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    „Angst vor der Wahrheit?“

    lang roland tirol fahneAuch der Heimatbund kritisiert das Geschichtsverständnis der Landesregierung. Verschweigen gewisser Tatsachen mache die Geschichte auch nicht besser.

    Am Freitag wurde einem Tagblatt ein Sonderheft der vom Südtiroler Landespresseamt in die Wege geleiteten Zeitschrift „Das Land Südtirol“ anlässlich der 70. Wiederkehr des Pariser Vertrages beigelegt, so SHB-Obmann Roland Lang.

    In einer Aussendung kritisiert Lang;

    Über die Auswahl der Autorinnen und Autoren mag man streiten, aber Fakt ist, dass auch die Landeshauptmänner Karl Eckert und Alois Pupp etwas für unser Land getan haben. Alles auf Silvius Magnago und Luis Durnwalder zu konzentrieren, so wie es Landeshauptmann Kompatscher in seinem Vorwort geschrieben hat, wäre politisch kurzsichtig und falsch.

    Besonders Alfons Benedikter, aber auch Peter Brugger, Hans Dietl, um nur einige Politiker beim Namen zu nennen, haben wesentlich dazu beigetragen, dass das Land halbwegs stabil in die heutige Zeit geleitet wurde.

    Warum die Feuernacht und die Aktionen der Freiheitskämpfer verschwiegen wird, ist eine Frage, die sich der historisch bewanderte Leser stellen muss. Nicht nur die schweren Menschenrechtsverletzungen durch Folterungen, Urteile in Abwesenheit, usw. bleiben unerwähnt, auch der Meuchelmord an Luis Amplatz und die Machenschaften des Geheimdienstes passten anscheinend nicht in die gezinkte Landesgeschichte.

    Wohl absichtlich wurden auch nicht die Übergriffe italienischer Partisanen nach Kriegsende erwähnt. So etwa das Massaker von Gröden, bei dem fünf Bürger des Tales nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ihr Leben lassen mussten. Im Friedhof von St. Christina erinnern ihre Gräber an die Morde! Die Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen.

    Hat man Angst vor der Wahrheit oder muss man sich, 70 Jahre nach dem Pariser Vertrag, immer noch verstecken, wenn man eine objektive Geschichtsschreibung forcieren will? Das Verschweigen gewisser Tatsachen macht die Geschichte oder die Erinnerung an manche Vorkommnisse auch nicht besser.“

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    Kommentare (4)

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    • morgenstern

      Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit, und die Lüge kommt.

      Ödön von Horvath

    • franz02

      Ja vielleicht wissen Kompatscher und Konsorten gar nicht, wer Pupp und Erckert waren und können sich nicht mehr an Dietl, Brugger und Volgger(!) erinnern. Von den Folterungen und den Nato-Gladio – Attentaten der Geheimdienste ganz zu schweigen. Übrigens haben auch auf der anderen Seite Menschen zum Werden und Gelingen der Autonomie beigetragen: Mascagni, Gouthier, Berloffa und wie sie alle hießen. Und man vergesse auch Bischof Gargitter nicht, den man für siene Vermittlerrolle als „walschen Seppl“ beleidigte.

    • criticus

      Die SVP hat hauptsächlich in den „Kompatscher-Jahren“ den volkstumspolitischen Kampf beiseite geschoben. Und was schlimmer ist, Tatsachen verdrängt. Eines muss man den Italienern lassen, Kämpfer für Heimat und Freiheit werden bei Ihnen mehr geschätzt und nicht verdrängt.

    • ft

      Welch bemitleidenswertes Leben manche doch haben. Überall sehen sie Feinde,
      und bemühen sich andauernd dem eingebildeten Gegner ans Bein zu pinkeln. Sicherlich Kandidaten für ein Magengeschwür, besonders wenn man den Frust bedenkt, der entsteht wenn jahrzehntelang niemand auf die Aufregungen reagiert.

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