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    Weniger Lohn für Lehrlinge

    04_Tischler-LehrlingLaut einem neuen Landesabkommen werden die Lehrlingslöhne im Handwerksbereich für Lehrverträge ab 1. Juli empfindlich gesenkt. Dafür sollen gute schulische Leistungen der Lehrlinge finanziell honoriert werden.

    von Heinrich Schwarz

    Seit geraumer Zeit fordern die Südtiroler Wirtschaftsverbände, die Lehrlingslöhne zu senken. Im Bereich des Handwerks haben sich die Arbeitgebervertreter nun teilweise durchsetzen können: Die Handwerkerverbände lvh und CNA-SHV haben mit den Gewerkschaften ein Rahmenabkommen für das künftige Lehrlingswesen unterzeichnet, das auch Lohnsenkungen vorsieht.

    Am Beginn der Verhandlungen im Herbst 2015 kam von den Wirtschaftsverbänden eine drastische Forderung: Die theoretische Ausbildungszeit – also die vorgesehenen Monate in der Berufsschule – sollen nicht mehr entlohnt werden. Nur im Falle eines positiven Lehrabschlusses hätte eine Nachzahlung erfolgen sollen. Diese Forderung hat eingeschlagen wie eine Bombe, konnte aber wieder vom Tisch gefegt werden.

    Trotzdem werden die Löhne für neue Lehrverträge ab dem 1. Juli 2016 geringer ausfallen als bisher.

    LESEN SIE IN DER DIENSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG:
    – Die Details zum neuen Landesabkommen
    – Mit einem bestimmten Notendurchschnitt hat ein Lehrling künftig Anspruch auf einen höheren Lohn
    – Die Reaktionen der Gewerkschafter Alfred Ebner, Tila Mair und Christian Troger

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (8)

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    • horst

      Erpressung! Was haben Noten bitteschön mit der Entlohnung gemein?
      Bravo, und irgendwann wird kein Einheimischer mehr den Handwerksberuf ausführen für so einen Hungerlohn… Selber schuld…

    • criticus

      Was beschließen da die schlauen Wirtschaftsvertreter? Ist denen überhaupt bewusst, dass es junge Menschen gibt die Lernschwach sind und trotzdem super arbeiten können.
      Diese Schlaumeier sollten endlich ihre Betriebe kontrollieren die Lehrlinge nur mehr nachlässig ausbilden und den Rest auf die Berufsschulen schieben. Schulstunden nicht mehr bezahlen wollen, aber die Sozialleistungen dennoch vom Land kassieren. Es gibt Lehrlinge die sich in den Tälern um 5 Uhr in der Früh auf den Weg machen und Abends um 20 Uhr nach Hause kommen. Und jetzt noch weniger Lohn bekommen sollen? Macht nur weiter so, wo bleibt der Reiz einer Lehre? Und die Angsthasen in der Politik tragen ja jeden blödsinnigen Vorschlag mit. Warum schweigen die Verantwortlichen für Schule und Ausbildung?

    • Lieber Criticus und Horst,
      als Lehrbetrieb muss ich Euch wiedersprechen, ein Lehrling mit 15 Jahren, der weder einen Besen halten kann, noch sonst was, kriegt ein Einstiegsgehalt von über 800 €, sammelt die Abfertigung an, hat ca. ein Monat Urlaub, ist pro Jahr zweieinhalb Monate in der Schule, voll bezahlt und versichert, natürlich mit 13 Gehältern bei, wenns gut geht, ca. achteinhalb Monaten Arbeit.
      Für einen Jungen oder Mädchen die zuhause wohnen, sowie für die Eltern, ist es schon eine Erleichterung wenn der Lehrling ein schönes Taschengeld verdient und einen Beruf erlernt. Im Vergleich ein junger Arzt nach Abschluss mit knapp 30 Jahren, als Assistenzarzt, bekommt fürs erste Jahr einen feuchten Händedruck. Deswegen seid froh wenn Betriebe auch weiterhin Lehrlinge aufnehmen, danke an den LVH für ihren Einsatz, dass Betriebe etwas entlastet werden.
      Mfg RA

