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Drohnen am Berg

Foto: IDM - Villgrattner

Foto: IDM – Villgrattner

Mit innovativer Technik am Berg Leben retten: Nahe der Plosehütte auf 2.500 Metern Höhe gab es einen Einsatztest für Drohnen.

Vermisste suchen, Lagebilder übermitteln, lebensrettendes Sanitätsmaterial liefern: Was Drohnen in der Bergrettung heute bereits alles leisten können, wurde vor kurzem nahe der Plosehütte bei Brixen eindrucksvoll demonstriert. Auf 2.500 Metern Höhe ging dort die Veranstaltung „Technology Check: Der Einsatz vom Drohnen im Notfall“ über die Bühne, organisiert von der Arbeitsgruppe „Drohnen“ im Ökosystem Alpine Technologien – Zivilschutz & Alpine Sicherheit von IDM Südtirol gemeinsam mit der Südtiroler Berg- und Höhlenrettung (CNSAS).

Professionelle Piloten sammelten dabei Einsatzerfahrung im hochalpinen Gelände und tauschten sich mit erfahrenen Einsatzkräften darüber aus, wie Drohnentechnologie bei der Rettung aus Bergnot am besten eingesetzt werden kann.

Drohnen in der Bergrettung punkten vor allem dann, wenn es um Rettungseinsätze in schwer zugänglichem Gelände oder in Gefahrenzonen geht. Sie sind schnell einsatzfähig, durchkämmen innerhalb von Minuten große Flächen, erreichen punktgenau ihr Ziel und transportieren dabei sogar Lasten. Zudem haben sie im Vergleich zu anderen Einsatzmitteln wie etwa Hubschraubern relativ geringe Anschaffungs- und Betriebskosten.

Foto: Soleon

Foto: Soleon

Da lag es nur nahe, dass die Arbeitsgruppe „Drohnen“ den Südtiroler Bergrettungsorganisationen und Zivilschutz-Experten hautnah aufzeigen wollte, welche Einsatzmöglichkeiten es für die neue Technologie bei Notfällen am Berg gibt.

Über 30 erfahrene Einsatzkräfte der Bergrettung Südtirol, des Roten Kreuzes und der Carabinieri sowie internationale Zivilschutzpartner waren mit dabei, als sechs Südtiroler Profipiloten vor Ort praktische Beispiele aufzeigten, mit denen Bergrettungsstellen im Alltag regelmäßig konfrontiert sind. Vorgestellt wurden diverse Drohnenmodelle mit verschiedensten Funktions- und Einsatzmöglichkeiten.

So flog etwa eine Drohne mit einer Wärmebildkamera durch dichten Nebel, eine andere kann Einsatzmaterial wie z.B. einen Erste-Hilfe-Koffer transportieren, mit dem Bildmaterial einer dritten kann ein 3D-Modell des überflogenen Geländes erstellt werden und eine weitere kann Live-Bilder an die Einsatzzentrale übermitteln. Als sehr nützlich eingestuft wurde von allen Beteiligten auch die Möglichkeit, mithilfe der Drohnen die Leistungen während eines Einsatzes besser zu dokumentieren.

Die Teilnehmer am Event zeigten sich sehr beeindruckt vom Können der fliegenden Bergretter. Besonders hervorgehoben wurde der zeitliche Vorsprung, den der Einsatz der Drohnen beim Rettungseinsatz herausholen kann: „Moderne Technik rettet Leben. Sobald der Einsatzleiter ein Lagebild erhält, können Bergretter bei einer Suchaktion gezielt zum Einsatzort geschickt werden. So kann verhindert werden, dass sich die Einsatzkräfte an einen falschen Ort begeben, wodurch sie kostbare Zeit verlieren“, sagte Giorgio Gaier, der neue Präsident der Südtiroler Berg- und Höhlenrettung.

24 zertifizierte professionelle Piloten gibt es derzeit in Südtirol, sechs Unternehmen engagieren sich gemeinsam mit der EURAC, der Freien Universität Bozen, der Agentur für Bevölkerungsschutz und der Zivilluftfahrtbehörde ENAC in der Arbeitsgruppe „Drohnen“ der IDM Südtirol: „Gemeinsam entwickeln die Mitglieder unserer Arbeitsgruppe neue Technologien und setzen Schritte, um den Markt im Alpenraum zu erobern. Hier setzen wir vor allem auf Drohnen, die im extremen Gelände funktionieren – eine sehr dankbare Marktlücke, die wir besetzen möchten“, erklärt Sebastian Mayrgündter, Koordinator der Arbeitsgruppe bei IDM.

In Kürze werde man eine Erhebung unter den 24 heimischen Drohnen-Piloten durchführen, um zu sehen, welche Business-Möglichkeiten diese neuen Technologien derzeit bereits bieten und wie man diesen Bereich am effizientesten und nachhaltigsten in seiner Entwicklung unterstützen kann.

„Eine wichtige Säule dabei wird der ‚Extrem Environment Simulator‘ sein, der ab 2018 im NOI Techpark in Bozen stehen und die technologische Entwicklung vorantreiben wird“, so Mayrgündter. Den Teilnehmern des Events wurde dieser Simulator bereits vorab von Andrea Vilardi von der EURAC präsentiert.

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