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    „Nicht über mich abgestimmt“

    Richard Theiner, Arno Konpatscher und Florian Mussner

    Richard Theiner, Arno Konpatscher und Florian Mussner

    LH Arno Kompatscher macht im Anschluss an das Referendums-Ergebnis gute Miene zum bösen Spiel – und spricht von einem „klaren Ergebnis“.

    Die Entscheidung, ein Referendum zum Flughafen abzuhalten, sei richtig gewesen, sagte Arno Kompatscher am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz. Dies habe sich auch an der relativ hohen Wahlbeteiligung gezeigt.

    „Die Bevölkerung wollte mitbestimmen“, zeigte sich der LH überzeugt.

    Das Ergebnis – 71 Prozent stimmten mit Nein – bezeichnete der LH als „eindeutig“. Es lasse „nichts zu wünschen übrig“. „Das klare Ergebnis sehen wir als klaren Auftrag durch die Bevölkerung“, so Kompatscher.

    Das Land ziehe sich damit aus dem Flughafen zurück. Es gebe keine öffentliche Führung des Airports mehr und auch keinen öffentlich finanzierten Ausbau.

    Persönlich habe er für das Gesetz geworben,weil er es für die bessere Variante gehalten habe. „Wir konnten die Bevölkerung aber nicht von unserem Konzept überzeugen“, bekannte der LH.

    Verkehrslandesrat Florian Mussner kündigte an, „von nun an noch stärker auf Bus und Schiene“ setzen zu wollen.

    Auch die zukünftigen Konzessionäre müssten sich an die Regeln halten, betonte Landesrat Richard Theiner. Die bereits genehmigte Verlängerung der Piste um 30 Meter werde nicht umgesetzt. Auch das diesbezügliche UVP-Verfahren werde von den Ämtern archiviert.

    Vor dem Landhaus hielten die Flughafen-Gegner ein kurzzeitiges Hupkonzert ab, das auch von innen deutlich zu hören war. Der LH war trotz der Niederlage zum Scherzen aufgelegt: „Das hat wohl nichts mit der Europameisterschaft zu tun.“

    Es sei „nicht über mich abgestimmt worden“, antwortete der LH auf die Frage, wie er sich das Ergebnis angesichts seiner vielen Auftritte für den Airport erklären könne – und was es über seine Popularität aussage.

    Othmar Michaeler

    Othmar Michaeler

    ABD-Präsident Othmar Michaeler bedauerte den Wahlausgang und sprach von einem „sehr deutlichen Ergebnis“. Es gehe nun darum, „den Flughafen so abzuzwicken, wie wir es vor der Wahl klar angekündigt haben“.

    Das Land ziehe sich aus der ABD zurück und es werde eine öffentliche Ausschreibung geben. „Wie die Ausschreibung ausgehen wird, wissen wir nicht“, so Michaeler. Einen „Plan B“ habe man nicht ausgearbeitet.

    Seinen Rücktritt als ABD-Präsident schloss Michaeler zwar nicht aus. „Jetzt ist aber der falsche Zeitpunkt für Personaldiskussionen.“

    „Wenn es keine Interessenten gibt, wird die Konzession an die staatliche Behörde zurückgegeben“, kündigte der LH an.

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    Kommentare (12)

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    • naomi

      Wo bleibt der SVP-Sager:
      „wir nehmen das Ergebnis mit Demut an“ ?

    • der ist fürs achammerle reserviert

    • susi

      Man hat keinen Plan B. Man weiß nicht wie es weitergeht.
      Und das sagt der Präsident des Flughafens? Geht’s noch?

    • gredner

      Keine Angst Arno, ber dich wird auch noch AB-gestimmt. 🙂

    • gerry

      Das Wichtigste für uns Flughafengegner ist dass man die Wahl mit Respekt annimmt . Es wäre für unser Land sehr schlecht würde man jetzt die vielen Wähler durch verdeckte Aktionen täuschen.

    • realist

      So wie`s ist, ist`s gut

      Klar, verständlich u. vor allem Auftrag an die Politik die Bevölkerung ernst zu nehmen, in jeder Hinsicht.

      Gut, dass ein Referendum darüber entschieden hat.

    • issy

      Kompatscher hat den offensichtlich fehlgeschlagenen Aufbau dieses Flughafens nicht veranlasst, das war sein Vorgänger.
      Kompatscher war für das JA, weil er der Meinung war, es wurde schon so viel Geld reingespuckt, es wäre Schade wenn jetzt nur mehr wenig fehlen würde, bis der Flughafen tatsächlich wenigstens aus den roten Zahlen kommen würde.
      Das war seine Meinung, die zu respektieren ist.

      Das Volk wollte aber wohl ein Zeichen setzen, damit in Zukunft solche größenwahnsinnige Projekte auf Kosten der Steuerzahler erst gar nicht mehr in Angriff genommen werden.
      Das ist meine Interpretation des klaren Ausganges dieses Referendums.

      • criticus

        @issy sie haben recht, wenn schon trifft es hauptsächlich Durnwalder und die damalige Regierung. Es wäre jetzt ungerecht den derzeitigen Landeshauptmann die Schuld in die Schuhe zu schieben. Sein Vorschlag für die Abstimmung war ja in Ordnung. Was für mich der größte Blödsinn war, war der Vorschlag Achammers, in jedem Dorf einen „Flugplatz-Gauleiter“ zu bestimmen. Was die Ladiner betrifft, so werden wohl sie in Zukunft den Flugplatz finanzieren, oder Herr Bürgermeister aus Wolkenstein? Und sie Herr Pinzger, wer hat emotional die Zeitungen mit Werbung für das Ja bombardiert?
        Aber da jetzt Geld übrig ist mache ich einen Vorschlag: Vielleicht wäre es einmal angebracht, dass die Gärten von Trautmannsdorf einen ordentlichen Gehsteig von den Parkplätzen bis zum Eingang bekommen. Tausende Menschen müssen mit den Kindern auf der Straße zum Eingang gehen. Sehen Sie, das sind Probleme die unsere Touristikmanager (wir haben ja so viele) leider nie sehen.

    • checker

      Überspannt den Bogen nur nicht, Kompatscher hat sich sehr korrekt verhalten.
      Es wurde hier keine Vertrauensfrage gestellt. Wenn das Volk gern vermehrt
      politisch mitbestimmen will, a la Schweiz, so wäre das sehr zu begrüssen.
      Wir haben europaweit ein starkes Demokratiedefizit und das Volk wird mehr denn
      je benötigt.TTIP, Ceta, Aussenpolitik, Eu, Finanzsystem, Schuldenproblematik, Arbeitsplätze und nicht zuletzt das
      Megathema Pensionen. Es gibt sehr viel zu tun…
      Jetzt schlappmachen wäre nicht gut. Der Bürger muss überzeugt sein, dass seine Stimme etwas verändern kann.
      Je mehr Demokratie desto besser. Die Probleme die wir in Europa haben sind einzig und allein diesem Defizit geschuldet.
      Demnach haben wir ein leuchtendes Beispiel der Mitbestimmung gesehen. Möge es so bleiben.

    • think_

      Überragendes Ergebnis der NEIN-Wähler! Fantastisch! Arno Kompatscher hätte sich als Landeshauptmann (für alle) im Vorfeld der Volksabstimmung neutral verhalten sollen. Schade, dass er es nicht getan hat…

    • ahaa

      Anscheinend wird hier jetzt viel gelöscht.Wieso denn blos?

    • hells_bells

      @ahaa

      Vielleicht antwortet ja Herr Tribus persönlich hier auf deine Frage!

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