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    Der Kita-Streit

    kinder-deegDie Gemeinden wollen für Kitas, Kinderhorte und Tagesmütter nicht mehr zahlen, wenn ein Kind bereits in den Kindergarten gehen könnte. Landesrätin Waltraud Deeg ist empört.

    von Heinrich Schwarz

    Waltraud Deeg ist ungewohnt direkt: „Das wäre ein absoluter Rückschritt und nicht vertretbar gegenüber den Familien und den Kindern. Den Gemeinden geht es lediglich um Kosteneinsparung.“ Die Familienlandesrätin bezieht sich auf eine Forderung des Rates der Gemeinden, die ins Gutachten zum Nachtragshaushalt eingebaut wurde.

    Doch der Reihe nach:

    Deeg will über den Nachtragshaushalt eine bereits gängige Praxis in der Kleinkindbetreuung gesetzlich festschreiben: Kinder, die nach Vollendung des dritten Lebensjahres noch nicht den Kindergarten besuchen, sollen ebenfalls Zugang zu den Diensten Kita, Tagesmütter und Kinderhort zum ermäßigten Tarif haben.

    Bekanntlich werden die Kosten für diese Dienste zwischen den Familien und der öffentlichen Hand aufgeteilt. Je nach Einkommen und Vermögen der Familie wird der Tarif noch einmal ermäßigt.

    Der Rat der Gemeinden ist mit dieser Regelung alles andere als zufrieden. Er macht sogar einen weiteren Schritt in die entgegengesetzte Richtung: Der Zugang zu den drei öffentlich unterstützten Betreuungsdiensten für Kleinkinder soll nur bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes bzw. bis zur nächstmöglichen Aufnahme in den Kindergarten möglich sein. „Sollten die Dienste auch zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch genommen werden, gehen die dafür anfallenden Kosten voll zu Lasten der Nutzer bzw. nicht zu Lasten der Gemeinden“, heißt es im Gutachten.

    Das bedeutet: Keine Tarifbegünstigung und auch keine sonstige Mitfinanzierung der öffentlichen Hand.

    EINEN AUSFÜHRLICHEN ARTIKEL MIT DEN ARGUMENTEN DER GEMEINDEN UND VON WALTRAUD DEEG LESEN SIE IN DER DONNERSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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    Kommentare (3)

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    • ahaa

      Recht so liebe Gemeinde!
      Lasst sie für ihre Kinder alleine zahlen,sowie die Kinder alleine ohne Mutter bleiben müssen!Anschliesend liebe Kinder steckt eure Alten ohne Skrupel in das Altersheim!Sie haben es sich verdient!

    • franz02

      Warum sollen die Gemeinden dafür aufkommen, wenn überbehütende Eltern und das Land den Kindern schaden wollen? Wenn die Deeg schon will, dass die Kinder länger in den Kleinkinderaufbewahrungsstätten bleiben können, anstatt wie es sich gehört in den Kindergarten zu gehen, dann soll das Land das zahlen.

      Südtirol ist auch das Land, in dem zuviele Kinder viel zu lange zu Hause behalten werden, anstatt dass man in sie in die Schule schickt, teilweise bis fast zum achten Lebensjahr. (In letzter Zeit ist dies zum Glück etwas besser geworden). Das sind dann meistens Kinder, die sich in ihrer Schulkarriere noch weitere Verspätungen einheimsen. In einer Untersuchung des Astat und des PI von 1998 ist herausgekommen, dass diese Kinder später signifikant schlechtere Schulleistungen erbringen als der Durchschnitt.

      Da hat es früher in der deutschen Schule in Südtirol auch den dummen Begriff „nicht schulreif“ gegeben, der in der italienischen Schulgesetzgebung nicht vorgesehen ist. Man hat einfach unzulässigerweise eine ausländische Schuleintrittsnorm übernommen und sich dieses Krankheitsbild von Kinderärzten verschreiben lassen, die dafür nicht zuständig sind. Entschieden wurde das oft über die Fertigkeit des Kindes, einen plötzlich zugeworfenen Ball aufzufangen.

    • zoettl

      Anstatt immer mehr Steuergeld in KITAS und ähnliche Einrichtungen zu stecken, sollte den Müttern/Väter, welche ihre Kinder bis zum Kindergarten zu Hause erziehen möchten, dieses Geld zugestanden und deren Rentenbeiträge weiterfinanziert werden. Nicht alle, ich würde sogar behaupten der Großteil der Eltern würden gerne die ersten 3 Jahre bei ihren Kindern bleiben…nur können sie es sich nicht leistnen. Vielleicht sollte unsere Landesrätin zumindest einmal hier auf das Volk hören….

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