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    Selbstmanagement als Prävention

    Selbstmanagement als Prävention

    Landesrätin Martha Stocker appelliert an das Gesundheitsbewusstsein der Menschen und unterstreicht die Wichtigkeit der Prävention.

    Chronische Krankheiten befinden sich auf dem Vormarsch. Im Jahre 2015 war 29 Prozent der Bevölkerung in Südtirol von einer chronischen Krankheit betroffen, Tendenz weiter steigend. Aufgrund des demographischen Wandels und der damit verbundenen Zunahme der Bevölkerungsschicht der über 65-jährigen ist in den nächsten 30 Jahren mit einer weiteren Zunahme von chronischen Krankheiten zu rechnen, die sich unweigerlich auf das Gesundheitssystem und die zu treffenden Maßnahmen auswirken wird.

    „Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, um die Menschen einerseits darin zu bestärken, gesund zu leben um gesund zu bleiben. Andererseits sind wir aber auch gegenüber all jenen verpflichtet, die an einer chronischen Erkrankung leiden. Wir müssen alles in unserer Macht stehende tun, um ihnen eine gute Lebensqualität zu ermöglichen, denn sie müssen vollwertige Mitglieder der Gesellschaft bleiben“, unterstrich Gesundheitslandesrätin Martha Stocker bei einer Pressekonferenz.

    Landespräventionsplan Basis für künftige Maßnahmen
    Mit der Verabschiedung eines landesweiten Präventionsplanes im Dezember 2015 wurden die Voraussetzungen für verschiedene Maßnahmen geschaffen, die zu besseren Ergebnissen im Vorsorgebereich führen und die Gesundheit und Lebensqualität der Südtiroler Bevölkerung nachhaltig verbessern sollen. Der Landespräventionsplan 2016 – 2018 (s. Anhang) umfasst die Themenbereiche Lebensstile, Screening, gesundheitsfördernde Schule, Sicherheit im Straßenverkehr, Vorbeugung von Haushaltsunfällen, Arbeit und Gesundheit, Umwelt und Gesundheit, Infektionen und Durchimpfungsraten, Lebensmittelsicherheit und öffentliche Tiergesundheit.

    Livia Borsoi, Programmreferentin des Landespräventionsplanes für den Bereich chronische Krankheiten, ging bei der Pressekonferenz auf die Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge und –förderung ein, die künftig dazu beitragen sollen, bis ins hohe Alter gesund und fit zu bleiben. „Es gilt die Menschen mit gezielten Präventionsmaßnahmen nachhaltig zu begleiten, Risikofaktoren für das Entstehen von chronischen Krankheiten aufzuzeigen und durch einen gesunden Lebensstil einen Zugewinn an Gesundheit zu erzielen“, so Borsoi.

    Selbstmanagement als Prävention

    Landesrätin Stocker appellierte im Zuge der Vorstellung auch an die Eigenverantwortung der Bevölkerung: „Die geplanten Maßnahmen werden nur die gewünschte Wirkung zeigen, wenn sie Hand in Hand mit einem gestärkten Bewusstsein des Einzelnen für die eigene Gesundheit gehen.“ Deshalb sei Eigenverantwortung auch eine tragende Säule in der künftigen Ausrichtung der Präventionsmaßnahmen im Lande, so Stocker.

    Am Beispiel der Volkskrankheit Diabetes wurde aufgezeigt, wie neben der klassischen medizinischen Behandlung auch die Förderung der Eigenverantwortung zu einem günstigen Verlauf der Krankheit beitragen kann. Der Präsident des Diabetikerbundes Südtirol Stefano Nervo weiß um die Herausforderungen dieser chronischen Erkrankung, die auf leisen Sohlen in das Leben der Betroffenen schleicht:

    „Schätzungsweise ist einer von drei Diabetikern in Italien, die an Diabetes Typ 2 leiden, bereits jahrelang krank, ohne es zu wissen. Mit der richtigen Information und geeigneten Präventionsmaßnahmen könnte man dem Ausbruch von Diabetes Typ 2 verhindern oder zumindest verzögern“. Diabetes Typ 2 kommt vor allem im Erwachsenen- und Greisenalter vor, die Symptome bleiben oft sehr lange unerkannt.

