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    Tatort: Wohnzimmer

    Tatort: Wohnzimmer

     

    Die Gewalt gegen Frauen verzeichnet keinen Rückgang: 651 Frauen haben sich 2015 Hilfe geholt.

    Gewalt gegen Frauen ist auch in Südtirol nicht rückläufig. Die neusten Daten des Landesstatistikamtes ASTAT lassen diesbezüglich nicht aufatmen. Im Rahmen der Erhebung über die sozialen Einrichtungen hat das ASTAT die Tätigkeit der Einrichtungen zur Unterstützung von Frauen unter die Lupe genommen, die Opfer von Gewalt wurden.

    651 Frauen wurden im Jahr 2015 in den vier Kontaktstellen und fünf geschützten Frauenhäusern betreut. Der Aufenthalt in einem Frauenhaus dient als Zufluchtsort, als Ort, wo die Frauen ihre nächsten Schritte planen können.

    Die Frauen, die Opfer von Gewalt wurden und sich an die Einrichtungen wenden, fallen überwiegend in die zentralen Altersklassen von 30 bis 40 Jahren. 30 Prozent der Frauen, die 2015 Kontakt mit einem Frauenhaus oder einer Kontaktstelle aufgenommen haben, sind zwischen 30 und 39 Jahre als. 26,3 Prozent zwischen 40 und 50 Jahren. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass das Heiratsalter bzw. das Alter der ersten Lebensgemeinschaft deutlich gestiegen ist: Da fast immer der Ehemann oder Lebensgefährte (oder der ehemalige Partner) der Täter ist, ist der Anteil der unter 30-jährigen Opfer gering.

    Die Daten spiegeln nicht so sehr die Häufigkeit von Gewalt wider, sondern die Häufigkeit des erfassten Phänomens: Es wird geschätzt, so die Ergebnisse des ASTAT, dass sich nur 1 von 20 Frauen, die Opfer von Gewalt werden, an eine Kontaktstelle gegen Gewalt des Landes wenden.

    Die Merkmale der Gewalt sind weiterhin ähnlich: die Analyse nach Nationalität entspricht der Vorjahressituation – in zwei von drei Fällen sind die Täter italienische Staatsbürger.

    In mehr als der Hälfte der Fälle ist der Täter der Ehemann oder Lebensgefährte der Frau. In weiteren 22,1 Prozent der Fälle ist es der frühere Partner, während der Verlobte deutlich seltener handgreiflich wird. Auch die übrigen Familienmitglieder stellen manchmal eine Bedrohung dar. Selten ist ein Freund, Bekannter oder der Arbeitgeber der Täter.

    LESEN SIE IN DER HEUTIGEN PRINT-AUSGABE: 

    *Was die Leiterin des Frauenhauses in Brixen zu diesen Zahlen sagt, und 

    *warum viele Frauen keine Anzeige erstatten.

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