Du befindest dich hier: Home » Politik » „Ein Witz“

    „Ein Witz“

    Als „typische Kompatscher-Realitätsverdrehung“ bezeichnet der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder (BürgerUnion) das aktuelle Interview mit dem Südtiroler Landeshauptmann, das im österreichischen Nachrichtenmagazin News veröffentlicht wurde.

    Dass der News-Artikel unter der Rubrik „Fakten“ veröffentlicht wird, hält Pöder für einen schlechten Witz. Wo die offensichtlich dem Landeshauptmann sehr freundlich gesinnte aus Südtirol stammende News-Redakteurin Esther Mitterstieler in dem Interview „Fakten“ ortet, bleibe ein Rätsel. „Kompatscher äußert teils fragwürdige und durch nichts zu belegende persönliche Meinungen die von Fakten weit entfernt sind.“

    Laut Pöder sagt Kompatscher in dem Interview die Unwahrheit über die reelle Situation Südtirols in Italien, über die Finanzautonomie und über die Flüchtlinsproblematik.

    „Zugleich stellt der Landeshauptmann die Bürger als Fernsehtrottel hin, welche die Flüchtlingskrise nur aufgrund der Fernsehberichte beurteilen würden. Damit bezeichnet Kompatscher die Flüchtlingskrise zudem als fernsehgemachte Krise.“

    In der Flughafenfrage beharre Kompatscher auf der mittlerweile hinlänglich durch Zahlen widerlegten These, dass der Flughafen wichtig für den Südtiroler Tourismus wäre.

    „Es gibt keine Flüchtlingskrise, wir haben eine Fernsehkrise“ so der Titel des Interviews und auch die Aussage Kompatschers zur Flüchtlingsthematik, die schlichtweg falsch sei. „Die Flüchtlingsproblematik ist reell und auch Südtirol war und ist davon berührt, vielleicht nicht in dem Ausmaß wie andere Gegenden, aber Südtirol ist allein schon wegen der geographischen Lage mittendrin“, stellt Pöder klar.

    Zur Situation Südtirols in Italien verschweige Kompatscher die ständigen Gefahren für Südtirols Autonomie in Italien, auch und insbesondere durch die zentralistische Verfassungsreform. Kompatscher stelle Rom und die Regierung Renzi viel zu positiv dar und verschweige, dass Italien auf dem Weg zu einem zentralisisch-autoriären Staat ist.

    Die Aussage des Landeshauptmannes zur Finanzautonomie bezeichnet Pöder als Lüge, die von der Redakteurin völlig unkritisch wiedergegeben werde. „Es stimmt nicht, dass Südtirol 100 Prozent seiner Steuern selbst kassiert, das wäre die Steuerhoheit. Von der Steuerhoheit ist Südtirol weit entfernt“, so der Abgeordnete.

    „Wahr ist, dass Rom weiterhin die Steuern einhebt, und dass das jüngste Finanzabkommen eine reine buchhalterische Bestimmung hinsichtlich der Einhebung über die Einnahmenagentur enthält. Südtirol erhält weniger als die vom Autonomiestatut ursprünglich garantierten 90 Prozent der Steuereinnahmen, zahlt jährlich mehr als 460 Mio. Euro für dir Staatsverschuldung und hat sogar insgesamt eine Milliarde Euro zuviel an den Staat.“

    Als „gravierende Entgleisung“ bezeichnet Pöder Kompatschers Faschismusvergleich des FPÖ-Programmes und des FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer.

    „Es ist schädlich für Südtirol, wenn der amtierende Landeshauptmann den möglicherweise nächsten österreichischen Bundespräsidenten Norbert Hofer und die möglicherweise künftige Regierungspartei FPÖ und deren Wertevorstellungen und Programm in die Faschismusnähe rückt (Vergleich mit Faschismuspolitik des früheren Italiens).“

    Auch in der Frage der Doppelstaatsbürgerschaft schadet Kompatscher Südtirol, indem er deren Forderung als „Populismus“ bezeichnet. Die Doppelstaatsbürgerschaft wäre eine durchaus denkbare und umsetzbare Möglichkeit zur Absicherung der Südtiroler als Vollsgruppe.

