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„Frischfleisch für Sexmonster“

„Frischfleisch für Sexmonster“

 Weil er das Thema Asyl und Sexualität thematisierte, erhielt der Flüchtlingshelfer Armin Mutschlechner Morddrohungen aus aller Welt. Nun erklärt er sein „Experiment“ für beendet.

Von Anton Rainer

Als Armin Mutschlechner seinen „Aufruf“ veröffentlichte, war er selbst darüber erstaunt, wie wenig er dafür einstecken musste. „Es ist ein Versuch, von dem ich nicht weiß, was an Rückmeldungen kommt“, schrieb der Flüchtlingshelfer am Donnerstag – und hatte doch eine ungefähre Vorstellung: „Mit einem Shitstorm hatte ich gerechnet“, sagt Mutschlechner, „aber anfangs blieben die negativen Rückmeldungen aus.“

Eigentlich erstaunlich: Unter dem provokanten Titel „Gesucht und g’funden“ hatte der Mühlbacher Jugendarbeiter am Donnerstag eine Art Partnerschaftsanzeige verfasst, die sich wie ein Stich ins „rechte“ Wespennest liest: „Frauen die mit Asylwerbern in Beziehung treten, Gespräche, Zärtlichkeiten oder Sex haben möchten“, schrieb Mutschlechner, „können sich bei mir melden.“ Und im Gespräch mit der TAGESZEITUNG erklärte er: „Vielleicht findet sich ja die eine oder andere, die Interesse an einem Treffen hat.“

Interessenten fanden sich tatsächlich, allerdings eher politischer als romantischer Natur. Innerhalb kürzester Zeit wurde das TAGESZEITUNG-Interview auf einschlägigen Webseiten herumgereicht, sie tragen Namen wie „islamnixgut.com“ und „politikversagen.net“ – und sehen hinter der ungelenken Partnerschaftsanzeige die neusten Auswüchse eines „verrückten Asyl-Irrsinns.“

Unter dem Titel „Südtiroler sucht Frischfleisch für Illegale“ verfasst „Politically Incorrect“, einer der bedeutendsten rechtsextremen Blogs im deutschsprachigen Raum eine Hetzschrift, die weite Kreise zieht. Von „Sexmonstern“ und „Fick-Fleisch“ ist darin die Rede, gleich zweimal werden Mail-Adresse und Telefonnummer des „Invasionshelfers aus Südtirol“ erwähnt.

Die Aufforderung, sich bei ihm zu melden, muss gar nicht erst ausgesprochen werden – die rund 230 Kommentatoren wissen, was sie zu tun haben.

LESEN SIE DEN GANZEN ARTIKEL IN DER PRINT-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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