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    EU an der Grenze?

    Bearbeitet 7Kürzlich fand im Schloss Maretsch in Bozen die Podiumsdiskussion „EU an der GRENZE?! Junge Visionen für die Zukunft“ statt – mit hochkarätigen Gästen.

    Bei der Podiumsdiskussion diskutierten Franz Fischler, Präsident des Europäischen Forums Alpbach, Oktavia Brugger, Journalistin, Jasmin Ladurner, Mitarbeiterin der Parteizentrale der Europäischen Volkspartei, und Sebastian Seehauser, ehemaliger Präsident der Jugend Europäischer Volksgruppen, unter welchen Voraussetzungen ein gemeinsames Europa Zukunft hat. Günther Pallaver, Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck, moderierte die Podiumsdiskussion, die der Südtiroler Jugendring organisiert hatte.

    Gleich eingangs stellte Pallaver die provokante Frage, ob die Jüngeren die „besseren Europäerinnen und Europäer“ seien. Schließlich haben laut statistischen Daten Jüngere mehr Vertrauen in die EU. Laut Franz Fischler sei dies darauf zurückzuführen, dass die Jugend mobiler sei, öfter ins Ausland reise und kaum sprachliche Hürden habe. Oktavia Brugger ergänzte, dass das „Erasmusprogramm“ diesbezüglich eine große Rolle spiele.

    Bearbeitet 6Ladurner zufolge kenne die jüngere Generation die Vorteile der EU, seien es die Reisefreiheit oder der Binnenmarkt, dennoch würde die Union ohne Sicherung von Wohlstand und Beschäftigung langfristig nicht überzeugen können. Strukturreformen sowie schnellere und effizientere Abläufe wären daher notwendig. Seehauser kritisierte, dass die EU die Jugend zu oft vernachlässige. So habe sich z.B. die Jugendarbeitslosigkeit nur wenig verbessert.

    Heftig diskutiert wurde auch die Frage, ob Europa am Nationalismus bzw. an nationalen Egoismen zerbreche. Fischler bemängelte die Übernahme der populistischen Argumente durch die Parteien der Mitte. Oktavia Brugger fürchtete, dass der Nationalismus bewusst geschürt werde, um davon abzulenken, dass die Wirtschaftskrise noch nicht gelöst sei.

    Überlegungen gab es zudem hinsichtlich der Frage, was Europa brauche. Allgemeine Antworten fanden sich hinsichtlich der Weiterentwicklung der EU und seiner Gremien und einer gemeinsamen Außen- und Sozialpolitik. Hierfür brauche es einen gemeinsamen Traum, der realisierbar sei sowie Leitfiguren, die für dieses Europa brennen. Seehauser erhofft sich, dass Jugendthemen politisch nicht nur leere Versprechungen bleiben, sondern verstärkt auch realisiert werden.

    Martina De Zordo, SJR-Vorsitzende, dankte den Podiumsdiskussionsteilnehmer/innen und Günther Pallaver für ihre wertvollen Inputs. Sie zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme am 10. Maretscher Gespräch, die zeige, dass der SJR ein brandaktuelles Thema aufgegriffen habe.

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