    Gesundheit durch Selbstmanagement fördern und erhalten
    Eine bereits sehr gut funktionierende Präventionsmaßnahme, welche die Eigenverantwortung der Menschen mit einer chronischen Krankheit stärken soll, sind die EVVIVA-Kurse, die bereits seit einiger Zeit vom Sanitätsbetrieb angeboten werden. Die Schulungen unterstützen Betroffene aber auch Angehörige und Interessierte auf ihrem Weg, mehr über das jeweilige Krankheitsbild zu erfahren und Techniken zum Selbstmanagement einer chronischen Krankheit zu erlangen. Die relativ einfache Methode fußt auf den Erwerb einer Reihe von grundlegenden Kenntnissen, die Betroffene im Alltag autonom und ohne größeren Aufwand anwenden können. Stefano Nervo berichtete bei der Pressekonferenz von kleinen und großen Erfolgen der Kursteilnehmer:

    „Menschen mit einer chronischen Erkrankung lernen selbstverantwortlich und bewusst mit ihrer Krankheit und den täglichen Herausforderungen umzugehen.“

    Zu Beginn des nächsten Jahres sollen die EVVIVA-Kurse weiter ausgebaut werden: Die Veranstaltungsreihe Mini-Evviva wird der Bevölkerung neue Wege aufzeigen, um weitestgehend selbstverantwortlich die eigene Gesundheit zu fördern.

    „Wir müssen die gezielte Vorsorge wieder verstärkt ausbauen und mit viel Information unterstützen, um unsere Gesundheit, die einzig und wertvoll ist, zu schützen, zu erhalten und zu fördern“, betonte die Landesrätin zum Abschluss der Pressekonferenz. Letztendlich sei die Bereitschaft des Einzelnen zur Änderung von Lebensstilen eine der Grundvoraussetzungen für die Vermeidung von chronischen Krankheiten, so die Landesrätin.

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    Kommentare (2)

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    • franz

      Dann sollte Frau Landesrätin Stocker für die Aufbesserung der Mindestrenten sorgen.
      Wenn Mindestrentner mit ihrer Rente nicht bis ans Monatsende kommen “Esodati “( auf Grund der Pensionsreform von ex- Ministerin Fornero weder eine Rente noch eine Arbeit haben bzw. auf Grund der Arbeitsreform von Renzi mit den Jops Act junge Menschen aus Perspektivlosigkeit psychisch erkranken :
      „Das hat natürlich Folgen für ihre Gesundheit und ihre Psyche. Hier ist Barmherzigkeit gefragt“, schreiben die beiden Caritas-Direktoren Franz Kripp und Paolo Valente anlässlich des Welttages der Migranten und Flüchtlinge, welchen die katholische Kirche an diesem Sonntag begeht.
      http://www.tageszeitung.it/2016/01/15/die-150-obdachlosen/
      Auch für Mindestrentner – “Esodati “Arbeitslose junge Menschen hat das Folgen für ihre Gesundheit und ihre Psyche.!
      Wo bleibt die Barmherzigkeit von der Caritas bzw. von Frau Stocker bei den Mindestrentnern und jungen Menschen die keine Arbeit finden.
      Laut Astat gibt es 5 Millionen Arbeitslose. der Caritas Frau Stocker und der Regierung Renzi sind natürlich alle Flüchtlinge aufzunehmen ihnen eine Arbeit zu geben.
      Wobei 95 % der Flüchtlinge laut Gesetz kein Recht auf Asyl haben und daher zurück in ihre Heimat geschickt werden müssten.

    • yannis

      @franz

      man kann, nein man MUSS Deinen Kommentar mit unterschreiben !!

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