Du befindest dich hier: Home » News » Der Rauswurf

    Der Rauswurf

    Der Rauswurf

    Die Vereinigung der Altmandatare muss heute ihr Büro in Trient zwangsräumen. Franz Pahl ist furios. Ist es die Retourkutsche des Landeshauptmanns?

    Von Matthias Kofler

    Die Vereinigung der Altmandatare hat ab heute, 1. Juli, keinen offiziellen Sitz bei der Region mehr.

    Was zunächst wie eine eigenwillige Maßnahme von Generalsekretär Alexander Steiner aussah, hat womöglich einen handfesten politischen Hintergrund. In allen Regionen Italiens haben die Vereinigungen der ehemaligen Mandatare ihren Sitz bei ihrer Region oder den Regionalräten. Doch ab heute sperrt die Region in Trient ihre ehemaligen Mandatare ganz offiziell aus.

    Franz Pahl, der Chef der Altmandatare, ist außer sich vor Zorn.

    Tageszeitung: Herr Vorsitzender Pahl, haben Sie mit diesem überraschenden Rauswurf gerechnet?

    Franz Pahl: Ich bin so manches gewohnt, was unter einer kultivierten Politik mit gebotenem Respekt vor den politischen Leistungen einer ganzen Generation nicht vorstellbar wäre. Im speziellen Fall geht es nicht um den üblichen Populismus, aber viele fragen sich nach dem politischen Hintergrund.

    Den Kündigungsbrief sollen Sie vom Generalsekretär der Region, Alexander Steiner, erhalten haben, nicht vom neuen Präsidenten der Region, Landeshauptmann Arno Kompatscher …

    Richtig. Doch die Begründung, es gebe keine Rechtsgrundlage für ein Büro, ist so fadenscheinig, dass viele mehr vermuten. Der Generalsekretär hat mir außerdem den Brief in italienischer Sprache zugestellt. Eine grobe Missachtung des Rechts auf die Muttersprache.

    Hatten Sie Kontakt mit LH Kompatscher? Steiner könnte auch von sich aus gehandelt haben …

    Ich habe Herrn Präsidenten Dr. Kompatscher am 17. Juni einen Brief übermittelt und ihm gesagt, falls er nicht von der beleidigenden Kündigung des Büros wisse, nähme ich an, dass dies seine Zustimmung wohl nicht finden könne. Andernfalls müsse das als ein politisch motivierter Akt erscheinen.

    Sie widersetzen sich der Räumung also?

    Das Büro habe ich gestern (am Mittwoch, A.d.R.) geräumt, denn Präsident Kompatscher antwortete nicht. Folglich geschieht es mit seiner Zustimmung. Ich habe einige Kollegen in anderen Regionen informiert. Sie wollten es mir gar nicht glauben und sagten, dergleichen wäre in keiner Region denkbar.

    Eine Fortsetzung des politischen Streits mit anderen Mitteln also?

    Im Interesse aller verteidigt unsere Vereinigung mit ihrem Rekurs Verfassungsgrundsätze und Rechtssicherheit, ohne die eine zivile Gesellschaft nicht existieren kann. Altmandatare werden auch klar zum Referendum über die verhängnisvolle Zentralisierung des Staates Stellung nehmen, die die SVP in Rom abgesegnet hat. Auch gegen die Flughafenpropaganda habe ich mich mit anderen Kollegen auf die Seite der Bevölkerung gestellt und gegen die Lobbys gewandt. Wir bleiben eine verantwortungsbewusste, kritische Stimme angesichts einer südtirolpolitisch bedenklichen Politik. Auch ohne Büro in Trient.

    Clip to Evernote

    Kommentare (17)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • einereiner

      Pahl und seine diebischen Kollegen haben jede Legitimation zur Vertretung der Bevölkerung verloren und deshalb steht ihnen auch kein Büro mehr zu.

    • dr.sheldoncooper

      die paar euro für die miete eines büros werdet ihr schmarotzer auch noch zusammmenkratzen können.

    • george

      Werter Pahl Franz.
      Wieviele haben mindestens ebensoviel geleistet wie ihr und erhalten weit weniger Lohn dafür. Auch werdet ihr euch mit eurer übergroßen Abfindung leicht selber ein Büro mit normalem Tarif bezahlen können, ansttt wiederum in den Sack der Allgemeinheit zu steigen. Das tut ihr so schon über die Maße. Und was die sprache anbelangt, mögen Sie zwar teilweise Recht haben, nur gibt es bei den Altmandataren auch solche italienischer Sprache. Oder gibt es die für euch, die ihr nur mehr vom Geld geblendet seid, nicht?

      • andreas

        Dass ich das mal erleben darf mit dir einer Meinung zu sein, dachte ich auch nicht.
        Das mit der Rechtschreibung üben wir noch etwas und dann werden wir vielleicht noch Freunde im Geiste. 🙂

    • andreas

      Sehr geehrter Herr Pahl,

      sie wurden für ihre Arbeit sehr gut entlohnt und erhielten bzw. erhalten eine staatliche Rente, welche auch wenn sie gekürzt wurde, für täglich frisches Brot reichen sollte, wenn nicht, richten sie bitte ein Spendenkonto ein, täglich eine frische Semmel würde ich ihnen sogar schicken.
      Warum sollte man ihnen dankbar sein, sie haben für Geld ihren Job gemacht wie täglich viele andere, nicht mehr und nicht weniger.

