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    Austriakisch schwarz

    „Bad Luck“ von Thomas Woschitz erzählt am Beispiel von drei Tagen in Kärnten, wie das Leben so spielen kann. Eine austriakisch schwarze Komödie.

    von Renate Mumelter

    „Bad Luck“ ist ein feuchter Film. Dauerregen, Donnergrollen, die Stimmung ist blauschwarz und dazu gibt es scharfes Filmlicht, das die Falten in den verbrauchten Gesichtern noch tiefer gräbt. Die Menschen, um die es geht, haben’s nicht leicht. Das gilt für den plötzlich  arbeitslosen Lippo mit der Hasenscharte genauso wie für Rizzo mit der roten Michael-Schumacher-Ferrari-Windjacke, es gilt für Dagmar von der Tankstelle und für ihren Freund Robert mit dem Pusterer Akzent, es gilt aber auch für Gerhard von der Gendarmerie. „Glaubst i bin glücklich? Das ist echt kein Leben, he!“, sagt Gerhard, der in die Raststätte kommt, damit er seine Tiefkühlpizza nicht allein essen muss. Lippo findet, „das Leben ist nicht fair“, und beschließt zu zeigen, „wie fair das Leben sein kann“. Und es regnet weiter. Dieses Plätschern kann so beruhigend sein.  Dazu Feuchtigkeit, die in die Knochen kriecht, sogar im Kinosaal.

    In „Bad Luck“ sind alle schlecht gelaunt, weil sie auf das Leben wütend sind. Aber sie machen weiter in ihrer glücklosen Suche nach dem Glück. Auch Rizzo gibt nicht auf. Er kann es gar nicht leiden, wenn er Idiot genannt wird nur weil er ein bisschen anders ist. Dafür endet für ihn die Geschichte ein bisschen anders – positiver. Das gibt es im Leben und im Kino so selten.

    Woschitz erzählt trocken in knappen Dialogen mit Bildern, die stimmen und mit einer Musik, die aufhorchen lässt. Die Laienschauspieler machen ihre Sache prima. Der Gaiser Markus Schwärzer ist als Robert mit dabei. Er hat schon einiges an Schauspielerfahrung.

    „Bad Luck“ hat etwas Liebevolles, etwas Schräges und viel Amüsantes unter dem bedeckten Himmel. Am Ende liefert der Film Aufklärung für die, die es nicht kapiert haben sollten: „Alle sind wir auf der Suche nach dem Glück, doch meistens geht’s ums Geld“.

    Bad Luck (A 2015), 80 Min., Regie Thomas Woschitz, mit Markus Schwärzer. Bewertung: Auf jeden Fall sehenswert

    Was es sonst noch gibt: Mit 5. Juli sind die Freilutfprojektionen des Kulturkreises „La Comune“ gestartet. Jeweils DIE bis FR, 21 Uhr im Hof der Foscoloschule und im Garden Club Torricelli, Bozen. Interessantes Programm.

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