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    Kabine verlassen

    5,2 Millionen Euro steckt die Landesregierung für das Jahr 2016 in die Finanzierung des Flughafens. Könnte weiteres Geld nötig sein?

    Von Anton Rainer

    Dass der Wegfall der Liniendienste die Bozner Flughafengesellschaft ABD tief getroffen hat, lässt sich nicht nur in der 2016 erstellten Bilanz erkennen – sondern auch im Anfang Juni veröffentlichten Geschäftsbericht. Neben kleineren Schlampereien wie falschen Daten (20.05.2014) und Unterschriften (Otamr Michaeler) finden sich darin auch die Folgen, die der Wegfall der Etihad-Flüge im Juni 2015 für die nun aufzulösende Gesellschaft hatte.

    So schreibt der Flughafenpräsident: „Um dem, wegen des Wegfalls der Linienflüge, verminderten Bedarf an Arbeitskraft entgegenzutreten, hat sich die ABD des Instrumentes „Solidaritätsvertrag“ bedient, abgesehen von der Genehmigung unbezahlter Urlaube und temporärer Teilzeitverträge.“ Eine teure und kurzfristige Methode, um fehlende Geschäfte abzufedern. Aber Besserung war ja in Sicht: „All dies“, hofft Michaeler im Geschäftsbericht 2015, „in der Voraussicht auf eine kurzfristig fehlende Wiederaufnahme der Linien- und Charterflüge.“

    Derartige Hoffnungen wurden spätestens mit dem Ausgang des Flughafenreferendums enttäuscht – Linienflüge dürfte es in naher Zukunft nicht mehr geben.

    Was das Unterland freut, ist schlecht für die Bilanz: Konnte man 2015 wenigstens ein halbes Jahr lang auf die Einnahmen aus dem Flugbetrieb zählen, blieb 2016 nur mehr ein zweimonatiger Charterverkehr übrig. Ein Einnahmen-„Zuwachs von 30 %“, von dem der im Frühjahr ausgearbeitete Tätigkeitsbericht für das Jahr 2016 ausgeht, ist damit wohl ausgeschlossen. Vor dem Referendum sah die Welt noch besser aus.

    Das gilt auch für die Ausgabenseite, wo man die Kosten für Flughafenfeuerwehrdienst und Flugsicherungsdienst „unter Berücksichtigung der Unsicherheit aufgrund des […] anberaumten Referendums“ einfach mit null Euro beziffert hat.

    LESEN SIE DEN GANZEN BERICHT IN DER PRINT-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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    Kommentare (10)

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    • xy

      Habe Verständniss, dass alte Verträge eingehalten werden müssen, aber dass fūr diese wie sich jetzt heraustellt, horrente Summen wegen der Nichtverlängerung der Landebahn an die Firma die die Ausschreibung damals gewonnen hat bezahlt werden müssen habe ich wirklich meine Probleme.
      Wo bleibt hier der Rechnungshof?.
      Könnten nicht auch in diesem Fall Regressforderungen an diese Personen gestellt werden, die damals uns dieses „Kuckusei“, gelegt haben, und die „heisse“ Katroffel dem jetztige LH Kompatscher vereerbt haben.
      Dieser muss dieses „Erbe“ jetzt ausbaden, und wir Steuerzahler auch, denn diese Ausgaben fehlen halt anderwo, zb. In der Sanität.
      Ein Beispiel gefällig?????? Sterzing wird die Geburtenabteilung aufgelassen, und das LKH. Brixen soll dies auffangen, wo dort schon jetzt die Geburtenabteilung aus allen Nähten platzt.
      Die 12 Betten die dort zur Verfūgung stehen mūssen sich 14 Gebährene Mūtter teilen.
      Im Stillzimmer stehen gerade mal 3 Stūhle bereit, aber man kann ja in eine Privatklink gehen, und dann wird einem immer gesagt , es gibt keine 2 Klassengesellschaft.

