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    Die Glyphosat-Regeln

    Die Glyphosat-Regeln

    Der umstrittene Unkrautvernichter wurde bis Ende 2017 zugelassen. Das italienische Gesundheitsministerium hat allerdings Einschränkungen bei der Ausbringung vorgenommen – und den Einsatz in „sensiblen Zonen“  verboten.

    Die EU-Kommission hat Ende Juni entschieden, dass der Unkrautvernichter Glyphosat bis Ende 2017 erlaubt ist. Dieser Entscheidung ging eine lange und intensive Diskussion über die gesundheitsschädigende Wirkung des Stoffes voraus – und auch jetzt ist diese Diskussion noch nicht beendet. Bis Ende 2017 soll eine neue Studie der europäischen Chemikalienagentur klären, ob Glyphosat als krebserregend einzustufen ist. Erst dann will man eine definitive Entscheidung treffen.

    Die EU-Kommission hat mit einem Beschluss allerdings versucht, eine eingeschränkte  Verwendung von Glyphosat sicherzustellen. Das italienische Gesundheitsministerium hat diese Kommissionsempfehlungen aufgenommen und per Dekret Einschränkungen und Verbote festgeschrieben. Diese sind gestern in Kraft getreten.

    Die zentralen Verbote betreffen die Ausbringung von Glyphosat. So hat das italienische Gesundheitsministerium die Ausbringung von Glyphosat als Vorerntebehandlung auf Getreidefeldern verboten. „Diese Anwendung war sehr problematisch, da das Getreide direkt mit dem Mittel besprüht wurde und Rückstände damit auch in die Nahrungskette gelangt sind“, erklärt Landesrat Arnold Schuler. Für diesen Zweck sei das Mittel allerdings nie gedacht gewesen, „es war viel mehr eine Begleiterscheinung, die genutzt wurde um die Reife zu beschleunigen“, erklärt der Agrarlandesrat.

    Im Obst- und Weinbau sei es gar nicht möglich, erläutert Schuler, dass Rückstände des Mittels in den Lebensmittelkreislauf kommen, da das Mittel nur auf dem Boden angewendet wird. „Daher wurden in Südtirol noch nie Rückstände von Glyphosat auf Lebensmitteln festgestellt“, so Schuler.

    Eine weitere Neuerung und damit ein zentraler Punkt auch für Südtirol betrifft die Ausbringung von Glyphosat in den sogenannten „sensiblen Zonen“. Diese wurde nämlich komplett untersagt. In öffentlichen Parks, Gärten, Sport- und Freizeitgeländen, Altersheimen, Schulgeländen und Kinderspielplätzen sowie in unmittelbarer Nähe von Einrichtungen des Gesundheitswesens ist das Ausbringen von Glyphosat von nun an verboten.

    Im Bereich der Landwirtschaft ist fortan die Abstandsregelung wie auch bei anderen Pflanzenschutzmitteln einzuhalten. „Gegenüber sensiblen Zonen muss ein Abstand von 30 Metern eingehalten werden, bei eingehaltenen abdriftmindernden Maßnahmen handelt es sich um 10 Meter“, erklärt Schuler.

    Eine letzte Neuerung betrifft die Zulassung der verschiedenen Mittel. „Da Glyphosat in verschiedenen Zusammensetzungen angeboten wird, wurde auch Mitteln mit bestimmten Beistoffen die Zulassung entzogen, da diese Beistoffe unter Verdacht stehen, Wasserorganismen zu schädigen“, erklärt Landesrat Schuler. Nach wie vor sind allerdings 77 Mittel zugelassen.

    Der Landesrat plädiert dennoch auf einen bedachten Einsatz von Glyphosat: „Unabhängig vom gesundheitlichen Risiko – alles, was nicht notwendig ist, sollte vermieden werden.“

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    Kommentare (5)

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    • ahaa

      Wenn ich so diese Aussagen hör könnte man ja beruhigt sein.Doch die Realität sieht anders aus.Wichtig ist das die Quantität stimmt.
      Dazu brauch es gut Leute an der Spitze die skrupellos genug sind!
      Wer kontrolliert das?Ich habe kein Vertauen!
      Denn wenn neben,in,Wasserschutzgebieten gespritzt wird und niemand fällt das auf,wie funktioniert das?

