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Kleiner Bruder

Mit rund 100 Kameras will die Bezirksgemeinschaft Unterland-Überetsch sensible Zonen überwachen. Wie das Verkehrsministerium „Big Brother“ Steine in den Weg legt.

Von Anton Rainer

Noch bevor die erste Kamera einen potentiellen Verbrecher überführt hat, denkt Edmund Lanziner schon einen Schritt weiter: „Bei einer Sitzung im Pustertal waren eigentlich alle Bürgermeister von dem Projekt begeistert“, freut sich der Präsident der Bezirksgemeinschaft Unterland-Überetsch, „obwohl es dort wesentlich weniger Einbrüche gibt.“

Rund 100 Überwachungskameras sollen in den nächsten Monaten allein im südlichsten Bezirk Südtirols installiert werden. Vor knapp einem halben Jahr angekündigt, soll das ambitionierte und 1,2 Millionen Euro teure Pilotprojekt Aufklärung und Prävention von Verbrechen erleichtern. Kein billiger Spaß, aber laut Lanziner unbedingt notwendig: „Je größer das überwachte Gebiet, desto besser.“

Neben schweren Vermögensdelikten wie Wohnungseinbrüchen und Autodiebstählen sollte das Kameranetz aber auch kleinere Sünden automatisiert bestrafen. Zwar wusste man im Jänner, als die Pläne offiziell abgesegnet wurden noch nicht, „was genau mit diesen Daten gemacht werden kann“ – aber so Lanziner damals: „Es besteht durchaus die Möglichkeit, über die Kennzahlen zu kontrollieren, ob die Versicherung und die Autosteuer gezahlt wurde.“

Doch wie ein Beispiel aus dem Trentino zeigt, fand Rom neue Wege, um sich in die Autonomie der Gemeinden einzumischen.

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