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    „Jammern bringt nichts“  

    „Jammern bringt nichts“   

    Für Reinhold Messner war der Tod des Extremsportlers Uli Emanuele eine angekündigte Katastrophe. Er sagt: „Wer durch Felslöcher fliegt, muss sich nicht wundern, wenn irgendwann etwas schief geht.“

    TAGESZEITUNG: Herr Messner, mit Uli Emanuele ist ein Südtiroler Extremsportler tödlich verunglückt. Wie haben Sie auf den tragischen Unfall reagiert? 

    Reinhold Messner: Ich kann dazu nicht allzu viel sagen, nur eines muss klar sein: Jeder hat das Recht sich umzubringen, wie er sich umbringen will. Wingsuits haben mit dem, was Extrembergsteiger oder Abenteurer machen, nichts zu tun.

    Warum nicht?

    Weil es eine Auseinandersetzung Mensch gegen Schwerkraft ist, die offensichtlich nicht zu hundert Prozent beherrschbar ist. Unsere Regel „Das Können ist des Dürfens Maß“ funktioniert hier nicht. Fast alle, die das auf einem bestimmten Level versucht haben, sind umgekommen. Uli Emanuele ist ja nicht der Erste.

    Von mancher Seite wird nun ein Verbot dieses Sports gefordert. Wäre das sinnvoll?

    Nein, nein, nein, ein Verbot bringt nichts. Jeder Mensch darf sich nach seiner Methode umbringen, wie will man das verbieten? Die Leute werden schon wissen, wie gefährlich das ist, ich würde es jedenfalls nicht tun. Ich setze mich mit ganz anderen Dingen auseinander, im meinen Museen kommt diese „Tätigkeit“ nicht einmal vor. Sie hat mit Schwerkraft und Geschwindigkeit zu tun ­– nicht mit dem Berg.

    Interview: Anton Rainer

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    Kommentare (21)

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    • ahaa

      Herr Messner,soche Idioten springen auch wo geklettert wird.Ist ihnen schon einmal einer um die Ohren gesaust das sie dachten jemand fällt gerade in den Tod? Nein!
      Das Abspringen von Kannten verursacht manchmal Steinschlag.
      Jeder hat das Recht sich umzubringen,stimmt,
      Zudem wenn es verboten würde, wäre es für solche doch noch ein größerer Kick. 😉

    • besserwisser

      Bei allem Respekt vor Ihrer Lebensleistung Herr Messner, müssen Sie wirklich zu allem und jedem Ihren Kommentar dazu abgeben?

    • meintag

      Nun Herr Messner runter kommen sie Alle. Gerade sie haben einige Extremkameraden verloren. Wollen sie auch hier Kapital schlagen wie sie es bereits in der Vergangenheit gezeigt haben?

    • george

      Herr Messner, es ist eigentlich nur abscheulich, wie Sie zu allem ihr Eigenes feil bieten müssen. Könnten Sie nicht von Fall zu Fall respektvoll schweigen, denn auch Sie herrschen nicht über die Naturgesetze. Es wäre besser, wenn Sie sich zwischendurch schweigsam denen widmen würden.

    • watschi

      nein, ein verbot bringt nichts, aber wer springt zahlt 50,000 euro gebühr. damit ist dann auch irgendwann das abkratzen seiner leiche am felsen und dessen abtransport mit inbegriffen. man weiss ja, alles nur eine frage der zeit

    • goggile

      i sogs jo. 80 bist 90prozent der bevòlkerung sein zum vergessen. man lese diese Kommentare dann kommt einem das freuhstueck herauf. deren Bosheit ist nicht nur in den zeilen wiedergegeben sondern wuerde in etremsituationen wie krieg oder wenn es um Geld geht zu Eskalationen fuehren. mir grausts!

    • hells_bells

      @Watschi
      Deine Aussage ist an Ignorsnz kaum zu überbieten!

      • franz

        hells_bells
        Auch im Trentino, kommen jedes Jahr mehrer Jumper ums Leben, letzter vor 5 Tagen. ( insgesamt 17 )
        http://www.lavocedeltrentino.it/2016/08/13/volo-mortale-dalla-rocchetta-jumper-si-schianta-sulle-rocce/
        unbegreiflich, dass junge gesunde Menschen so gleichgültig mit ihren Leben umgehen. Leid tun können einem die Angehörigen und die Rettungsmannschaft die durch solchen unverantwortlichen Handeln solcher Lebensmüden Sportler, beim einsammeln der Überreste ihr Leben riskieren müssen.
        So gesehen hat “watschi“ nicht ganz unrecht.

      • watschi

        lern erst einmal das wort richtig zu schreiben. ich bin gegen diesen idiotensport, weil er zu gefährlich ist und schon zu viele todesopfer gebracht hat. das ist meine meinung, akzeptiere sie oder auch nicht, aber beleidige deswegen nicht leute die anderer meinung sind. ausserdem, nur weil
        ich von dir aus ignorant bin, macht dich das noch lange nicht gescheiter.

