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    Verunsicherte Bauern

    kössler ApfelpalantageZusätzliche Kontrollen in den Südtiroler Obstanlagen sorgen für Unsicherheit bei den Landwirten. Wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf Äpfeln gefunden?

    Unsicherheit bei den Obstbauern in Südtirol. Eine Diskussion über mögliche Rückstände auf Südtiroler Äpfeln sorgt derzeit für Aufregung. Zusätzliche Kontrollen verunsichern die Landwirte. Wurden tatsächlich Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf Äpfeln gefunden?

    Der Obmann des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften VOG, Georg Kössler, gibt Entwarnung: „Ich kann Sie beruhigen, dass auf unseren Äpfeln keine Rückstände gefunden wurden. Bei der Sorte Gala, die bisher in unseren Betrieben angeliefert wurden, hat man keine Rückstände gefunden.“

    Dafür sorge das Rückstands-Monitoring: Sobald die Äpfel von den Landwirten in den Genossenschaften angeliefert werden, werden sie einem Monitoring unterzogen und auf Rückstände überprüft. Bisher, so Kössler, habe man keine Rückstände gefunden.

    Wie es trotz allem zu einer derartigen Unsicherheit bei den Landwirten und zu diesen Diskussionen gekommen ist, erklärt der VOG-Obmann mit den verstärkten Kontrollen, die seit einigen Tagen durchgeführt werden.

    „Wir haben Vorsichtsmaßnahmen ergriffen“, so Kössler. Im Weinbau hat man aufgrund der feucht-warmen Bedingungen heuer ziemlich mit der Essigfliege zu kämpfen. „Daher wurde von vielen Kellereien die Empfehlung ausgegeben, ein bestimmtes Mittel einzusetzen“, erklärt Georg Kössler.

    Für dieses Pflanzenschutzmittel gibt es im Weinbau allerdings andere gesetzliche Voraussetzungen und Richtlinien als im Obstbau – und daher kommt es zum Problem. Im Obstbau gibt es für das Chlorpyrifos-Ethyl eine Karenzzeit von 90 Tagen und im Weinbau von 30 Tagen. „Diese neue gesetzliche Regelung haben wir bereits frühzeitig rezipiert“, sagt Georg Kössler. Damit wird das Mittel im Weinbau noch später verwendet, als im Obstbau. Obstanlagen in der Nähe von Weinbergen, vor allem Vernatsch-Anlagen, die mit diesem Mittel behandelt wurden, könnten daher kontaminiert sein und dadurch wiederum die Karenzzeit vor der Ernte nicht einhalten.

    „Natürlich kann man den Weinbauern keinen Vorwurf machen, dass sie ihre Ernte schützen wollen, aber wir müssen natürlich doppelt vorsichtig sein, wenn es eine Kontamination gegeben haben könnte, und diese ausschließen können“, erklärt der VOG-Obmann die Problematik.

    Man habe zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen müssen und dies auch getan, um den Kunden absolute Produktsicherheit gewährleisten zu können. „Das heißt, dass wir seit einigen Tagen auf Obstanlagen, die an Weinberge angrenzen zusätzliche Rückstandsproben durchführen“, so Kössler. Ein großer organisatorischer Aufwand, aber man könne keinesfalls von einer dramatischen Situation sprechen.

    „Wir müssen dafür sorgen, dass Partien in der Nähe von betroffenen Weinbaugebieten genau kontrolliert werden. Aber auch die ersten Ergebnisse dieser zusätzlichen Analysen zeigen, dass die Äpfel keine Rückstände aufweisen“, betont der Obmann des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften.

    „Diese Änderung der gesetzlichen Voraussetzungen bzw. Etikette, die erst im Laufe der Vegetation für dieses Pflanzenschutzmittel vorgenommen wurde, ist es zu einer gewissen Unsicherheit gekommen. Die Leute haben Angst“, erklärt Kössler.

    Dennoch möchte Georg Kössler noch einmal beruhigen, dass es sich bei dieser Aktion um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt, um weiterhin die Qualität der Südtiroler Äpfel gewährleisten zu können.

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    Kommentare (3)

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    • susi

      Ja sicher, die Äpfelplantagen samt Umgebung werden monatelang 3x die Woche gespritzt und dann soll es keine Rückstände in den Äpfeln geben?
      Lasst es euch schmecken, ihr lieben Bauern. Und kriegt viele Kinder.

    • wollpertinger

      Wer auf seine Gesundheit bedacht ist, der isst ohnehin keine industriell erzeugten Südtiroler Äpfel, folglich kann ihn diese Diskussion kalt lassen.

    • meintag

      Ich frage mich wer hier dümmer herkommt die VOG oder doch der Konsument? Bei den Trauben eine Karrenzzeit von 30 Tagen und bei den Äpfel 90 Tage. Wohlgemerkt ein Mittel das kurzerhand zugelassen wurde um ein Insektizid zu bekämpfen welches auf weitere Analysen wartet. Wie blöd muss also der Konsument noch verkauft werden? Die an die Weinreben angrenzenden Apfelplantagen bzw. die Äpfel werden dann kontrolliert vernichtet oder wie stellt sich die Bauerelite die Transparenz vor? Gibt es dafür einen finanziellen Ausgleich dass der Aufschrei der Obstbauern ausbleibt?

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