    • iluap

      Jetzt bin ich wohl gespannt wieviel Millionen das Land noch bezahlen muss bis der Dienst neu ausgeschrieben werden kann, und bei weniger Einnahmen. Schlussendlich werden jetzt Steuergelder verpulfert für gar nichts. Von wegen Steurgelder ausgeben für etwas was nichts bringt, jetzt bringt es noch bedeutend viel weniger als vorher angenommen. Der Schuß ist wohl nach hinten los geganen, Steuerersparnis = NULL, NULL

    • gerry

      Alle haben gewusst dass bis zur Neuausschreibung das Land den Flughafen weiterführt . Wird kein Betreiber gefunden geht die Lizenz an die ENAC .

    • tiroler

      Eines ist sicher: der Flughafen wird dem Steuerzaher die nächsten 5 Jahre sicher mehr Geld kosten wie jemals zuvor. Durch das NEIN fallen die Einnahmen weg, die laufenden Kosten sind anber trotzdem zu bestreiten. Der Flugbetrieb muss ja aufrecht erhalten bleiben, bis nach einer Ausschreibung ein Bieter den Zuschlag erhält bzw. die Enac die Lizenz zurückbekommt. Bürokratie dauert. Außerdem werden bei der Auflösung der ABD deren Mitarbeiter entschädigt werden müssen, wenn sie plötzlich ohne Arbeitsplatz dastehen.
      Aber das Volk hat es so gewollt und dem ist Rechnung zu tragen (zahlen).

      • besserwisser

        @tiroler: so ist es! nachdem wir vom volk das so gewollt haben brauchen die befürworter nicht jedesmal vorwurfsvoll damit drohen ihr habt es ja so gewollt…

    • pantone

      € 2,500.000,00 oder 5.200.000,00 sind für den Landeshaushalt nicht wirklich viel. Das ganze Geplärre um uns Steuerzahler geht mir sowieso auf den Wecker. Ich denke nicht, dass einer von uns auch nur einen (!) Cent weniger Steuern zahlen müßte, wenn nun ab 2017, wenn dies wirklich eintritt, dann diese € 5.200.000,00 nicht mehr zahlen muß, bzw. wenn die Zahlung der € 2.500.000,00 für weitere 5 Jahre, dank des NEIN beim Referendum abgewendet worden ist.
      Ansonsten, sollen jene um die Steuerausgaben des Landes besorgten Bürger sich nun doch an die Anrainer des Flugplatzes wenden, sollen die doch für diese Kosten aufkommen. Sie waren es ja, die mit Hilfe der Prominenten unter ihnen, die wegen einer relativ geringen Steigerung der jährlichen Passagierzahlen ihre Ruhe in Gefahr sahen, es geschafft haben, auch die Stimmung von weit entfernt wohnhafter Bürger kippen zu lassen.
      Wenn ein Unternehmen einen öffentlichen Auftrag erhält und diesen nicht korrekt ausführt gibt es Pönale. Wenn umgekehrt der öffentliche Auftraggeber einen vergebenen Auftrag storniert ist es schon richtig, dass das Unternehmen dafür entschädigt wird.

    • xy

      @pantone
      die dafūr zuständige Person hätte auch warten können mit der Vergabe der Arbeiten, bis das Gericht entschieden hatte, und nicht dies auf eigene Faust durchdrücken und wir Steuerzahler zahlen jetzt die Zeche.
      so läuft der Hase , lieber Pantone

      • pantone

        Keine Ahnung, ob da der zuständige Beamte hätte mit der Vergabe der Arbeiten warten können. Ich finde es in jedem Falle gerecht, dass das Unternehmen entschädigt wird. Das Unternehmen hat mit diesem Auftrag fix gerechnet.
        Und wie gesagt, der dauernde Verweis auf die „Steuerzahler“ nervt mich einfach. Wir Bürger müssen Steuern zahlen laut den entsprechenden Gesetzen und mir scheint, dass unsere Landesverwaltung mit den entsprechenden Steuereinnahmen im Sinne der Mehrzahl der Bürger sinnvoll umgeht.
        Und sonst: die Lektüre des Artikels bezüglich der Arbeitslostenunterstützung für Saisonarbeiter in der Gastronomie in der heutigen Tageszeitung wäre lohnend. Da gibt es für um die Steuern besorgte Mitbürger genug zu tun!!

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