    • hells_bells

      @ Herr Messner
      Warum müssen Sie zu Allem immer Ihren Senf dazugeben? Können Sie angesichts solcher schmerzenden Ereignisse nicht einfach nur schweigen?….da würden Sie eine wesentlich bessere Figur machen. Wie arrogant sind Sie denn, dass Sie nun jeden Menschen der auf Berge steigt und seine Leidenschaft lebt, als Selbstmörder bezeichnen? Merken Sie sich, dass Uli Emanueli ohne Sherpas und ohne über gefrorene Leichen zu steigen, aus eigener Kraft zu seinen Exits geklettert ist!
      Danken Sie stattdessen jeden Tag, welchem Gott auch immer, dass Sie so viel mehr Glück als Verstand in Ihrem Leben hatten und ein schon fast biblisches Alter erreichen durften!

      • andreas

        Zu seinem letzten Sprung flog er mit dem Hubschrauber.
        Ihn jetzt zum Helden zu machen animiert nur andere dazu, sich auch auf diese Weise umzubringen.
        Aber das Höher, Schneller, Weiter wird weitergehen, denn es gibt noch genügend die ein solch gestörtes Verhalten, und ein solches Risiko eingehen für gar nichts, ist eine Störung, auch noch gut finden.

    • dr.sheldoncooper

      herr messner haben sie dasselbe zu ihrer mutter gesagt, nachdem sie ihren bruder am berg erfrieren haben lassen?

    • checker

      Diese Einschätzung teile ich absolut nicht. Auch im Bergsteigen habe ich genügend Faktoren die nicht beherrschbar sind, wie etwa Eislawinen, Steinschlag, Lawinen im Allgemeinen auch die eigene Konstitution im Höhenbergsteigen (plötzliche Übelkeit, trotz akurater Vorbereitung). Diese Faktoren können zwar reduziert, aber niemals ausgeschlossen werden.
      Übrigens: Die Schweizer Bergrettung hat Statistiken von den durchgeführten Sprüngen und der Todesrate im Lauterbrunnental parat und da liegen wir bezüglich der Tödlichkeit der Sportart nur knapp über dem Alpinismus (nicht dem Höhenbergsteigen) – 18 versus 15 Prozent. Klar müsste man das Proximity Fliegen vermutlich getrennt anführen, aber Herr Messner hat sicher nicht das Recht auf seine Definition von Abenteuer gepachtet und nur weil ihm vielleicht ein paar Basejumper „views“ streitig machen, ist nicht alles andere ausser Alpinismus Wahnsinn.
      Der Messner hat Grosses geleistet, sollte jetzt aber vielleicht entspannt ein Glasl trinken und das Alles und Jedes Kommentieren sein lassen. Man kann nicht überall Experte sein.

    • wol

      Schaug Buabm,
      so isches leider wia der Messner sogg.
      Do kenntes ummer diskutieren wia es wellt.
      Des hot eh jeden gwundert daß er so long gflogn isch. .´´

    • mairwalter

      dr.sheldoncooper
      Genial!! Ist zwar heftiger Tobak, den Sie von sich geben, trifft den Nagel exakt auf den Kopf! Andere kritisieren, selbst von den Grünen profitiert, ihnen, als es nicht mehr lukrativ genug war, den Rücken zugekehrt , sich dem Geld Landesregierung zugewandt, um seine „TRÄUME“ (?) zu verwirklichen! Emanuele hat seine Leidenschaft auch professionell betrieben! Ist eine Art wie eine andere.mit Risiko. Messner hat auch hunderte Male in diesen Höhen sein Leben und nicht nur seines(!!!) riskiert, um dann die Abenteuer breit und lang zutreten und zu vermarkten. Es scheint so, als habe er dies vor lauter Selbstherrlichkeit alles verdrängt….
      Und dann soll er mir nicht mit dem blöden Spruch;„Das Können ist des Dürfens Maß“ kommen! Emanuele beherrschte seine Leidenschaft ebenso gut, wie Messner die seine! Messner hätte wenigstens gleich oft ( unvorhergesehene höhere Gewalt zB ) bei seinen Aktionen das Zeitliche segnen können…

    • josef.t

      Extremsportler werden immer die „Grenzen“ ausloten, wenn sie dabei umkommen,
      sie als Selbstmörder zu bezeichnen, gerade von Messner eigenartig ?
      Dass jeder Mensch das Recht über sein Leben hat, sollte auch in der Medizin
      respektiert werden……
      Auf den Straßen Europas kamen 2015 26.000 Verkehrsteilnehmer zu Tode und wir fahren
      trotzdem mit dem Auto, Motorrad, Rad usw.

      • franz

        Natürlich kann jemand bei einen Verkehrsunfall ums Leben kommen, jemand kann auch von einen verblödeteten IS-Jihadisten im Zug mit einer Axt erschlagen werden !

      • markp.

        @josef.t

        Diese Extremsport, do das Risiko nicht zu überleben 1:9 oder von mir aus auch 3:7 oder 5:5 ist, mit Straßenverkehr zu vergleichen, ist wie der Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Da hat das eine nicht das geringste mit dem anderen zu tun.

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