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    Knastfilm im Knast

    Am Montag zeigt der  Brixner Tschumpus (Knast) um 21.30 Uhr „Down By Law“. Jim Jarmusch hat damit Filmgeschichte geschrieben

    Es gibt keinen besseren Ort als ein Gefängnis, um Jarmuschs „Down By Law“ zu zeigen. Die Vorführung im Brixner Tschumpus passt sehr gut, weil die Geschichte dieses Filmkleinods zu einem Drittel im Knast spielt. Zwischen dem ersten Drittel, das durch die Betten und Straßen von New Orleans führt, und dem letzten, das in Mangrovensümpfen landet, vegetieren Jack, Zack und Bob hinter Gittern dahin. Gespielt werden sie von den wunderbaren Musikern John Lurie (Jack) und Tom Waits (Zack) und von Roberto Benigni (Bob). Alle sind in diesem Film 30 Jahre jünger, Sinn für Schräges und für Rhythmus hatten sie damals schon. Benigini besticht mit seinem holprigen Englisch. Dazu kommen Ellen Barkin und Benignis spätere Frau Nicoletta Braschi.

    Die Redewendung „Down By Law“ bedeutet übrigens „besonders gut“. Robby Müller (auch Kamermann bei frühen Wenders-Filmen) komponierte die schwarzweißen Bilder – im Zusammenspiel mit der Musik (Lurie und Waits) ein besonderes Erlebnis. Gleich zum Einstieg besticht eine Endlos-Kamera-Fahrt durch New Orleans, die nie aufhören sollte. Sie streicht über Fassaden und landet in diversen Betten. Dass Jim Jarmusch etwas von Musikvideos versteht, ist „Down By Law“ anzusehen.

    Ohr, Auge und Gemüt werden gut bedient. Der Erzählrhythmus hat etwas vom gemächlichen Leben in den Südstaaten und von dem der Arthouse-Filme der 1980er. Von der Bumm-Bumm-Bumm-Hektik des 21. Jahrhunderts ist er weit entfernt. Im Knast kommt es zu legendären Jam-Sessions, wenn z.B. Benigni „I scream“ skandiert und damit ein kollektives „Ice-cream“ auslöst. Ein früher Rap. „I ham Roberto“: Benignis „mamma Isolina“ mit dem Hasenbraten ist in die Filmgeschichte eingegangen.

    Der Brunecker Karl „Baumi“ Baumgartner (+2014) zählt übrigens zu den Entdeckern von Jim Jarmusch.

    Down By Law (USA, BRD 1986), Regie: Jim Jarmusch. Bewertung: Sehens- und wiedersehenswert (MO 21.30 h)

    Was es sonst noch gibt:  „Timbuktu“ (sehr sehenswert) DI 21h UFO Bruneck,  „Oh wie schön ist Panama“ DI 17h UFO Bruneck

    Es spielen John Lurie (Jack) und Tom Waits (Zack) und Roberto Benigni (Bob)

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