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    „Sorge war groß“

    imageWas der Rechtsanwalt von Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder, Gerhard Brandstätter, zum Urteil sagt.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Brandstätter, Ihr Kommentar zum Urteil im Fall Durnwalder?

    Gerhard Brandstätter: Ich habe großen Respekt vor dem Richtersenat, der diesen Prozess sehr professionell geführt hat. Es war kein einfacher Prozess.

    Was meinen Sie damit?

    Es war kein leichter Prozess, weil alle Akteure im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden haben. Wir waren aber immer der Überzeugung, dass der Alt-Landeshauptmann unschuldig ist. Die Beweislage war eindeutig.

    Dennoch haben Sie und der Alt-Landeshauptmann eine Verurteilung befürchtet …

    Sagen wir es so: Nachdem man sich verschiedentlich auf eine Rechtsprechung berufen hat, die italienweit praktiziert wurde, die aber mit dem Fall Durnwalder meritorisch überhaupt nichts zu tun hat, war die Sorge groß, dass es zu einer Teilverurteilung kommen könnte.

    Und jetzt? Wird die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen?

    Das wird man sehen. Zunächst muss man die Urteilsbegründung abwarten. Diese wird spätestens in 90 Tagen vorliegen. Ich hoffe und ich glaube nicht, dass die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen wird. Das hieße nämlich, noch einmal die Beweisführung zu beginnen. Ich glaube nicht, dass sich die Staatsanwaltschaft dies antut.

    Wie hat Durnwalder reagiert, als Sie ihn angerufen haben?

    Er war natürlich erleichtert, die vergangenen Jahre waren ein große Belastung für ihn, auch wenn er dies nicht immer gezeigt hat. 

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass es Bestrebungen gab, den Fall so zu lösen, indem der Alt-LH seine Schuld eingesteht, im Gegenzug hätte er „nur“ einen Schadenersatz zahlen müssen …

    Wir haben einen wie auch immer gearteten Vergleich oder eine Strafzumessung immer ausgeschlossen, weil dies einem Schuldeingeständnis gleichgekommen wäre. Unsere Stoßrichtung war: Wir wollen das Gericht von der Unschuld Durnwalders überzeugen. Das ist uns gelungen.

    Was war entscheidend?

    Ich denke, es war unsere Beweisführung. Es gibt keinen Zeugen in diesem Prozess, der ausgesagt hat, dass Luis Durnwalder sich bereichert hätte. Damit hat der Vorsatz zu bröckeln begonnen. Wichtig war auch die Aussage des ehemaligen Oberstaatsanwaltes Cuno Tarfusser. Alle wussten seit Jahrzehnten Bescheid über die Verwaltung des Sonderfonds, es hat nie Beanstandungen gegeben, auch nicht vonseiten des Rechnungshofes. 

    Interview: Artur Oberhofer

     

     

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