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    Schmerzhafter Spaß

    RutscheAbschürfungen an Ellbogen, Knien und Händen: Wer in der Riesenrutsche in Oberolang bremsen will, muss mit Schmerzen rechnen. Der Mittelteil wurde abgeflacht. Jetzt geht’s den Mutigen zu langsam.

    von Silke Hinterwaldner

    Die Verletzungen sind nicht wirklich schlimm, aber schmerzhaft. Wenn Kinder in der Rutschbahn bremsen wollen, schürfen sie sich oft Ellbogen, Knie oder Hände auf.

    Diese Erfahrung mussten in den vergangenen Wochen immer wieder jene machen, die sich auf Südtirols längste Rutsche gewagt haben, die ganz neu in der Kinderwelt in Olang errichtet wurde.

    „Sobald man in einer Kunststoffrutsche mit der blanken Haut bremsen will, kann man sich durchaus Brennflecken zuziehen. So etwas passiert auf jeder Rutschbahn“, sagt Matthias Santer. Aber Reklamationen von empörten Eltern sind beim ihm im Tourismusverein Olang bisher nicht eingegangen. Trotzdem ist man in der Kinderwelt von Olang nicht untätig geblieben. Der Mittelteil der Riesenrutsche wurde bereits abgeflacht, um die Geschwindigkeit ein wenig zu drosseln.

    Insgesamt ist die Rutschbahn in Olang 66, 85 Meter lang und damit die größte in Südtirol. Für gekonnte Rutscher ist es ein Riesenspaß mit Schwung von ganz oben so schnell wie möglich nach unten zu sausen. Aber für ängstliche Kinder ist diese Herausforderung wohl manchmal zu groß. Weil sie bremsen wollen, halten sie sich am Rand fest oder pressen ihre Gliedmaßen an die Bande. Die Folge: Sehr unangenehme Abschürfungen. Mit einem Pflaster kann zwar schnell und einfach Abhilfe geschaffen werden, aber die Lust am Rutschen ist dann wohl erstmal vergangen.

    „Ob das Rutschen zum Vergnügen wird“, sagt Santer, „hängt sehr davon ab, welche Kleidung die Kinder tragen und wie schnell sie unterwegs sind.“ Am Start und am Ziel werden Eltern und Kinder auf Schildern darauf hingewiesen, dass die Rutsche erst im Alter ab zehn Jahren benutzt werden soll. Außerdem soll man langärmelige Shirts und lange Hosen tragen. Auf Hosen aus Kunststoff sollte man lieber verzichten, weil sie das Tempo beschleunigen. Bei Regen ist Rutschen verboten.

    „Letzthin ist es besser geworden“, sagt Santer. Zum einen, weil der Mittelteil jetzt flacher ist und zum anderen, weil die Unsicherheiten des Anfangs verflogen sind. Routinierte Rutscher beschweren sind mittlerweile, dass die Bahn zu langsam geworden ist, sie denken nicht daran, zu bremsen und setzen alles daran, die Geschwindigkeit zu steigern.

    Die Riesenrutsche ist nur eine der Attraktionen in der Olanger Kinderwelt. Der Spielpark ist in den nun heißen Sommertagen gut besucht, auch weil man sich im Schatten der vielen Bäume bei angenehmen Temperaturen aufhalten kann. Die Kinder können sich derweil auf der Riesenrutsche austoben – insofern sie keine Angst haben.

     

    Lange Rutsche

    Seit Ende Juni steht in der Kinderwelt Olang die längste Rutschbahn Südtirols. Die Kinderwelt war im Jahr 2015 in Oberolang realisiert worden, ein naturnah angelegter Spielplatz am Waldrand. Die Kinderwelt teilt sich in drei thematische Spielbereiche, dem Waldspielplatz, der Wasserwelt und der Kletterwelt.

    In der Wasserwelt befindet sich die offene Hangkurvenrutsche aus Kunststoff. Sie besteht aus elf Kurven, weist ein maximales Gefälle von 62 Prozent auf und ist mit einer Gesamtlänge von 66,85 Metern die längste Rutschbahn Südtirols.

    Finanziert wurde die Rutschbahn vom Tourismusverein Olang gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung.

     

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