    • franz

      “Die EU-Kommission hat Ende Juni entschieden, dass der Unkrautvernichter Glyphosat bis Ende 2017 erlaubt ist“ (……..)
      Die Mehrheit der EU Staaten war gegen die Verlängerung der Zulassung von Unkrautvernichter Glyphosat.
      Offenkundig geleitet von den Interessen der Agrarindustrie“ hat die Kommission wieder einmal gegen den Interessen der Mitgliedsstaaten entschieden.
      Wie üblich bei diesen Diktatoren in Brüssel. Junker, Dimitris Avramopoulos Kommissar für Migration, ( der meint wir müssen 70 Millionen Immigranten aufnehmen) Dorfmann & Co. Sie wollen alles allein Endscheiden, ohne auf die die Anliegen der Mitgliedsstaaten Rücksicht zu nehmen.
      So gesehen braucht sich niemand zu wundern, dass Mitgliedstaaten nicht mehr bereit sind mit jeden Schwachsinn mitzumachen bzw. austreten.
      Beispiel Großbritannien.
      http://www.zeit.de/wissen/2016-06/eu-kommission-verlaengert-glyphosat-zulassung

    • franz

      “Die EU-Kommission hat Ende Juni entschieden, dass der Unkrautvernichter Glyphosat bis Ende 2017 erlaubt ist“ (……..)
      Die Mehrheit der EU Staaten war gegen die Verlängerung der Zulassung von Unkrautvernichter Glyphosat.
      Offenkundig geleitet von den Interessen der Agrarindustrie“ hat die Kommission wieder einmal gegen den Interessen der Mitgliedsstaaten entschieden.
      Wie üblich bei diesen Diktatoren in Brüssel. Junker, Dimitris Avramopoulos Kommissar für Migration, ( der fordert wir müssen 70 Millionen Immigranten aufnehmen) Dorfmann & Co. Sie wollen alles allein Endscheiden, ohne auf die die Anliegen der Mitgliedsstaaten Rücksicht zu nehmen.
      So gesehen braucht sich niemand zu wundern, dass Mitgliedstaaten nicht mehr bereit sind mit jeden Schwachsinn mitzumachen bzw. austreten Beispiel Großbritannien.
      http://www.zeit.de/wissen/2016-06/eu-kommission-verlaengert-glyphosat-zulassung

    • wanderer

      Genau diese Entscheidungen der Europäischen Kommission, die eindeutig durch die perfekte Arbeit der Lobbyisten der Großkonzerne zustande kommen, werden die EU zu Grabe tragen.
      Die Bevölkerung ist endlich beim Aufwachen und hinterfragt die undemokratische Arbeit der Kommission. Ich bin begeisterter Europäer und für ein geeinigtes, friedlichen Europa, aber so nicht!!!

    • Da hat Südtirol aber richtig Glück, denn in Deutschland und weltweit wurden sehr wohl schon Glyphosatrückstände in konventionell angebauten Wein gefunden, wie man in diesem WDR Bericht sehen kann:


      http://www1.wdr.de/verbraucher/ernaehrung/weisswein-im-test-120.html

      Daher wäre es sehr interessant wir die Südtiroler Winzer das machen, und es wäre auch beruhigend zu wissen, welche Behörde in Südtirol regelmäßig den Wein untersucht, denn in Deutschland werden z.B. 5 Mio Lebensmittel jährlich auf Pestizidrückstände untersucht, aber nur 1.200 davon auf Glyphosat, obwohl es das meist verbreitetste Pestizid weltweit ist, wie das in diesem ZDF WISO Bericht ab 4:20 erklärt wird:
      http://www.zdf.de/wiso/glyphosat-im-honig-44206590.html

      Der deutsche Weinhändler und studierte Chemiker Martin Kössler hat z.B. weltweit mit Winzern gesprochen und sich deren Rebstöcke und Böden angeschaut, die mehrere Jahre mit RoundUp behandelt wurden. Und wie man hier lesen und sehen kann, sind die Folgen katastrophal:

      http://www.weinhalle.de/blog/2012/08/round-up-verdammtes-herbizid-im-weinbau/

      Daher könnten die Winzer in Südtirol ja mal ihr Wissen in der EU weitergeben, wie man ohne Glyphosatrückstände langfristig guten und nachhaltigen Wein konventionell mit chemischen Pestiziden herstellen kann. Das wäre doch mal interessant.

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