      Es gab einige Politiker, bei welchen man froh sein konnte, dass man sie endlich los ist, warum sie deshalb annehmen, dass man jemanden respektieren sollte, nur weil er mal in der Politik war, verstehe ich nicht wirklich.

      Wenn ihnen ein Büro wichtig ist, es dafür aber keine rechtliche Grundlage gibt, sollten sie sich vielleicht zusammen tun und gemeinsam ein Büro mieten. Natürlich wäre es ungewohnt dafür mal eigenes Geld zu verwenden, aber glauben sie mir, beim Volk ist das üblich.
      Ich gehe davon aus, das sie rechtlich einer Privatperson gleichgestellt sind und wenn es so wäre, finde ich es sogar dreist von ihnen irgendwelche Forderungen zu stellen, welche das Volk zusätzlich zu ihrer, wie oben schon geschrieben, nicht unerheblichen Rente, bezahlen soll.

      Mfg

        • andreas

          Er vermittelt den Eindruck als müssten wir täglich ein Halleluja in den Himmel rufen und Gott dafür danken, dass es es ihn gibt.

          Jeder hat natürlich das Recht sich einzubringen, doch für sich, nur weil er mal ein gut bezahlter Politiker war, einen „gebotenen“ Respekt und ein im anscheinend rechtlich nicht zustehendes Büro einzufordern, sehe ich auch unter Berücksichtigung der derzeitigen Sparmaßnahmen und Kürzungen in verschiedenen Bereichen als eine Frechheit an.

          Die Kaste Politiker und jetzt anscheinend auch noch die Ex-Politiker, bei welcher ich bei manchen immer mehr den Eindruck habe, sie nehmen an sie sind etwas Besseres und stehen über den Dingen, macht sich so sicher nicht beliebter.

          Diese „nach mir die Sintflut Mentalität“, wo versucht wird jeden Euro des Volksvermögens, welcher irgendwie mitnehmbar ist, mitzunehmen, widerspricht dem scheinbar selbstlosen Handeln, welches manche vermitteln wollen.

          Eins noch Herrn Pahl, auf den Friedhöfen gibt es viele die auch angenommen haben, dass es ohne sie nicht geht.
          Wenn es für sie eine erwähnenswerte Leistung ist, dass sie sich gegen den Flughafen eingesetzt und damit sich mit dem gemeine Volk verbündet haben und dieses dafür dankbar sein sollte, kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln.

          • zusagen

            Jetzt hab ich mir glatt gedacht du beendest deinen letzten Absatz: „..Wenn es für sie eine erwähnenswerte Leistung ist, dass sie sich gegen den Flughafen eingesetzt und damit sich mit dem gemeine Volk verbündet haben…), so werde ich ihnen das aus eigener Tasche einmal in den Grabstein meißeln lassen

    • dr.sheldoncooper

      ich war gerade in meiner alten grundschule und wollte erdbeermarmelade abfüllen- im mir als absolvent und alt-schüler zustehenden klassenzimmer.

      gerade als ich meine einweckgläser asugepackt habe, kam die direktorin und verwies mich des gebäudes. ich möchte die worte nicht wiederholen, die sie verwendet hat, da mir dies meine bildung verbietet. aber ich habe mir jedes einzelne schimpfwort gemerkt für eine spatere anzeige.

      ich finde dies eine unerhörtheit, auch der landeshauptmann scheint mit dieser unmöglichen frau übereinzustimmen.
      ich sowie die anderen alt-absolventen der grundschule werden beschwerde beim europäischem gerichtshof für menschenrechte einlegen.
      inzwischen tret ich in den hungerstreik.
      muss ich ja wohl, ohne erdbeermarmelade.obwohl- ich könnt ja noch auf froschschenkel kippenberger art ausweichen.

    • ft

      Die Frechheit dieses Wichtigtuers kennt keine Grenzen. Wenn es keine rechtliche Grundlage gibt, wäre die Miete für unrechtmässige Besetzung zu verlangen, entweder von dieser „Vereinigung“, oder vom Beamten der sowas monströses
      genehmigt hat.

    • prof

      Franz Pahl kann ja inzwischen für ein Büro vor der Region ein Zelt aufstellen und in den Hungerstreik treten,er ist dafür ja bestens gübt.

    • mairwalter

      Auf unrechtmäßigem Wege der Habsucht zu frönen ist ein Verbrechen, aber auch auf rechtmäßigem ist es eine Schande. Denn es ist unanständig, schmutzig zu geizen, wenn es auch ohne Rechtsverletzung geschieht.

      Epikur von Samos
      (341 – 271 v. Chr.), griechischer Philosoph

    • josef.t

      „“Der Rauswurf““
      Wer dafür auch immer der „Verantwortliche“ ist, der hat sicher den Großteil der
      Bevölkerung hinter sich, wäre eigentlich demokratisch…..(Mehrheit)
      Auch hier kann der Herr, mit „Hungerstreik“ sicher nichts mehr erreichen……..

    • gerecht

      wenns um die „BÜRGER“ geht, ist denen egal,
      das ist nur auswendiggelernt
      Habt ihr gesehen wieviel Sessel im Landtag schwarz waren,
      als Volksanwältin Morandell den Jahresbericht vorbrachte ?
      aber eine eigens Sitzung zu machen für Steuernsparren“
      (-aber nicht die der Bürger, sondern jene der eigenen Brieftasche-)
      weil’s Angst haben zuviel an die Inps zahlen müssten,
      ein Angestellter zahlt 2,5 mal so viel, wie er verdient …

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen