespräsidentschaft angesprochen hatte sich Arno Kompatscher für Van der Bellen ausgesprochen und die FPÖ bzw. Parteichef Heinz-Christian Strache mehrfach kritisiert. Durnwalder aber schien ein entspannteres Verhältnis zu den Freiheitlichen zu haben und traf den FPÖ-Chef zu Gesprächen in Südtirol – auch nach seiner Amtszeit. „Eine Partei, die so stark gewachsen ist, kann man nicht ignorieren“, so Durnwalder. Strache sei ein „intelligenter Mensch und jemand, der Massen bewegen kann“. Es würde ihm aber besser gefallen, wenn er „weniger rechts und etwas gemäßigter“ wäre.

    An eine Kanzlerschaft Straches glaubt Durnwalder nicht – im Gegensatz zu einigen österreichischen Unternehmern, mit denen er gewettet habe. Viel scheint der 74-Jährige auf Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zu halten. Dieser hätte durchaus die Voraussetzungen für eine Spitzenkandidatur. Er glaube, dass Kurz „seine endgültige Position noch nicht erreicht“ habe, so Durnwalder gegenüber der APA.

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    Kommentare (13)

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    • besserwisser

      Ausser bei der Tageszeitung kommt der AltLH nirgends mehr vor. Es nutzt nix dem Kompatscher ständig reinzureden Herr Durnwalder, sie sind draussen und sollten sich nobel zurückhalten. Ich denke nicht dass der Magnago Sie auch städnig beurteilt hat als Sie Junglandeshauptmann waren.
      Abgesehen davon bin ich der Meinung dass der Kompatscher insgesamt einen guten Job macht, ich sehe momentan niemanden der es besser machen würde (und sich das antun würde!).
      Er hat zwar in Sachen Flughäfchen eine andere Anschauung als ich aber es ihm zugutezuhalten dass er die Volksabstimmung gemacht hat, das Ergebnis respektiert hat. Es ist ihm zugute zu halten dass er sich redlich bemüht und in seinem Umfeld keine größeren Spekulanten jeglicher Art befinden. Und es ist ihm zugute zuhalten dass er sich rhetorisch, im Unterschiede zu anderen Mächtigen des Landes (auch ehemaligen) weder in deutsch noch in italienisch verstecken muss.

    • andreas

      Wenn Volksnähe bedeutet dem Volk Trinkgelder zu geben, welche annehmen, dass es aus der Privattasche kommt oder um 6.00 Uhr morgens Entscheidungen von Ämtern einfach auszuhebeln, da man ja ein Macher ist, ist es gut, wenn dieser LH nicht zu volksnah ist.

      Ich habe mir zwar etwas mehr von ihm erwartet, das Ringen um sein Gehalt oder das Platzieren von ihm nahestehenden in diversen Ämtern ist etwas befremdlich, doch im Großen und Ganzen macht er es gut.

      Was er meiner Meinung nach komplett außer acht lässt, scheint der Zusammenhalt und die Disziplin in der Partei zu sein.
      Achammer kriegt den Laden nicht unter Kontrolle und wenn sie sich nicht bald etwas disziplinierter und geschlossener auftreten, werden sie noch mehr Stimmen an die auch stark schwächelnde Opposition verlieren.

      • franz

        @Andreas
        Wenn Volksnähe bedeutet dem Volk Trinkgelder zu geben, welche annehmen, dass es aus der Privattasche kommt oder um 6.00 Uhr morgens Entscheidungen von Ämtern einfach auszuhebeln, da man ja ein Macher ist, ist es gut, wenn dieser LH nicht zu volksnah ist.
        Kannst Du beweisen, dass die Trinkgelder nicht aus der Privattasche kamen ?
        Das Gericht hat diesbezüglich anscheinend nichts strafrechtlich relevantes gesehen.
        Wenn Durnwalder um 6 Uhr morgens den Bürger zu einen Gespräch zur Verfügung stand zeigt , dass er für die Bürger ein Ohr hatte bzw. den einen oder anderen unbürokratisch auf legalen Weg helfen konnte
        Damit hat er Südtiroler Bürgern geholfen.
        Die Priorität von LH Kompatscher sowie von Achammer und Frau Landesrätin Stocker ist es Clandestini auf Kosten des Steuerzahlers ( 35 € / Tag und Mann – 15- 20 Millionen € / Jahr ) in teuren Unterkünften unterzubringen, wenn dann das Geld führ di e Sanität fehlt, habe die Bürger halt Pech gehabt.
        “Die SVP hatte bei der Wahl 2013 erstmals seit 1948 die absolute Mandatsmehrheit verloren und war auf 45,7 Prozent gekommen, meint Durnwalder “ (…….)
        Wenn die SVP Partei so weiter macht müssen sie 2018 froh sein wenn sie auf 20 % kommen