    „Während die Landesregierung bezüglich konkreter Leistungen ziemlich lahmt, lebt des Landeshauptmanns Arno-Sprech“, so der Abgeordnete abschließend als Fazit zum Interview.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (10)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • franz

      Als „gravierende Entgleisung“ bezeichnet Pöder Kompatschers Faschismusvergleich des FPÖ-Programmes und des FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Hofer.“
      In der Tat, das schlägt den Fass den Boden aus.
      Leider ist es von unseren LH zur Normalität geworden unserer Freunde in Wien zu Kritisieren und zu attackieren gleich welcher politischer Richtung.
      Erinnern wir uns unser LH die damalige Innenministerin Mikl Leitner im ORF bezüglich Flüchtlingsthematik auf’s heftigste attackiert hat.
      “LH – in der Sendung .“ IM ZENTRUM“ 21.02.2016, 22:00 ORF http://tv.orf.at/program/orf2/20160221/763185601/408936
      Schranken runter – Aus der Traum vom grenzenlosen… Darüber diskutieren bei Ingrid Thurnher: Johanna Mikl-Leitner…..LH Kompatscher“(…)
      Oder wenn LH Kompatscher zum Thema Demonstrationen am Brenner meint: Auf “rai-südtirol vom 06.05.2016 20:00 eine Deeskalation dürfte nicht funktionieren wenn wie angekündigt Hundertschaften von österreichischen Polizisten aufmarschieren.( Schuld sind also die österreichischen Polizisten“(……)
      „Zugleich stellt der Landeshauptmann die Bürger als Fernsehtrottel hin, welche die Flüchtlingskrise nur aufgrund der Fernsehberichte beurteilen würden. Damit bezeichnet Kompatscher die Flüchtlingskrise zudem als fernsehgemachte Krise.“ (…..)
      Zum Glück gibt es Fernsehen und Zeitungen die darüber berichten was Sache ist.
      Realitätsverweigerern ( zu denen anscheinend auch LH Kompatscher gehört ) bzw. Politiker von Linken Grünen und SVP versuchen alles herunterzuspielen und die Bürger als dumm zu verkaufen.
      Wenn er meint :“Wir wollen nicht`s schönreden oder Panik machen.“ (…..) ( am runden Tisch 07.03.2016 20:21-Video 50:00 < )
      Nach dem Motto von Frau Stocker: Frau Landesrätin Stocker: '' Man sollte irgendwie Schreckensgespenste vermeiden die Menschen verunsichern oder ''Begrifflichkeiten'' die den Menschen Angst machen.
      http://www.tageszeitung.it/2016/02/14/kein-hotspot-am-brenner/ Video 1:45
      So zu sagen die Bürger als blöd verkaufen und als Fernsehtrottel bezeichnen alles schönreden die Schutzmacht kritisieren um den linken Kommunisten in Rom in den Arsch zu kriechen.
      Und anlässlich Österreichs Bundespräsidenten Fischer in Bozen bei den Präsidenten zu bedanken. und wenn es dann Probleme mit Rom gibt die ruft man natürlich di eFreunde in Wien an.
      „Wir bedanken uns, für die Begleitung Österreichs als Schutzmacht. Angesichts des Umbaus Italiens und der Verfassungsreform ist diese Funktion weiterhin aktuell und wird auch in Zukunft gefragt sein.“ So der LH.
      Staatsmännisches Verhalten sieht anders aus.“ Herr LH
      . ( meinte der LH in einen Spiegel Interview. )

    • alfonszanardi

      Die FPÖ sind nicht unsere Freunde, und wir nicht die ihren.

    • vogelweider

      Herrgott, sind Sie peinlich!

    • vogelweider

      Habe damit den armen Franz gemeint!

      • franz

        vogelweider
        Ich wette, sollte Hofer die Wahlen gewinnen und die FPÖ die Regierung stellen, dass dann unser LH bei der rechten Regierung in Wien auf die Knie fällt um Hilfe zu bettel, sollte es mit den Linken in Rom in Sachen Autonomie Probleme geben.
        Wer ist hier peinlich ! peinlicher Geht’s nicht mehr ! ;.)
        Staatsmännisches Verhalten sieht anders aus 🙂

    • josef.t

      “ Presse “ Da hat Herr Kompatscher nicht so unrecht.
      Da gibt es “ Hirten “ denen die Schäflein nachlaufen, ohne überlegen oder
      zu wissen, wohin sie geführt werden…..
      Renzi ; Bankenrettung, Abschaffung von Arbeiterrechten, Steuererhöhung
      u.s.w., wohl eher etwas rechts ???

      • franz

        josef.t
        Dass Du nicht der Schlaueste bist, von Deinen islam fundametalistischen Gedankengut mal abgesehen, zeigst Du hiermit,
        Es sind sicher nicht die Rechten die Renzi nachlaufen, die Gattung von Hirten ohne überlegen oder zu wissen, wohin sie von Renzi PD geführt werden….. gehören eindeutig zu den Linken – Grünen und SVP Lager – mit LH Kompatscher.und Genossen.

    • yannis

      Was meint Kompatscher mit „Fersehkrise“ ? sicher ohne die heutigen Medien und Kommunikations-Möglichkeiten täten sich Politiker natürlich wie er, Merkel & Co viel leichter den Bürger für dumm zu verkaufen !

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen