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    Die Speed-Box-Zerstörer

    Die Speed-Box-Zerstörer

    Südtirol hat eine neue Trendsportart: „Hau die Speed-Box“. Müssen die Überwachungskameras in Zukunft selbst überwacht werden?

    von Manuel Lavoriero

    Die famosen Speed-Boxen sollten eigentlich für Ruhe und Ordnung auf den Verkehrsstraßen des Landes sorgen. Einige Zerstörungswillige scheinen das aber noch nicht verstanden zu haben: In ganz Südtirol kommt es immer wieder zu Akten von Vandalismus. Seit Einführung der hunderten Säulen haben die Ordnungskräfte mit den verschiedensten Vorfällen zu tun: von „unschuldigen“ Bemalungen bis hin zur Zerstörung ganzer Boxen.

    Der jüngste Vorfall ereignete sich vor einigen Tagen in Sarns bei Brixen. (die TAGESZEITUNG berichtete). Wieder musste eine funktionsunfähig gemachte Speed-Box repariert werden. Diesmal aber griffen die Bürger selbst zur Feder: In einem offenem Brief an die Bevölkerung und den Bürgermeister von Brixen wurde auf das Problem der Zerstörungen hingewiesen. Die Meinung der Bevölkerung zu den Geschwindigkeitssäulen teilt sich also.

    „Die Vandalenakte konzentrieren sich auf die Speed-Box in Sarns“, meint Thomas Schraffl, Stadtrat für Mobilität der Gemeinde Brixen, „Insgesamt kam es bis jetzt drei Mal zur Lahmlegung der Geräte durch Bemalung. Bei den anderen Messgeräten im Raum Brixen gab es zum Glück noch keine derartigen Zwischenfälle“. Aufgestellt wurden die Speed-Boxen an Schlüsselstellen: „In Sarns verläuft die Straße durch das Dorfzentrum, weshalb gerade dort eine Regulierung der Geschwindigkeit für mehr Sicherheit sorgt.“

    Man hat seit der Einführung der Boxen deutlich weniger Verstöße gegen die Geschwindigkeits-Vorschriften registriert – sie erfüllen also ihren Job. Die Gemeinden und die Polizeibehörden sind zufrieden, die Autofahrer wohl weniger.

    „Ich kann das schon verstehen“, sagt Schraffl, „Wer eine Strafe wegen einer Geschwindigkeitsverletzung bekommt, brottelt eben eine Zeit lang darüber. Das wird uns aber nicht davon abhalten, die Speed-Boxen in Betrieb zu behalten. Sie sind sehr wichtig für die Bürger und die Menschen die an einer dicht befahrenen Straße leben“, so der Brixner Stadtrat.

    Nicht nur Sarns, sondern auch andere Gemeinden hatten Probleme bei der Einführung der neuen Kontrollgeräte. In Eppan standen die Boxen laut Ortspolizei nur einige Wochen, bevor man beschloss, sie komplett zu entfernen.

    Mangelnde Wirksamkeit? Daran kann es nicht liegen.

    „Die Speed-Box aufzustellen ist immer auch ein Aufwand – genauso die Instandhaltung“, erklärt Andreas Prantner von der Ortspolizei Klausen. „Die Boxen stellen für uns nicht wirklich eine Erleichterung der Arbeit dar, aber sie sorgen für eine bessere Effizienz bei der Geschwindigkeitskontrolle. Allein die Präsenz ist ausschlaggebend. In Klausen stehen zurzeit zwei davon – immer in der Nähe von Fußgängerübergängen, wo sie ihren Zweck am meisten erfüllen. Aber: „Als wir sie damals befestigt hatten, wurden die Boxen bereits nach 38 Stunden bemalt. Das war sehr ärgerlich. “

    Vielerorts wehrt man sich mit Courage gegen die Anbringung der Säulen. So auch im Unterland. In Tramin wurde erst kürzlich eine Speed-Säule komplett abgefackelt. Laut Martin Foradori, Vize-Bürgermeister von Tramin, war es das Werk sturer Fanatiker: „Die Bürger haben sich noch nie explizit gegen die Speed-Boxen geäußert. Die Vandalakte müssen also das Werk von Einzeltätern sein.“

    Der Traminer hätte schon einen Lösungsvorschlag für das Problem parat: „Man könnte die Boxen mit einer Wlan-Verbindung und Videokameras ausstatten, um die Täter zurückzuverfolgen. Ich hoffe aber nicht, dass es soweit kommen muss.“

    Wäre es sinnvoll, die Speed-Boxen landesweit mit Überwachungsgeräten zu versorgen?

    Die Gemeindeverwaltung Sarns hat jedenfalls nichts dergleichen im Sinn. Im Laufe des Monats wird sie die Speed-Box in Sarns lediglich reparieren und die Kontrollen verschärfen.

    „Wir haben schon das ein oder andere am Laufen. Wir werden die Schuldigen schon bald ausfindig machen“, versichert Gernot Wieland, Vize-Kommandant der Stadtpolizei Brixen. „Die Speed-Boxen waren schon immer ein kompliziertes Unterfangen, die hinterlassenen Fußspuren sind aber immer dieselben.“ Die Ordnungshüter werden den Kampf so schnell nicht aufgeben.

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    Kommentare (13)

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    • einereiner

      Die Dosis macht die Medizin. Zu viele Speed-Boxen führen zu einem Gefühl der Totalüberwachung und zu entsprechenden Gegenreaktionen.

    • erich

      Das ganze Jahr über hört man die Bürgermeister jammern, dass überall das Geld fehlt. Die Immobiliensteuer muss beibehalten werden, Kindergarten Beitrag muss angehoben werden, aber für diesen Scheiß finden sie das Geld. Alle rennen blind dieser Modeerscheinung hinterher! Zudem ist es eine Landschaftsverschandelung.

