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    Entschärfte Fliegerbomben

    Entschärfte Fliegerbomben

    Sprengstoffexperten der Sturmpioniere Trient haben am Sonntag zwei US-Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg in Freienfeld entschärft.

    Um 7.30 Uhr wird der Zivilschutzalarm ausgelöst: Eine Minute lang heult die eigens auf einem Jeep dorthin gebrachte Zivilschutzsirene und zeigt damit den Beginn der Arbeiten an, die „Operazione Torrens secundus“ geht in die aktive Phase. Zwei verschiedene Mannschaften des Kampfmittelräumdienstes beginnen mit der Entfernung der Zünder der beiden Bomben. Zwei Rettungsdienste und zwei Feuerwehrmannschaften sorgen dabei für die Sicherung der Einsatzkräfte.

    Seit 6.20 Uhr ist der Strom abgeschaltet, ab 7.30 Uhr sind die Verkehrswege zwischen Brixen und Sterzing gesperrt: Brennerautobahn und Eisenbahnstrecke, Brennerstaatsstraße sowie die Penserjochstraße. Auch das Überfliegen des Gebietes ist verboten. 2780 Personen in der roten Zone im Umkreis von knapp drei Kilometern werden zwischen 6.00 Uhr und 7.30 Uhr evakuiert und haben die Möglichkeit, sich in der Festhalle in Wiesen in der Gemeinde Pfitsch aufzuhalten, wo ihnen auch ein Frühstück angeboten wird; an die 250 Personen befinden sich in der Früh dort. Am Info Point des Kampfmittelbeseitigungsdienstes können laufend Informationen über den Stand der Dinge eingeholt werden.

    Seit 5.45 Uhr ist die Gemeinsame Leitstelle in der Feuerwehrhalle von Sterzing eingerichtet. Unter dem Vorsitz von Kabinettschef Claudio Naldi vom Regierungskommissariat tagen hier Vertreter der Behörden und der technischen Dienste: Carabinieri, Staats- und Straßenpolizei sowie Finanzwache neben Bevölkerungsschutz und Entschärfern, Freiwilliger Feuerwehr und Berufsfeuerwehr, Straßendienst und Vertretern des Landesforstdienstes, der Brennerautobahn, der Staatsbahnen und der Stromversorger sowie Vertretungen der Gemeindeverwaltungen Freienfeld, Pfitsch und Sterzing. Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren, sind alle Verantwortlichen vor Ort und können eine Entscheidung treffen.

    Um 7.39 Uhr beginnen zwei Teams von je drei Sprengstoffexperten des „secondo reggimento genio guastatori alpini“, das unter dem Kommando von Oberst Luigi Musti steht, mit der Entschärfung erst der einen, dann der 30 Meter daneben aufgefundenen Bombe. Die erste Bombe ist um 9.20 Uhr durch die Entfernung beider Zünder entschärft und wird zum Pulverlager in Stilfes transportiert, mit Begleitschutz der Verkehrspolizei und der Freiwilligen Feuerwehren Stilfes und Trens mit Tankwagen. Um 9.56 Uhr werden die Arbeiten zur Entschärfung der zweiten Bombe in Angriff genommen und um 10.31 Uhr abgeschlossen. Nachdem der Transport mit der zweiten Bombe das Pulverlager in Stilfes erreicht hat, werden die Verkehrswege um 11.33 Uhr wieder geöffnet, da zu diesem Zeitpunkt das Sperrgebiet aufgehoben wird.

    Auf der Südspur der Brennerautobahn hatte sich bis jetzt zwischen Brenner und Sterzing ein Rückstau von sechs Kilometern gebildet, auf der Nordspur zwischen Klausen und Brixen zwei Kilometer; auf der Pustertaler Staatsstraße haben sich kilometerlange Staus gebildet.

    Im Pulverlager werden die Bomben ausgewaschen und nicht gesprengt; deshalb ist diesmal kein Evakuierungsradius rund um das Pulverlager vorgesehen. Der ausgewaschene Sprengstoff wird von den Sturmpionieren entsorgt. Die Operation Torrens secundus mit rund 200 Personen im Einsatz ist damit endgültig abgeschlossen.

    Die beiden US-Fliegerbomben von 1,72 Meter Länge und 0,59 Meter Durchmesser waren am 26. Mai und am 22. Juni in der Zone Wolf in der Gemeinde Freienfeld mit 30 Metern Abstand gefunden worden, und zwar im Zuge einer gezielten Suche vor dem Bau einer Wasserleitung; sie wiegen beide je fast eine Tonne, nämlich 2000 Pfund (Pounds oder Libras, lbs), wobei ein Pound 0,454 Kilogramm entspricht. Wegen des schlechen Zustandes der beiden Bomben mussten sie so schnell als möglich entschärft werden.

    Entschärfungen, erklärt der Direktor des Landesamtes für Zivilschutz Günther Walcher, erfolgen prinzipiell an einem Sonntag, weil da keine Lastkraftwagen unterwegs sind, sondern fast ausschließlich Freizeitverkehr. Außerdem können sie nicht in der Nacht vorgenommen werden, weil der Aufwand erheblich höher wäre, da für die Evakuierten Betten zur Verfügung gestellt werden müssten und zudem der Strom abgeschaltet wird. Die Vorschriften des Militärs sehen außerdem vor, dass eine Entschärfung bei Tageslicht durchgeführt wird.

    Bei der „Operazione Torrens“ war am 21. Februar eine kleinere Fliegerbombe in Elzenbaum in der Gemeinde Freienfeld entschärft worden.

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    Kommentare (3)

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    • sascha

      Die alten Bomben sind weg gute Arbeit. Jetzt bekommt Italien neue Atombomben für Friedenssicherung.

    • sascha

      Hier nachzulesen:
      Atom-Bomben für Italien, Deutschland, Belgien, Niederlande und Türkei
      von Manlio Dinucci
      Fünf atomwaffenfreie Staaten brechen aktuell den Atomwaffensperrvertrag. indem Sie US-Atombomben einlagern. Diese Waffen sollen demnächst mordernisiert werden, obgleich Washington selbst sogar kürzlich einen Gipfel organisiert hat … gegen die Verletzungen des Atomwaffensperrvertrages.

    • morgenstern

      Schwer Verständlich für den Nicht Fachmann, so ein Spektakel und zum Schluss doch kein Knall.

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