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    Bejagte Wildschweine

    flash-spac-aukenthaler-fockn (1)Immer wieder wandern Wildschweine durch Südtirols Wälder. Warum man eine Ansiedelung unbedingt vermeiden will.

    von Heinrich Schwarz

    Praktisch jedes Jahr werden in Südtirol Wildschweine erlegt. Im Vorjahr waren es laut aktueller Jagdstatistik vier Stück – aufgeteilt auf vier Bezirke: eines in Bozen, eines in Brixen, eines im Oberpustertal und eines im Unterland.

    „Tendenziell sind die Abschusszahlen rückläufig. Vor einigen Jahren wurden sogar 16 Wildschweine erlegt“, sagt Jagdverbands-Geschäftsführer Heinrich Aukenthaler. Vor allem im Oberpustertal gab es zeitweise eine große Zuwanderung – wahrscheinlich aus Belluno. „Einwanderer“ gibt es aber auch aus dem Trentino. Sichtungen gab es in den letzten Jahren sogar im Raum Sterzing und in Passeier. „Teilweise kann es sich auch um ‚Gehegeflüchtlinge’ handeln“, so Aukenthaler.

    Sofern möglich, werden Wildschweine in Südtirol umgehend erlegt. Das Schwarzwild soll auf keinen Fall heimisch werden. „Das wäre aufgrund der drohenden Schäden nur sehr schwer vermittelbar“, betont Aukenthaler. Zu ökologischen Schäden könne es etwa bei den sensiblen Almböden kommen: „Die Wildschweine graben bei ihrer Futtersuche die Böden um. Das kann infolge der Wettereinwirkung zu Erosionen führen.“

    Gemüse-, Obst- und Weinbauern drohe hingegen ein ökonomischer Schaden. „Wildschweine fressen alles, was sie finden können. Sie sind mit den landwirtschaftlichen Notwendigkeiten deshalb nicht unter einen Hut zu bringen“, betont Aukenthaler.

    Amtsdirektor Luigi Spagnolli sagt: „Wildschweine wären für die Landwirtschaft in Südtirol sehr schlimm. Sie würden hier im Vergleich zu einer Ebene viel mehr Schäden anrichten.“ Man werde die Entwicklung deshalb genauestens beobachten.

    Heinrich Aukenthaler beschreibt das Wildschwein als ein sehr lernfähiges Tier, das nur schwer zu bejagen ist. Durch die Klimaerwärmung und die vielen Fressmöglichkeiten verbreite sich die Tierart immer schneller. „Ein Wildschwein wird geschlechtsreif, sobald es ein Körpergewicht von 30 Kilo erreicht hat. Ein im Frühjahr geworfenes Wildschwein kann also bereits im Herbst geschlechtsreif sein. Bei den Wildschweinen gibt es eigentlich keine fixe Brunftzeit, sondern sie sind auf hohe Reproduktionsraten eingestellt. Stimmen die Rahmenbedingungen, kann die Fortpflanzungsrate von 200 auf 400 Prozent ansteigen.“ Deshalb sei das Motto „Wehret den Anfängen“ geboten.

    Mit einer größeren Wildschweinpopulation, so Aukenthaler, nehme auch die Gefahr von Straßenunfällen zu, „da die Tiere häufig wechseln.“

    LESEN SIE IN DER MITTWOCH-AUSGABE DER TAGESZEITUNG:
    – Im Vorjahr wurden in Südtirol acht Mufflons aus dem Fassatal erlegt. Das sorgt für Ärger bei den Trentinern
    – Die vollständige Jagdstatistik 2015
    – Auch im Vorjahr ist es in einem Jagdrevier passiert, dass mehr Tiere erlegt wurden als Abschüsse bewilligt wurden

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    Kommentare (2)

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    • mairwalter

      Soo blöd ist kein Wildschein, dass es sich über mit Fungiziden und Pestiziden verseuchtes Gebiet hermacht. Obst und Wein Bauern: Plärrt nur seelenruhig weiter! Vielleicht schaut dann auch noch eine Wildschwein -Schäden Subvention heraus……:-)

    • richard

      JAGD! TERROR und GEWALT GEGEN DIE TIERWELT
      Wer kennt die in Paris verübten Terroranschläge nicht? Mit Schusswaffen auf Menschen zu schießen, ist abscheulich und zu verachten! Warum ist dann auf Tiere zu schießen nicht verwerflich?
      Wenn wir uns gegen die an uns gerichtete Gewalt aufregen, warum gewähren wir dann die Gewaltanwendung gegen die Tierwelt?
      Tiere sind fühlende, mitfühlende und empfindsame aber auch beseelte Lebewesen, so wie wir Menschen!
      Warum gewähren wir den Terror gegen die schwächsten Lebewesen? Kein Tier tut uns etwas zuleide, kein Tier stellt für uns eine Gefahr dar, kein Tier nimmt uns den Lebensraum, kein Tier zerstört die Natur und die Umwelt, nur wir rauben ihnen alles, auch das Leben und den Atem und plündern mit Habgier Ihr Habitat.
      Es ist an der Zeit, dass wir dieser unwürdigen Terrorpolitik gegen die Tierwelt eine Absage erteilen und endlich Zeichen setzen und diese zu verachtende Taten verbieten.
      Jagd ist Terror, Mord und Gewalt gegen die Tiere, gegen unsere Mitbewohner. Jagd ist die abnormste Art sich zu vergnügen und die Freizeit zu gestalten, denn es geht nur um das Töten von Lebewesen, nur um die Vernichtung von Leben, die Dezimierung der anderen Lebewesen. Wir tun es, nur da die Tiere uns nichts dagegenzusetzen haben, wir tun es, aus reiner Dominanz und aus grundlegender Erkenntnis, dass wir diesen „Wesen“ überlegen sind. Dies ist aber für eine humane und mit Moral versehene Gesellschaft nicht mehr tragbar.

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