    • criticus

      Werter ra , wir sind froh wenn Lehrlinge ausgebildet werden. Denn sie sind die Zukunft Südtirols!
      Einige Fragen hätte ich aber:
      – bei welchem Beruf bekommt ein Lehrling einen Einstiegsgehalt von 800 Euro netto???
      – was soll das blöde Gerede, er kann den Besen mit 15 Jahren nicht halten?
      – was bedeutet „noch sonst was“? Sind Sie als Meister auf die Welt gekommen?
      – laut Ihnen bekommt der Lehrling also ein Taschengeld? Besser wäre aber ein Lohn!
      – wie sehen die Leistungen im 2 Lehrjahr aus? Da arbeiten diese jungen Leute sicherlich besser.
      – haben Sie schon einmal einen armen Arzt gesehen der seine Familie kaum ernähren kann?
      Ich kenne Handwerker die nebenher arbeiten müssen um die Familie zu erhalten. Herr ra, haben Sie noch nie was von Sozialverhalten gehört? Und hören Sie mir bitte mit dem LVH auf. Ein Jammerhaufen der bei seinen Sitzungen mit den größten Mercedes angefahren kommt. Bei den Lehrlingen wird geknausert und euren Ex-Führungskräften habt ihr das Geld nachgeschmissen. Schaut zu, dass euch die Mitglieder nicht noch mehr davonlaufen, bei so einem aufgeblähten Apparat. Noch eine Frage hätte ich an Herrn Achammer und Herrn Lanz: Wie fühlt man sich, wenn man den jungen Leuten den Lohn streicht und dann bei Wettbewerben mit den jungen Menschen im Rampenlicht stehen möchte? Soweit ich informiert bin, geht diese Lohnstreichung nicht vom Unternehmerverband aus. Was sagen die Arbeitnehmer und die zuständigen der Berufsschulen zu dieser Diskussion? Ach ja, habe ich ganz vergessen, die sind ja auch in der Partei.

    • ahaa

      Sie werden auch nie lernen wie man mit Geld umgeht wenn sie keines haben!
      Mehr Schulden machen darum geht es doch.Banken werden profitieren.
      Aber es gibt ja immer wieder Leute die es anderen nicht gönnen und dafür sogar mit Besen,kehren kommen.
      Ra
      Die Lehrlinge die ich kenne müssen meistens die ganze Drecksarbeit erledigen wärend die Angestellten oft besseres zu tun haben.
      Das war schon in meiner Zeit nicht anders.
      Vielleicht liegt es einfach an Ihrem Betrieb,und die Auswahl deren Bewerber.

    • Wenn Äpfel mit Birnen verglichen werden, kann das Verhältnis nicht stimmen: in Restitalien gibt es die südtiroler Form der Lehrlingsausbildung nämlich nicht, wie können dann Lohn-Vergleiche gezogen werden???
      Nicht die Lehrlingslöhne an sich, sondern die Lohnnebenkosten und Abgaben sind zu hoch, dort soll man ansetzen.
      Unser Land braucht Lehrlinge zur nachhaltigen Qualitäts-Sicherung für unsere guten Handwerksbetriebe einerseits – und andererseits als Zukunftsperspektive für jene jungen Leute, die NICHT ein Unistudium anstreben. Lohnsenkungen sollen junge Leute in die Lehre locken???

      Aber den als Folge der Lohnreduktion evtl. sinkenden Lehrlingszahlen wird dann wohl mit kostspieligen Imagekampagnen entgegengewirkt??
      Gegensteuerungsmassnahmen – PARADOX!!!

    • Wenn Äpfel mit Birnen verglichen werden, kann das Verhältnis nicht stimmen: in Restitalien gibt es die südtiroler Form der Lehrlingsausbildung nämlich nicht, wie können dann Lohn-Vergleiche gezogen werden???
      Nicht die Lehrlingslöhne an sich, sondern die Lohnnebenkosten und Abgaben sind zu hoch, dort soll man ansetzen.
      Unser Land braucht Lehrlinge zur nachhaltigen Qualitäts-Sicherung für unsere guten Handwerksbetriebe einerseits – und andererseits als Zukunftsperspektive für jene jungen Leute, die NICHT ein Unistudium anstreben. Lohnsenkungen sollen junge Leute in die Lehre locken???

      Aber den als Folge der Lohnreduktion evtl. sinkenden Lehrlingszahlen wird dann wohl mit kostspieligen Imagekampagnen entgegengewirkt??

      Solche Gegensteuerungsmassnahmen – PARADOX!!!

    • Werter criticus, (nomen est omen)
      mir scheint das Sie andere Probleme haben und es daher nicht relevant ist was ich Ihnen antworte.
      Erstens politische Probleme lösen wir hier nicht und
      Kinder im Lehrlingsalter haben Sie auch keine aber trotzdem:
      Im Baugewerbe, Fliesenleger, Bodenleger, Elektriker ect. Alter 15 Jahre erster Lohnstreifen 860€
      Ein 15 Jähriger kann, Symbolhaft für sämtliche Arbeiten, kein Besen halten (ich war sicher auch nicht besser), will heißen er muss von der Pike auf alles lernen. Das heißt das erste Jahr reduziert er die Arbeitsleistung der Gesellen und Ausbildner, das zweite Jahr, stimmt schon wie sie sagen, ist schon etwas Leistung da, Kosten –Nutzen hebt sich auf, im dritten Jahr fangt der Betrieb an etwas zu verdienen. Aber das interessiert Sie ja sowieso nicht mir erscheinen Sie wie die Brexit-Gegner die alles niedermachen aber wenns drum geht Verantwortung zu übernehmen den Schwanz einziehen.
      Ps. Sie hätten als Nikname auch „querulant “ nehmen können

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