    • watschi

      ma dai, die boxen stehen doch nur dort wo eine geschwindigkeitsbegrenzung bis 50 kmh wichtig erscheint. wollt ihr mit 100 kmh durchfetzen und fussgänger dabei mitschleifen_ die meisten boxen sind ohnehin nicht eingeschaltet und dienen also nur als abschreckung. am land wollen aber immer alle rasen. vw golf, fuchsschwanz an der antenne, verschiedene antiitalienische aufkleber auf der heckscheibe und seitenfenstern und ab gehts um der moidl zu imponieren.

    • xy

      @ einereiner
      kann dem nur Beipflichten, denn wer schon einmal von Hafling kommend Richtung Meraner -Zentrum fährt, dort stehen sie wie die sprichwörtlichen „Pilze“ .
      Die Strasse ist dort mit einem starken Gefälle, was auch mit einer gezogenen Handbremse unweigerlich ein ūberschreiten der “ 30 “ noch zur Folge haben kann.
      Frage:“ ist das nicht nur mehr reine Abzocke????…..,“.
      PS. Habe im Auto Tempomat, aber auch dieser ūberschreitet im steilen die Marke“ 30″, ausser im ersten Gang und konntinuirlichem Bleifuss auf der Bremse, was wiederum unweigerlich zu Staubildungen fūhrt.
      In meinen Augen ist das nur ein gutes Auffūllen der Stadtkassen, die Sicherheit, kommt erst weit dahinter.

    • xy

      @ watschi
      Ohner mit an Fuchsschwoaf an der Antenne und a Italiener hobm gewöllt Fensterlen gian.
      sog der Italiener, woasch i konn nöt so guat deutsch, der Fuchsschschwoaffohrer vom VW Golf sog :“ die poor Wörter wersch der woll dermerkn, brauchsch lai in Numen za ändern, meine isch die Maidl, deine die Nandl, ok
      Der VW Fohrer klopft ban Fenster und sog:“ Moidl loss mie eini, regnen tuats, noss bin i, und oubeitlsmi wia an Hund. Fenster geat au, und weg wor der VW wor in der Kommer.
      Der Italiener glab wenn des so leicht isch , nor werd i bold ba der Nandl im Bett sein.
      Er klopft a ban Fenster und sog:“ Nandl tua mir au, regnen tuats, fetznoss bin i , und an Beitl hon i wia Hund, und somit hot er Fenster af die Nose aui gekriag anstott an Einoss

    • xy

      Sorry, es sollte dort eigentlich so stehen:“ und weg wor der VW Fohrer, in der Kommer

    • checker

      Heuchler!! Die Speedboxen sind nichts anders als eine Abzocke der Bürger, immer unter dem Vorwand der Sicherheit. Warum diskutiert man denn nicht auch andere Lösungen bzw. nimmt sie zumindest in die Bewertung auf? Warum investiert man denn nicht die Strafgelder in die Sicherheit, wenn man sich schon so um den Bürger sorgt. Warum stellt man die Boxen teilweise so auf, dass sie schwer sichtbar sind? Noch dazu sind viele dieser Boxen rechtswidrig aufgestellt, siehe Bozen Drususstrasse. Ein Urteil des Verfassungsgerichtshofes verbietet die Verwendung der Boxen im städtisches Bereich ausserhalb von „strade di alto scorrimento“ oder auch die leere Verwendung der Boxen.
      Eine Zweckentfremdung dieser Kontrollgeräte zu Inkassogeräten führt zur Untergrabung von Sicherheitsmassnahmen und das Vertrauen in deren Funktion, wenn man sie wirklich einmal benötigt. Damit missbrauchen die Gemeinden diese Geräte und die rechtlichen Möglichkeiten die Ihnen zum Schutz der Bürger zur Verfügung stehen. Auch die Geneinden müssen sich an Recht und Gesetz halten.
      Liebe Bürger, lasst Euch dies nicht gefallen und wehrt Euch!

      • george

        Rücksichtloser ‚checker‘. Ihnen ist wohl egal, wenn jemand untergefahren wird. Man sollte Sie jetzt erst richtig abchecken.
        XY scheint derselben Gattung anzugehören. Es sind nur einige Ausnahmen, die so gegen ordnungsgemäße Geschwindigkeitskontrollen schimpfen, wahrscheinlich auch nicht zur Vernunft zu bringen, wenn sie selber ihr Auto zu Schrott fahren.

    • george

      Saudumm, Erich. Die boxen sind keine Landschaftsverschandelung, sondern eine Sicherheitsvorkehrung. Würden Sie einmal wirklichen Landschaftsverschandelungen nachgehen, dann hätten Sie genug zu tun und die Speedboxen innerhalb Siedlungsgebeiten und Beton erst gar nicht anmerken. Ihnen geht nur die Kontrolle auf die „Socken“, dann erfinen Sie „tausend“ Ausreden dagegen, sodass auch noch die Umwelt herhalten muss. Helfen Sie dann endlich den Umweltbeauftragten die wirklichen „Umweltsünden“ aus der welt zu schaffen!

    • anarchoseppl

      Gibts eine Spendenhotline für die Sportler..?

    • hubi

      in vier Jahren wird es olympische Disziplin. Und deshalb müssen die Anwärter auf die Goldmedailie fleißig tranieren. Ich denke es wird Südtirol eine Goldmedalie bescheren, so viele Trainigsmöglichkeiten gibt es sonst nirgens. Die Gemeindevettern bringen sicher viel Verständnis auf. Für die gibt es dann die Disziplin in Speedboxen aufstellen. Also eine winwin Angelegenheit.

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