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„Haben uns immer rausgehalten“

Landeskommandant Elmar Thaler über die politische Macht des Schützenbunds, „linke“ Medien und die ungeschriebenen Gesetze in der Bundesleitung.

TAGESZEITUNG: Herr Thaler, wen wählt ein Schütze bei den Landtagswahlen 2018?

Elmar Thaler: Schwer zu sagen, man kennt ja die Kandidaten noch nicht.

Man kennt zumindest einen Großteil der Parteien.

Jeder nach seiner Façon. Ein Schütze sollte jene Personen wählen, die er für den oder die Richtige hält, den Schützenbund zu vertreten.

Im letzten Jahr hatte man den Eindruck, dass der Schützenbund immer politischer wurde. Ob jetzt beim Autonomiekonvent oder der Einladung von FPÖ-Chef HC Strache nach Bozen.

Das ist absolut nicht neu, wir haben in der Vergangenheit jede Menge Präzedenzveranstaltungen ausgerichtet. Und was den Autonomiekonvent betrifft: Dass wir uns dort einbringen, war nicht überraschend, auch wenn wir ihn nicht gefordert haben.

Man hätte ihn einfach ignorieren können, wie es einige Oppositionelle vorgeschlagen haben.

Wenn man eingeladen wird, soll man sich einbringen, sonst entscheiden am Ende andere. Wir hatten den Eindruck, dass gewisse Leute darauf gespitzt haben, dass eh niemand mittut – und man die eigenen Ideen leicht durchbringt. Diese Rechnung ist ihnen nicht aufgegangen.

Wer ist eigentlich der natürliche Partner des Schützenbunds im Südtiroler Landtag? Ist es noch immer die Süd-Tiroler Freiheit?

Jeder ist unser natürlicher Partner, wir legen uns weder auf Personen noch auf Parteien fest. Punktuell vertreten auch die Regierungsparteien unsere Interessen. Wir sind nicht wie andere Verbände, die ihren Mitgliedern vorschreiben, dies oder das zu wählen. Wir haben uns immer rausgehalten.

In einem Interview erklärte Arno Kompatscher, eine Mehrheit der deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler würde sich wohl eine Sezession wünschen. Sind Sie seiner Meinung?

Ja, sicher. Wenn der Landeshauptmann dafür wäre und die SVP das will, wäre es sogar ganz einfach zu erreichen. Andererseits hat das Flughafenreferendum gezeigt: Die Partei und bestimmte Medien haben längst nicht mehr dieselbe Macht wie früher. Heute informieren sich die Leute selbst, etwa im Internet.

Zum Beispiel auf Seiten wie „UnserTirol24“, deren Mitgründer Sie sind. Welche Bedeutung haben derartige Medien für die Verbreitung der Interessen des Schützenbundes?

Sie leisten sicher einen wichtigen Beitrag. UnserTirol24 ist ein Ausgleich in der Südtiroler Medienlandschaft. Es gibt schon genug Medien, die eher links sind, wir haben eine konservative Alternative geschaffen.

Im Landtag befürchten manche Parteien, dass der Schützenbund bei den Landtagswahlen 2018 eine bedeutende Rolle spielen könnte. Eine berechtigte Sorge?

Der Schützenbund wird sicher nicht kandidieren, auch ich selbst schließe eine Kandidatur zu 110 Prozent aus. Dass sich gewisse Leute im Vorstand derartige Überlegungen machen, kann ich aber nicht ausschließen. Es gilt das ungeschriebene Gesetz, das aus der Bundesleitung niemand ein höheres politisches Amt bekleidet. Diesem Grundsatz wird man, denke ich, folgen.

Wäre auch eine Bundesmarketenderin daran gebunden?

Das ungeschriebene Gesetz gilt für alle Mitglieder der Bundesleitung.

Interview: Anton Rainer

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