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    „Durch die Luft geschleudert“

    brugger unfallCornelia Brugger hatte lange schon gefordert, dass die Stegener Straße in Bruneck für Fußgänger sicherer gestaltet werden muss. Jetzt hat es ausgerechnet ihre Tochter erwischt.

    von Silke Hinterwaldner

    Am Montagmorgen sah die Welt schon wieder etwas rosiger aus. Katharina hat das Krankenhaus verlassen können, sie erholt sich zu Hause von den Folgen des Unfalls. Mutter Cornelia Brugger besucht und bekocht sie, damit die Genesung schneller vorangeht.

    Am Freitagabend kurz vor 19.00 Uhr war die 22-Jährige zusammen mit einigen Freunden entlang der Stegener Straße unterwegs. Am Zebrastreifen unter dem Bahnübergang blickten die Jugendlichen nach links und nach rechts, bevor sie die Straße überqueren wollten. In der Ferne sahen sie zwar einen PKW näherkommen, aber die Zeit schien zu reichen. Leider war dem aber nicht so. Das Auto erwischte Katharina. Sie sei acht Meter hoch geschleudert worden, berichteten Zeugen, „wie ein fliegender Schmetterling“ habe sie ausgesehen. Durch die Wucht des Aufpralls brach sich die junge Frau die Schulter und mehrere Fußknochen, dazu kommen unzählige Abschürfungen am gesamten Körper.

    Katharina ist zwar schon wieder auf dem Weg der Besserung, aber der Zufall will es, dass ihre Mutter nicht nur im Gemeinderat sitzt, sondern auch lange schon darauf gepocht hat, dass dieser Straßenabschnitt in Bruneck allzu gefährlich ist.

    Vor etwas über einem Jahr hatte Cornelia Brugger eine Anfrage an den Bürgermeister gerichtet. Thema: Der gefährliche Straßenübergang an der Stegener Straße. Brugger wollte erreichen, dass die Überführung für Fußgänger- und Radfahrer schneller errichtet wird und dass direkt an der Straße liegende Polizisten die Geschwindigkeit der Autofahrer einbremsen. Aber Cornelia Brugger blitzte ab: Mit dem Bau der Überführung werde zu Jahresanfang 2016 begonnen. Aber liegende Polizisten würden außerhalb des Wohngebietes nicht installiert.

    Nun kam es, wie es nicht kommen sollte. Der Bau der Überführung lässt weiter auf sich warten und für die Fußgänger ist dieser Straßenabschnitt schlicht gefährlich. Cornelia Brugger ärgert sich, verständlicherweise. „Hier sieht man wieder“, sagt sie, „dass leider auch die guten Vorschläge von der Opposition im Gemeinderat abgeschmettert werden.“ Sie will das Thema bei der nächsten Sitzung der Verkehrskommission wieder ansprechen und so die Gemeindeverwaltung dazu anhalten, endlich etwas zu unternehmen, um diesen Straßenübergang sicherer zu gestalten. „Es hätte viel schlimmer enden können“, sagt sie, „wir können von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist. Aber dieser Unfall muss jetzt zum Anlass genommen werden, um tätig zu werden.“

    Bürgermeister Roland Griessmair hat sich im Gegensatz zur Unfallfahrerin bereits nach dem Befinden von Katharina erkundigt. „Dazu muss gesagt werden“, sagt Cornelia Brugger, „dass nicht die Gemeindeverwaltung Schuld daran hat, was passiert ist. Jeder Autofahrer muss sich umsichtig im Straßenverkehr bewegen, um niemanden zu gefährden.“ Das als Appell an alle, die gern zu fest aufs Gaspedal drücken.

     

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    Kommentare (2)

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    • ahaa

      Seit die Ampeln bei der Dianabar Kreuzung blinken gibt es keinen Stau mehr.
      Wurden die Ampeln von Rom abgeschaltet oder hatten die Brunecker eine Vision?
      Nicht mal zu den Stoßzeiten wo er öfter Km lang war!
      Danke jedenfalls dem Zuständigen.
      An der Unfallkreuzung hätte schon längst etwas gemacht werden müssen!
      2 große Parkpläze und das Parkhaus!Das dort teils regler Verkehr herrscht ist bekannt.
      Zudem müssen jeden Tag 100erte von Schülern über diesen Zebrastreifen!
      Staubildung in der Stadt!
      Mit einer symplen Brücke könnte man das Problem lösen!

    • gandalph

      Bei einem Unfall acht meter hoch geschleudert zu werden, würde wohl niemand überleben.
      Vor allem in einer Bahnunterführung.

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