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Armins „Moralapostel“

Das Asyl-Partnerschaftsinserat des Flüchtlingshelfers Armin Mutschlechner sorgt auch im Landtag für Diskussionen. Der Künstlerbund geht auf Distanz.

Die erstaunliche Klarstellung des Südtiroler Künstlerbundes ist kurz, sie zählt gerade einmal drei Zeilen. Darin heißt es: „Der Vorstand des SKB hat in der gestrigen Sitzung beschlossen, sich vom angeblichen Experiment seines Mitglieds Armin Mutschlechner zu distanzieren.“ Warum? „Weil A.M. mit seinem Aufruf in gröbster Weise die Würde der Frau verletzt.“

Seit Tagen sorgt der Versuch des Mühlbacher Flüchtlingshelfers, Asylwerbern „Nähe, Zärtlichkeit und Sex“ zu ermöglichen, in Südtirol für Diskussionen (die TAGESZEITUNG berichtete.) Wortreicher als der mit Mutschlechner fremdelnde Künstlerbund beteiligten sich am Mittwoch die Südtiroler Landtagsabgeordneten an der Debatte – als es eigentlich um das Thema Menschenhandel gehen sollte. Die Grüne Fraktion, die erst vor wenigen Tagen Solidarität für Mutschlechner forderte, reichte einen Antrag zur „sexuellen Ausbeutung“ ein und zog damit den Zorn der Freiheitlichen auf sich.

Der Antrag sei gut gemeint, aber unrealistisch, meinte etwa Pius Leitner und kritisierte die Solidarität mit Mutschlechner, der „unsere Frauen mit Flüchtlingen verkuppeln“ wolle.

„Wir sind nicht eure Frauen”, konterte Brigitte Foppa. Auch der Freiheitliche Sigmar Stocker kündigte seine Gegenstimme an. Wenn die Grünen Armin Mutschlechner verteidigten, der Südtiroler Frauen diskreditiere, dann dürften sie nicht Moralapostel spielen.

Mutschlechner habe einen wenig glücklichen Vorschlag gemacht, aber das Ausmaß an Aggressivität, das er dafür geerntet habe, stehe in keinem Verhältnis dazu, erklärte Hans Heiss (Grüne). Die „Schaum-vor-dem-Mund”-Position von Ulli Mair sei nicht akzeptabel. Die blaue Abgeordnete hatte Mutschlechner als „Volkszuhälter“ verunglimpft.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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