Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » Menü ohne Würstel

    Menü ohne Würstel

    Menü ohne Würstel

    Neue Führung, neues Konzept: Die Betreiber des Restaurants im Brixner Lido setzen auf gehobene Küche aus einheimischen Produkten, für die auch etwas mehr verlangt wird. Eltern vermissen auf der Speisekarte Würstel und Pommes.

    von Erna Egger

    Neues befremdet und kann mitunter für Kritik sorgen. Bestes Beispiel: das Lido in Brixen. Vor wenigen Wochen hat der neue Restaurantbetrieb im Fischzuchtweg eröffnet.

    Die Betreiber Ivo Messner und Philipp Fallmerayer setzen auf ein neuartiges Konzept – auf der Facebook-Seite werden die Gerichte folgendermaßen beschrieben: „Unverfälschter Geschmack der wilden Welt. Gerichte von ganz fern und von ganz nah, around the world und regional. Wir kochen unser eigenes Ding. Jung, neu, raffiniert. Purer Genuss aus natürlichen Zutaten. Vom Mittagstisch zum Picknickkorb, vom Fine Dining zum chilligen Cocktail. Für alle, die mehr als nur schnell mal was essen wollen.“

    Von Fast Food und schnellem Essen halten die Betreiber nichts.

    „Unsere Produkte werden ausschließlich von hiesigen Bauern bezogen, wir legen sehr viel Wert auf gesunde Küche“, betont der Betreiber Philipp Fallmerayer.

    Damit rechtfertigen die Jungköche auch die Preispolitik: Gesunde Küche darf etwas kosten, daher muss man im „BRIX 0.1“ für Speis und Trank etwas mehr ausgeben als anderswo.

    Während die einen voll des Lobes sind, hagelt es auf der anderen Seite Kritik.

    Viele Familien suchen fast täglich die Naherholungszone auf, die Kinder wollen oft nur herumtollen, haben keine Zeit für ein gemütliches Essen. Die Sprösslinge verlangen nach einem schnellen Imbiss, nach Würstel, Pommes und Cola. Diese Klientel fühlt sich in Genuss-Welt fehl am Platz – und ist auch nicht bereit, für spezielle Gerichte tiefer in die Tasche zu greifen.

    Philipp Fallmerayer lässt sich von der Kritik nicht beeindrucken: „An mich wurden derartige Wünsche nicht herangetragen. Wir erhalten von unseren Kunden positives Feedback, wir haben jeden Tag voll und schon sehr viele Stammkunden.“

    Er will die Gäste zur bewussten Nahrungsaufnahme erziehen.

    Zu den Wünschen der Eltern präzisiert er: „Wir bereiten auch Wiener Schnitzel mit Kartoffelspalten zu, daher wüsste ich nicht, wo das Problem liegt. Und wenn jemand ein Würstel verlangt, haben wir sogar eines im Haus.“

    Er stellt jedoch klar: „Wir sind nicht in einem Schwimmbad, sondern in einem Park. Billiggerichte wollen wir nicht machen, das sollen andere tun.“

    Stadträtin Paula Bacher ist von der neuen Führung begeistert: „Die Atmosphäre ist wunderschön, das Essen sehr gut. Die neuen Betreiber bemühen sich. Mittlerweile haben sie bereits Anfragen für Geburtstags- und andere Feiern.“

    Sie räumt aber ein, dass auch ihr Kritik zu Ohren gekommen ist: „Ich habe die Beschwerden an die Betreiber weitergeleitet: Bei mir wurden die gehobenen Preise beanstandet und dass auf den Tellern etwas wenig vorzufinden ist. Letzteres kann ich nicht bestätigen: Ich bin bei meinen Besuchen mehr als satt geworden.“

    Nicht zu Ohren gekommen ist ihr, dass Besucher Schnellmahlzeiten vermissen. Bacher findet: „Man muss die neuen Betreiber erst mal arbeiten lassen, die Kunden müssen sich an das neue Konzept gewöhnen. Die Betreiber werden sich den Wünschen der Kunden anpassen“, ist sie sich sicher.

     

    Clip to Evernote

    Kommentare (6)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Das Lido in Brixen wird sicher auf gehobene Gäste einstellen. Meine Kinder nehmen sich das Essen von Zuhause mit,kriegen ein Taschengeld für ein Eis. Mehr ist bei uns nicht drin, obwohl auch meine Frau berufstätig ist, am Ende des Monats in die Kasse leer.Wir verdienen einfach zu wenig,obwohl jeder Euro sorgfältig ausgegeben wird.

    • „Würstel mit Pommes“ ist für Kinder total ungesund! Viel zu viel Kohlenhydrate – dazu noch gezuckerten Ketchup und natürlich fette Mayonnaise!

      Warum verstehen die Eltern nicht, dass man den Kindern zeigen soll wie gesundes Essen gut schmeckt und vor allem gesund macht!

      Wenn aber die Eltern nach Würstel mit Pommes schreien ist es kein Wunder, dass die Kinder nicht schlauer werden!

      Richtige Ernährung ist der Schlüssel zu einem schönen Leben! 🙂

    • george

      Mit schimpfen ist es nicht getan. Man muss die Leute zu etwas erziehen. So werden die Betreiber auch dazu erzogen werden müssen, normale Preise zu verlangen. Übrigens, die Paula soll eher etwas fasten, anstatt sich satt zu essen.

    • andreas

      Ist der Laden nun im Lido oder außerhalb?
      Wenn im Lido und ev. der einzige Laden, ist es mehr als verständlich, wenn Eltern lieber ein bezahlbares Essen hätten, als einen überteuerten Livestyle Laden.
      Bezahlbar muss nicht ungesund sein, ein Teller normale Nudel ist günstig, gesund und macht satt.

      Wer um alles in der Welt lässt sich eigentlich solche Texte einfallen? Albernes Denglisch ist eigentlich nicht mehr in.
      „Gerichte von ganz fern und von ganz nah, around the world und regional. Wir kochen unser eigenes Ding. Jung, neu, raffiniert. Purer Genuss aus natürlichen Zutaten. Vom Mittagstisch zum Picknickkorb, vom Fine Dining zum chilligen Cocktail.“

      • pe

        Es ist im sogenannten „Lido“ (oder auch „Fischzucht“ genannt). Das ist in Brixen kein Schwimmbad, sondern ein Park mit einem kleinen Teich (die ehemalige Fischzucht eben), da muss keiner Eintritt zahlen und kann deshalb jederzeit ein und aus gehen und sich andernorts verköstigen lassen. Ich finde deshalb, dass die Betreiber nicht zu irgendwas gezwungen werden sollten. Im Gegenteil: Es ist zu begrüßen, dass nach langen Jahren, in denen es gar keine Gastronomie mehr gab und demnach alles heruntergekommen war, endlich wieder was da ist und funktioniert. Wenn es qualitativ hochwertig ist: umso besser. Und klar kann jeder belegte Brote und Mineralwasser mitnehmen und im Park verzehren (wenn dann auch der Müll entsorgt und nicht wie es manchmal geschieht den Nachkommenden zur Betrachtung überlassen wird, freuen sich alle).

        • andreas

          Gut, dann ist es etwas anderes.
          Dann würde ich sagen unnötiges Gemeckere, da es jedem frei steht in das Restaurant zu gehen oder auch nicht.

          Natürlich steht es den Betreibern frei das Restaurant so zu führen, wie sie es für richtig halten, das wirtschaftliche Risiko tragen ja auch sie, wobei aus dem Text nicht ganz klar hervor geht, wem das Gebäude gehört und ob die Stadt da ein Mitspracherecht bei der Führung hat.
          Was würde es sonst eine Stadträtin angehen, wie ein Privater sein Restaurant führt?

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen