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    Flirt mit Casa Pound

    WAHL 16 Baur Christoph 05

    Bozens Vize-BM Christoph Baur sorgt mit einem Annäherungsversuch an Casa Pound für Diskussionen.

    Als bedenklich stuft die Junge Süd-Tiroler Freiheit die Aussagen von Bozens Vizebürgermeister Christoph Baur ein. Dieser denkt laut Tageszeitung „Alto Adige“ darüber nach, von Fall zu Fall den Dialog mit der Partei Casapound zu suchen. „Deren Exponenten sehen sich selbst als Faschisten des dritten Jahrtausends. Mehrere Funktionäre der Partei sind aufgrund von Gewaltakten und Aufmärschen rechtskräftig schon mehrmals verurteilt worden“, so die STF-Jugend.

    „Die Partei Casapound stellt die Werte der Demokratie infrage und liegt somit weit entfernt vom demokratischen Spektrum!“, gibt Christoph Mitterhofer, Landesjugendleitungsmitglied der Jungen Süd-Tiroler Freiheit, zu bedenken. „Hier versuchen, Brücken zu schlagen, ist eindeutig ein falsches Signal!“, entgegnet er.

    Vizebürgermeister Baur schmälert mit solchen Aussagen seine Glaubwürdigkeit und seine demokratischen Wertverständnisse. Casapound als faschistische Bewegung gehört verboten und nicht in den Gemeinderat von Bozen.

    Diese jetzt auch noch aufzuwerten, indem man ankündigt, dass man von Fall zu Fall mit ihnen den Dialog suchen will, ist unverständlich für uns. Dies zeigt, wie schnell die rechtsextreme Ideologie wieder in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist!“

    Mitterhofer resümiert: „Casapound ist die Frucht einer nicht stattfindenden Geschichtsaufarbeitung und der Verharmlosung von extremem Gedankengut. Hier werden Werte unserer Gesellschaft mit Füßen getreten. Um so skandalöser ist das Gedankenspiel von Christoph Baur!“

    Kritik kommt auch von den Grünen. Sie sehen sogar die Koalition in Gefahr und stellen dem VBM die Rute ins Fenster.

    Die Grünen-Verdi-Verc/Projekt Bozen haben „mit Erstaunen und großer Sorge die Aussagen des Vize-Bürgermeisters Baur bezüglich einer politischen Öffnung gegenüber CasaPound entnommen“, heißt es in einer Aussendung.

    Weiter heißt es:

    „Wir haben mit einem gewissen Befremden die vielfach wiederholten Einladungen der Svp an die sogenannte moderate Rechte verfolgt,
    sie sind nun Teil einer Regierungsmehrheit von Mitte-Links, die ein Programm unterschrieben hat, welches eine Öffnung nach Mitte-Rechts explizit ausschließt, sie nehmen die Zustimmung des Gemeinderats Benussi zur Regierung und die Enthaltung von Giorgio Holzmann und CasaPound zur Kenntnis und sprechen sich nun vehement gegen eine Öffnung gegenüber einer politischen Kraft aus, die sich offen als faschistisch bezeichnet und den grundlegenden demokratischen Prinzipien und Werten mit Abscheu gegenübersteht.

    Diese andauernden politischen Annäherungsversuche an die Rechtsparteien widersprechen den Grundsätzen des Programm, das alle Regierungsparteien unterschrieben haben und auf das die Grünen-Verdi-Verc/Projekt Bz zurückverweisen.

    Für die Grünen-Verdi-Verc/Projekt Bz bleiben die politischen Bezugspunkte jene der Linken, sie werden diesbezüglich keine Kompromisse oder Ambiguitäten zulassen.

    Wir haben unsere Kompetenzen und unsere Ernsthaftigkeit der Stadt zur Verfügung gestellt, damit die städtische Verwaltung so rasch und konkret als möglich den alltäglichen und dringenden Bedürfnissen der Bevölkerung in den verschiedenen Stadtvierteln begegnen kann. Hier setzen wir an.“

    Was Christoph Baur sagt, lesen Sie am Dienstag in der Print-Ausgabe.

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    Kommentare (10)

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    • meinemeinung

      Baur hat vollkommen recht ,man kann Casapound nicht rechts stehen lassen,
      den Wind aus den Segeln bekommt man nur wenn man mit ihnen zusammen oder mit einbindet ,keine Zusammenarbeit verschärft den Zustand in Bozen noch mehr und diese Gruppe wird noch radikaler .
      Die Gruppe hat sich Formiert weil man Sie nicht beachtet hat und eine gewisse Forderungen nicht erfüllt wurden .Casapound kommt nicht von irgendwo die werden gemacht .

    • andreas

      Casapound mit deren Ikone Bonazza gehören verklagt und verboten.
      Er hat in einem Radiointerview Mussolini verherrlicht und wurde bei einer Kundgebung von Salvini gefilmt, als er den Hi..lergruß verwendete. Auch wurde einer verdroschen, weil er das falsche Leid auf seinem Handy laufen hatte.

      Sich Radikalen anbiedern ist wohl so das Letzte was mir einfallen würde.
      Wie verzweifelt muss die SVP BZ eigentlich sein, um auf solche glorreiche Ideen zu kommen?

    • mannik

      Auszug aus der Pressemitteilung der Gemeinde, nur der Richtigkeit halber:
      „Auf die Frage wie der „Dialog“ zwischen Vizebürgermeister Baur und „Casa Pound“ aussehen soll, präzisieren Bürgermeister Caramaschi und Vizebürgermeister Baur, dass die Vertreter der Gruppierung von der Bevölkerung in den Gemeinderat gewählt worden. „Auch wenn ich mich ideell und politisch von der Weltanschauung der Vertreter von Casa Pound distanziere, darf ich nicht vergessen, dass diese von den Bürgern gewählt worden sind und ihre Anliegen angehört werden müssen. Dies verlangen die Spielregeln der Demokratie“ – so Baur.

      • andreas

        Klingt recht logisch, doch dass sie gewählt wurden zeigt eigentlich nur, dass es noch genügend „Italia“ und „Crucchi di merda“ Schreier am Siegesplatz gibt, wenn die Altherrentruppe von Italien mal wieder zufällig ein Fußballspiel gewinnt.
        Deshalb haben sie aber noch lange keine Legitimation, wenn sie sich so offen zum Faschismus bekennen.

    • franz

      Mit Grünen und „Casa Pound“ in der Regierung sind die Chancen groß, dass der Kommissar zurück kommt..:-)

    • franz

      Übrigens kaum zu glauben, dass es so viele Faschisten gibt, die Casa Pount gewählt hebn.

    • mairwalter

      Abgesehen, dass Baur als VIZEBÜRGERMEISTER nicht einmal imstande ist, einen einzigen richtigen Satz von sich zu geben, scheint er wirklich als „Ministrant“ von Steger sich derartig vor den Karren spannen zu lassen, dass mir übel wird. Und der „VIZE“ merkt das gar nicht einmal!! Steger versucht mit aller Kraft, den letzten „politischen Strohhalm“, der ihm noch geblieben ist zu erhaschen! Anders kann ich mir dieses Kasperletheater nicht erklären. Ich wiederhole mich: Wer sich als Südtiroler mit Gruppierungen, Parteien oder sonstigen Firlefanz der faschistischen Szene zusammen tun will, ist entweder dement oder er sehnt sich so nach Macht, dass er ALLES vergisst was unsere Vorfahren für ein „freies Südtirol“ mitgemacht haben! Peinlicher kann man wirklich nicht mehr sein…

      • mannik

        Erstens stammt der Text aus einer Pressemitteilung, d.h. Sie müssen schon eventuell den Verfasser der Zeilen (das Presseamt der Gemeinde) bei den Ohren nehmen, zweitens distanziert er sich von CasaPound, wenn Sie wirklich alles gelesen haben. „Zuhören“ gehört tatsächlich zu den demokratischen Spielregeln. Ganz egal was man mit dem Gehörten macht.

    • mairwalter

      @mannik
      >>>Dieser denkt laut Tageszeitung „Alto Adige“ darüber nach, von Fall zu Fall den Dialog mit der Partei Casapound zu suchen<<<
      Wieso sollte ich den Verfasser der Zeilen bei den Ohren nehmen?.War das die Aussage von Baur oder nicht? Wenn ja, was ich mal annehme, dann ist meine Kritik berechtigt! Ihre "Rüge" ist somit komplett Sinn frei!! 🙂

    • gerecht

      es ist leider so realität …
      bist du nicht willig so brauche ich gewalt …

      oder es versuche es zu verheimlichen (Politikergelder, usw)
      oder die Mitbürger für dumm zu halten …

      viele sind das die Befürworter des FH BZ,

      sogar auf Kosten der Gesundheit einzusparren
      um seiner eigens zubegünstigen

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