Du befindest dich hier: Home » Südtirol » Gebremste Alemagna

    Gebremste Alemagna

    18-alemagnaEin Politiker aus dem Veneto wollte die Verlängerung der Alemagna-Autobahn ins Pustertal auf EU-Ebene voranbringen. Doch das Parlament hat dem Vorhaben eine klare Absage erteilt.

    von Heinrich Schwarz

    Die Diskussion um die Verlängerung der Alemagna-Autobahn von Belluno über das Pustertal und Österreich bis nach München ist in den letzten Monaten wieder aufgeflammt. Die Offensive für die alpenquerende Autobahn geht vor allem von Wirtschaftstreibenden im Veneto aus. Eine Vereinigung mit dem Namen „Vivaio Dolomiti“ wurde gegründet. An vorderster Front mit dabei ist interessanterweise Giovanni Campeol, der bis 2011 noch Generalsekretär der Dolomiten-Weltnaturerbe-Stiftung war.

    Herbert Dorfmann

    Herbert Dorfmann

    Auf politischer Ebene kämpft der EU-Parlamentarier Remo Sernagiotto für die Verlängerung der Alemagna. Das Großprojekt wollte er im Bericht zum Strategieplan der Makroregion Alpenraum (EUSALP) unterbringen. Die EUSALP, in der insgesamt 48 Regionen aus sieben Ländern – Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien, Schweiz und Liechtenstein – vertreten sind, ist seit Januar dieses Jahres aktiv. Ziel der Alpenraumstrategie ist eine bessere Zusammenarbeit in Bereichen, in denen alle Gebiete vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

    Am Donnerstag hat das Europäische Parlament über den Bericht zur zukünftigen Gestaltung der EUSALP abgestimmt. Remo Sernagiotto hat dabei mehrere Änderungsanträge eingereicht. Unter anderem solle der Verlängerung der Alemagna-Autobahn vonseiten der EU Vorrang eingeräumt werden.

    „Das Europäische Parlament hat dazu eine klare Absage erteilt. Eine Verlängerung der Alemagna Richtung Norden würde, so das Europäische Parlament, nicht der Grundausrichtung der Verkehrspolitik in den Alpen entsprechen und sollte daher auch nicht von der EU finanziert werden“, betont Südtirols EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann.

    Er berichtet von einem aggressiven Ton der Befürworter gegenüber Südtirol: „Sie sagen, wir lehnen die Verlängerung nur ab, damit uns keine Einnahmen auf der Brennerautobahn entgehen. Wir Südtiroler würden über die Belluneser schaffen. Die ganze Geschichte ist ziemlich populistisch.“

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE DEN VERBALEN SCHLAGABTAUSCH ZWISCHEN DORFMANN UND SERNAGIOTTO. LAUT LETZTEREM IST DIE ALEMAGNA-DISKUSSION JETZT ERST RICHTIG LOSGEGANGEN.

    Clip to Evernote

    Kommentare (2)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • latemarbz

      So sind die Wirtschaftstreibenden: was sie haben ist immer das Falsche und immer zu wenig! Nun haben sie im Veneto drei Flughäfen: Treviso, Venedig und Verona, nun wolle sie eine längere Alemagna-Autobahn. Die Grenzübergänge Tarvis und Brenner sind ihnen scheinbar zu wenig!

    • andreas69

      Als Alternative zum Flughafen und als Entlastung der Brennerachse wäre sie gut!. So könnten die Reichen aus Oberitalien schneller ins Gadertal und Grödental zum Urlaub kommen. Vielleicht gibt es auch hier bald eine Volksabstimmung.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen