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    „Wir sagen Ja“

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    Ulrich Stofner, Ex-BLS-Chef und künftiger Ressortdirektor Arno Kompatschers, hat seinen langjährigen Partner Alexander Bauer auf Sardinien geheiratet.

    Von Anton Rainer

    Lange genug haben Ulrich Stofner und Alexander Bauer auf diesen Moment gewartet: Seit mittlerweile 17 Jahren sind der ehemalige BLS-Geschäftsführer und der Bozner Rechtsanwalt ein Paar – bisher jedoch ohne standesamtliches Siegel. Geändert hat sich das, dank des 2016 beschlossenen Partnerschaftsgesetzes für Homosexuelle, am Montag dieser Woche. „Der Staat verwendet seine eigene Terminologie, um den Begriff Ehe auf Distanz zu halten“, meint Stofner, „aber für uns ist es eine Hochzeit – ganz ohne Anführungszeichen.“

    Der 43-jährige Sarner, der dem frischgebackenen Bozner Citymanager Andrea Zeppa als rechte Hand des Landeshauptmanns nachfolgt, ehelichte seinen langjährigen Lebenspartner auf der Insel La Maddalena vor Sardinien. „Bildlich passt das gut“, lacht Stofner, „wir laufen sprichwörtlich in den Hafen der Ehe ein.“ Bewusst hat sich Stofner, der in den vergangenen Monaten als Verantwortlicher für Bau und Planung des Bozner Technologieparks medial stark präsent war, für eine Hochzeit im privaten Rahmen entschieden. „Viele wünschen sich ein großes Fest, was auch legitim ist“, meint Stofner, „für uns war es aber stimmiger, kein großes Aufheben darum zu machen. Nach 17 Jahren Partnerschaft ist so ein schöner und wichtiger Moment auch mit einer gewissen Leichtigkeit verbunden.“

    Aus zwei Gründen habe es sich dennoch ausgezahlt, den Schritt ins Eheleben zu tun, meint der Frischverheiratete: „Erstens haben wir vermögensrechtliche Aspekte und viele Rechte, die für andere selbstverständlich sind, nun endlich geregelt“, so Stofner, „zweitens ist es nach außen ein relevantes Signal für eine Bindung, die als gleichwertig gesehen werden muss.“

    Geht es nach dem Paar, sollten Hochzeiten von homosexuellen Paaren schon bald nur mehr Stoff für eine Randnotiz bilden – wenn überhaupt. „Im Sinne eines gesellschaftspolitischen Auftrags mache ich unsere Ehe gerne öffentlich“, sagt Stofner, „wenn es dazu beiträgt, dass es irgendwann keine große Nachricht mehr ist.“ Die vollkommene Gleichstellung, ist der 43-Jährige überzeugt, sei ohnehin nur mehr eine Frage der Zeit – und ein Ziel, das sich durch Partnerschaftsgesetze „vielleicht Schritt für Schritt erreichen lässt.“

    Wer schon einmal 17 Jahre lang gewartet hat, lernt, geduldig zu sein.

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