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    Erlegte Grenzgänger

    mufflonIn Südtirol wurden im letzten Jahr acht Mufflons geschossen. Die Tiere entstammen einer Kolonie im Fassatal. Die Trentiner sind entsprechend verärgert.

    von Heinrich Schwarz

    In der Jagdstatistik 2015 sind zwei für Südtirol ungewöhnliche Tierarten zu finden: Mufflons und Wildschweine. Im Vorjahr wurden auf Provinzebene acht Mufflons und vier Wildschweine erlegt. Während bei den Wildschweinen das Motto „Wehret den Anfängen“ gilt, steckt hinter der Mufflonjagd eine Verstimmung mit den Jagdkollegen aus dem Trentino. Denn die erlegten Tiere entstammen einer großen Kolonie in der Nachbarprovinz.

    Heinrich Auckenthaler

    Heinrich Auckenthaler

    „Im Fassatal gibt es schon seit langem eine Kolonie von 600 bis 700 Mufflons, die jagdlich betreut wird. Weil die Mufflons wetterbedingt höhere Gebiete aufsuchen, kann es vorkommen, dass einige von ihnen im Gebiet zwischen Wolkenstein, Seiser Alm und Tiers über die Provinzgrenze zu uns kommen“, so der Geschäftsführer des Südtiroler Jagdverbandes, Heinrich Aukenthaler.

    Er erklärt: „In Südtirol ist Muffelwild als jagdbar erklärt, gilt allerdings nicht als autochtone Wildart. Das heißt, es war bei uns nie heimisch und wäre somit ein Eindringling. Aus diesem Grund wurde bereits vor langer Zeit vom früheren Landeshauptmann und Landesrat eine Verfügung erlassen, wonach Jagdaufseher befugt sind, Muffelwild auf Südtiroler Boden zu erlegen. Das ist jetzt mehrfach passiert, da sich die Sichtungen gehäuft haben.“

    Die Trentiner sind natürlich alles andere als erfreut über das Durchgreifen der Südtiroler. „Wir haben heuer bereits mit dem neuen Amtsdirektor Luigi Spagnolli gesprochen und erklärt, dass wir die Mufflons nicht auf Biegen und Brechen erlegen sollten. Vor allem nicht, wenn sie nur kurz herkommen und wieder ins Fassatal zurückgehen. Dann wäre das ein Abschöpfen, das nicht im Sinne der nachbarlichen Gepflogenheiten ist“, meint Aukenthaler.

    Inzwischen gibt es eine Lösung: Ein umgehendes „Feuer frei“ bei einem Grenzübertritt soll es nicht mehr geben, um die Beziehungen zu den Trentinern nicht weiter zu gefährden. „Wir möchten aber auch nicht, dass sich das Muffelwild in unserem Land breitmacht“, so Heinrich Aukenthaler. Deshalb sollen die Mufflons nur noch bejagt werden, wenn sie sich in Südtirol niederlassen. Ein kurzer Ausflug über die Provinzgrenze soll erlaubt sein.

    Luigi Spagnolli

    Luigi Spagnolli

    Luigi Spagnolli, Direktor im Landesamt für Jagd und Fischerei, erklärt: „Ich habe eine Änderung der Jagdzeit beschlossen. Das Muffelwild darf von den Jagdaufsehern nur noch im Herbst bejagt werden. Man darf natürlich nicht an der Grenze auf die Tiere warten, sondern muss eine sogenannte ‚fascia di rispetto’ beachten.“

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    Kommentare (4)

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    • martinsenoner

      solange nur auf Mufflons geschossen wird, können wir ruhig schlafen 😉

    • richard

      Solange Tiere getötet werden, solange wird es keinen Frieden unter Menschen geben.
      Jagd ist Terror gegen die Tiere! Warum sollte man auf Tiere schießen dürfen und Gewalt am Menschen verabscheuen?

    • Solange Menschen denken,daß Tiere nicht fühlen,müßen Tiere fühlen,daß Menschen nicht denken.
      Ich kann hier nur sagen: Echte Männer kümmern sich um Tiere, Schlappschwänze,wie ihr Jäger es seid, schießen auf sie.

    • richard

      Politiker welche sich nicht schämen solche Gesetze zu unterschreiben, zeugen von ihrer Rohheit und Gewaltbereitschaft. Tiere haben ein Recht zu leben wie wir Menschen. Alles andere ist reine Gewaltverherrlichung.

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