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    Die Alk-Beichte

    Lorenz Gallmetzer im Interview mit (Fotos: Kurier/Nagy)

    Lorenz Gallmetzer im Interview mit der Kurier-Journalistin Gabriele Kuhn  (Foto: Kurier/Novy)

    Lange war Alkohol für Lorenz Gallmetzer der Treibstoff für Kreativität. Bis der ehemalige Südtiroler ORF-Journalist merkte, dass ohne ihn nichts mehr ging.

    Es ist eine Geschichte, die bewegt.

    Alkohol war ein Teil seines Lebens – und Elixier seiner Lebensgier, wie Lorenz Gallmetzer selbst sagt.

    Eine Gier, die ihn über Jahrzehnte nicht nur zum Suchenden machte, sondern zum Suchtkranken, dem in Kalksburg, der größten Suchtklinik Europas, der Entzug gelang.

    Jetzt erzählt der ehemalige ORF-Journalist in einem beeindruckenden Buch nicht nur erstmals seine eigene Sucht-Geschichte, sondern zeichnet die Schicksale jener Menschen, denen er im Rahmen seiner Therapie im Anton-Proksch-Institut (API) begegnet ist.

    Mit dem KURIER sprach Gallmetzer über den Weg in die Sucht und aus ihr heraus – genauso wie über die Gründe seines Outings und über den Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft.

    Ein Auszug aus dem Interview:

    KURIER: Der Alkohol, der kann was, schreiben Sie. Welche Funktion hatte er in Ihrem Leben?

    Lorenz Gallmetzer: Der Alkohol war für mich ein Stimulans für jede Gelegenheit. Anregend am Vormittag und zu Mittag, als Treibstoff für Kreativität am Nachmittag. Und abends, um in Feierlaune zu kommen oder sich nach einem harten Tag zu sedieren. Ich war immer ein Spiegeltrinker.

    Je nachdem, wie das Leben ausgesehen hat, war ich ab dem Vormittag leicht eingespritzt. Aber immer so, dass mein Bewusstsein, meine Konzentration trotzdem voll funktionierten.

    Ich habe zirka dreißig Jahre lang viel und regelmäßig getrunken, und konnte das mit meinem Leben ohne Probleme gut vereinbaren. Irgendwann wurde es erst ein spürbares, dann ein ernstes Problem.

    Weil der Alkohol auf Dauer sowohl die Psyche als auch den Körper beeinträchtigt. Bei mir kam es irgendwann zu einem Punkt, wo ich gemerkt habe, dass ich ohne Alkohol nicht mehr funktionieren kann.

    Wie fühlte sich das an?

    Na ja, dass ich mir schwertat, mich aufzuraffen, um Stress in Angriff zu nehmen und zu bewältigen. Da habe ich dann vorher einen Schluck gebraucht. Dass man in meinem Beruf als Journalist, wenn ich an ausgefeilten Texten schrieb, dauernd eine Zigarette und einen Schluck Wein brauchte. Das war über Jahre eingeübt und hat mich zugleich beruhigt und gelockert. Oder wenn ich einen sehr stressigen Tag hinter mir hatte, war dann der Alkohol der Tranquilizer. In diesem Moment merkt man, dass es ohne nicht mehr geht.

    Lesen Sie das ganze Kurier-Interview!

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    Kommentare (11)

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    • watschi

      wie bitte? 30 jahre übermässiger konsum von alkohol und immer noch gesund? den ganzen tag über gesoffen und immer noch imstande gewesen ausgefeilte texte zu schreiben und kòrperlich nicht einmal so schlecht auszusehen. also so schlecht kann dieses „gift“ dann wohl auch nicht sein, oder sehe ich hier etwas falsch?

      • andreas

        Ja, du siehst etwas falsch.
        Jeder Mensch reagiert anders und wenn Gallmetzer das Glück hatte die Sucht körperlich und geistig recht gut zu überstehen, muss das bei anderen nicht auch so sein.

      • markp.

        Da kann ich mich Andreas nur anschließen. Es steht ja auch nirgends, wieviel er Alkohol zu sich nahm. Es steht nirgends, daß er sich die Birne mit Alkohol zugehauen hat, wie es andere mit dem Feierabendbier oder sehr gerne täglich machen und dabei eine rote Nase oder rote Augen bekommen.
        Und dann kommt noch hinzu: wie willst du seinen körperlichen Zustand nur aufgrund vom Aussehen her beurteilen? Bist du sein Arzt, der seine ganzen Werte vor sich liegen hat? Illusion kann viel bewirken…

    • mairwalter

      @andreas
      Das mit dem Glück würde ich so nicht unterschreiben! Mehr ist es einer Charakterstärke des Einzelnen Betroffenen zu zuschreiben, aus diesem Sumpf heraus zu kommen. Wenn einer entschließt sich zu ruinieren, dann kann tausendmal das Glück vorbei schauen, er spürt und sieht es nicht.. 🙂

    • mairwalter

      @andreas
      Verdrehen und verbiegen Sie Ihre Sätze so lange es ihnen genehm erscheint!! Fakt ist: Sie „IMMER Möchtegern Rechthaber“: Glück hat in dieser Situation recht wenig zu tun!!! Glück, wäre wenn man nicht in dieser Misere landet! Wie sehr viele unserer Ländsmänner/frauen!!
      Come al solito: Treibt man @andreas in die Enge, wird der angeblich sooo „Souveräne“ auf einmal aggressiv.. 🙂

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