    • franz

      Wieso sollte Durnwalder nicht seine Meinung äußern dürfen oder vielleicht den einen oder anderen konstruktiven Beitrag leisten, schließlich ist er ein erfahrener Politiker.
      Wenn er Arno Kompatscher mangelnde Volksnähe vorwirft hat er wohl nicht ganz unrecht. Im Gegensatz zu LH Kompatscher den Umfragen – Ängste und Bedürfnisse der Bürger anscheinend am Allerwertesten vorbei gehen,
      ( nach dem Motto ich bin der Staat – wie Ludwig der XIV oder Frau Merkel ) hatte alt LH Durnwalder immer ein offenen OHR für den Bürger, siehe sein Sprechstunden zu früher Morgenstund.
      Auf die österreichische Bundespräsidentschaft angesprochen hatte sich Arno Kompatscher für Van der Bellen ausgesprochen und die FPÖ bzw. Parteichef Heinz-Christian Strache mehrfach kritisiert.(……)
      Das ist in der Tat ungeschickt und undiplomatisch, wie es auch ungeschickt und undiplomatisch und eines LH unwürdig ist unserer Freunde in Wien ( unsere Schutzmacht nicht zu vergessen ) andauernd zur Brennergrenze bzw. zur Flüchtlingsthematik zu kritisieren.
      Sollte Hofer die Wahlen gewinnen, wird LH Kompatscher dann wohl Hofer um Beistand ersuchen wenn es wieder einmal Problem mit Rom gibt.

    • ahaa

      Wenn Hofer und Strache Österreich übernehmen muss Kompatscher gehen.
      Er hat schon genug Schande auf Südtirol gebracht als er sie nicht „Willkommen“ hieß!

    • yannis

      >>>„Eine Partei, die so stark gewachsen ist, kann man nicht ignorieren“,<<<

      leider glauben die "Dilettanten" nach Durnwalder immer noch sie könnten dies.

      Früher oder später, spätestens zur nächsten Wahl werden auch diese ihr Fähnchen
      in den Wind hängen, von dem sie hoffen doch noch genügend Stimmen zum weiter wurschteln zu bekommen.

    • andreas

      @franz
      Die Trinkgelder hat er ja selbst gesagt und ob dieses Verhalten strafrechtlich relevant ist oder nicht, ist mir komplett egal.
      Von den 6.00 Uhr Terminen scheinst du auch nicht wirklich Ahnung zu haben.

      @ahaa
      Politiker „übernehmen“ nicht ein Land, sondern werden zeitlich befristet für ein Amt gewählt. Du kennst den Unterscheid?
      Und anscheinend weißt du auch nicht, dass das Amt des Südtiroler LH rein gar nichts mit der österreichischen Politik zu tun hat. Strache kann gleichzeitig Bundeskanzler, -präsident und Trainer der Österreichischen Fußballnationalmannschaft sein, unser LH wird trotzdem im Amt bleiben.

      • franz

        @Andreas
        Selbst wenn diese Trinkgelder Steuergelder gewesen wären, hat Durnwalder damit Südtirole Bürger unterstützt.
        Im Gegensatz zur jetzigen SVP Regierung die Millionen von € an Steuergeldern für “Flüchtlinge “ Clandestini “ausgibt die zu 95 % kein Recht auf Asyl haben und desshalb Clandestini sind ( inklusive jene die sich nicht einmal registrieren lassen und somit ohne Papiere sind und niemand weis wer sie sind vielleicht handelt es sich um Jihadisten oder Terroristen wie die in Deutschland verhafteten IS-Terroristen in einen Flüchtlingheim ) und daher zurück in ihre Heimt geschickt werden müssten..
        Und mit den 6 UHR Sprechstunden hat Durnwalder Bürgernähe gezeigt und vielen ganz legal geholfen. Solche Fälle kenne ich persönlich.

      • ahaa

        Andreas = Oberschlauer Heini 🙂
        Das hätte ich ohne dich nie verstanden.Bist wirklich schlau.Ehrlich. 😉

    • yannis

      >>>sondern werden zeitlich befristet für ein Amt gewählt<<<

      das ist eben das Problem der Politiker dass sie das Land nicht übernehmen können, aber sie sind dabei dies zu ändern indem man per Verfassungsreform/Änderung oder sonstigen Winkelzügen ( http://www.tageszeitung.it/2016/09/14/dann-gibts-krieg/ ) sich die eigenen Ärsche ohne gewählt zu sein auf ewig in den Sessel zu retten.

    • george

      L. Durnwalder soll nicht groß daherreden. Er hat vieles verbrochen, was heute durch andere aufgeräumt werden muss. Allerdings hat auch Kompatscher bisher nicht das eingehalten, was er mit einer neuen Politik heraus aufräumen, ändern und weiterentwickeln wollte.

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