Du befindest dich hier: Home » News » Forderung auf Schadenersatz

    Forderung auf Schadenersatz

    lkw Lastwagen Stau  Foto Leonhard  AngererNach der 3-Milliarden-Strafe der EU-Kommission gegen fünf Lkw-Hersteller: Auf Schadenersatz klagen oder nicht? Der eine lokale Verband geht in die Offensive, der andere bremst.

    von Heinrich Schwarz

    Ende Juli hat die EU-Kommission eine Rekordstrafe gegen fünf Lkw-Hersteller verhängt: 2,93 Milliarden Euro. MAN, Daimler, DAF, Volvo/Renault und Iveco haben gegen die EU-Kartellvorschriften verstoßen. Sie hatten ab 1997 über 14 Jahre hinweg Verkaufspreise für Lkw abgesprochen und die mit der Einhaltung der strengen Emissionsvorschriften verbundenen Kosten in abgestimmter Form weitergegeben, erklärte die EU-Kommission.

    Laut EU-Kommission können alle Personen und Unternehmen, die durch das wettbewerbswidrige Verhalten geschädigt wurden, auf Schadenersatz klagen. Die Südtiroler Vereinigung der Handwerker und Kleinunternehmer (CNA-SHV), die hauptsächlich italienische Mitglieder betreut, bereitet bereits eine Sammelklage vor.

    Laut dem Verantwortlichen für den Transportsektor im regionalen CNA-SHV, Piero Cavallaro, handelt es sich um eine der ersten Initiativen in ganz Europa und um die erste in Italien. Bisher hätten sich zehn Betriebe bereiterklärt, sich an der Sammelklage zu beteiligen.

    Die Höhe des möglichen Schadenersatzes könne man noch nicht quantifizieren – auch weil das Urteil der EU-Kommission noch nicht vollständig veröffentlicht worden sei. Der CNA-SHV geht aber von durchschnittlich 20 Prozent des Kaufpreises der betroffenen Lkw aus.

    Und was machen die Südtiroler Transportunternehmer, die vom Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) vertreten werden?

    „Wir haben uns über die EU-Kommission informiert und waren mit den Transportverbänden in Österreich, Deutschland und der Schweiz in Kontakt. Die ganze Sache ist sehr mit Vorsicht zu genießen, weil die Hersteller auch nicht auf der ‚Brennsuppen dahergeschwommen’ sind, sondern mit Schadenersatzklagen gerechnet haben“, erklärt der Obmann der Frächter im lvh, Elmar Morandell.

    EINEN AUSFÜHRLICHEN ARTIKEL ZUM THEMA LESEN SIE IN DER DIENSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (1)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • andreas

      Die Hersteller haben nachgewiesen betrogen und müssen dafür eine Strafe zahlen. Ob die dann auf der Brennsuppen dahergeschwommen sind oder nicht, ändert wohl wenig an der Tatsache des Betrugs und auch nicht, dass sie mit Schadensersatzforderungen gerechnet haben.

      Da in der EU anscheinend nur eine Frau, die Dänin Margrethe Vestager, die Fähigkeit und das Durchsetzungsvermögen hat, sich auch mit Großen anzulegen und offensichtlich keiner Lobby Rechenschaft schuldig ist, sollte diese die Schadensersatzforderungen durchziehen und auch die gesamten Hersteller von Dieselmotoren für ihre Manipulationen zur Rechenschaft ziehen.
      Eigentlich ein armseliges Konstrukt diese EU, wo ein Juncker, Merkel, Hollande, Schulz, usw. nach der Pfeife der Wirtschaft tanzen und z.B. Apple jahrelang gewähren ließen und erst eine Frau aus Dänemark kommen muss um mal eine Ordnung in den Sauhaufen zu bringen.
      Besseres als Vestager hätte der EU nicht passieren können.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen