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    Hoppala, Herr Obmann

    imageLanafruit-Obmann Norbert Schnitzer wurde dabei ertappt, wie er seinen Dieseltank im Dorfbach putzte und damit das Gewässer verunreinigte. Der Fall wurde den Behörden gemeldet. Alle Beteiligten sind auf Tauchstation gegangen.

    von Karin Gamper

    Der Vorfall ist seit Tagen Dorfgespräch Nummer Eins in Lana:

    Norbert Schnitzer, seines Zeichens einflussreicher Obmann der Obstgenossenschaft Lanafruit, wurde dabei ertappt, wie er verbotenerweise seinen Dieseltank in einem Waal in Mitterlana reinigte. Der Schaden, den der frühere SVP-Bezirksobmann damit an der Fischpopulation angerichtet hat, muss erst noch ermittelt werden. Jedenfalls wurde der Vorfall dem Amt für Jagd und Fischerei, dem Amt für Gewässerschutz und den Carabinieri gemeldet. Diese untersuchen das Geschehene, ebenso die Gemeindepolizei.

    Der Vorfall selbst ereignete sich bereits am Donnerstag und Freitag vergangener Woche.

    Der üble Geruch in der Bozner- und Ifingerstraße fiel am Donnerstag zunächst einigen Passanten und Anrainern auf. Es gingen mehrere Hinweise bei der örtlichen Feuerwehr und auch bei der Ortspolizei ein. Die Feuerwehr rückte zwei Mal mit einem Spezialgerät aus, um die Ursache für die Geruchsbelästigung herauszufinden. Dabei wurden Dieselspuren im Dorfbach in Mitterlana gefunden. Die Wehrleute errichteten eine Ölsperre.
    Tags darauf führte die Feuerwehr am Waal eine neuerliche Kontrolle durch, und es war erneut Diesel-Treibstoff im Bach. Die Männer folgten dem Wasserlauf und entdeckten den Verursacher, der offenbar einige Nafta-Fässer ausgespritzt hatte.
    Es gibt nicht Wenige im Ort, die es dem stets selbstsicheren Lananer Großbauern gönnen, in diese einigermaßen peinliche Situation geraten zu sein. Viele Landwirte ärgern sich aber auch. Denn: der große Teil der Bauern hält sich an die Regeln. Das Verhalten des Genossenschaftsobmannes dagegen wirft kein gutes Licht auf den Bauernstand: „Das Ganze ist eine Sauerei“, ärgert sich beispielsweise ein Lananer Landwirt, „ich verstehe nicht, was er sich dabei gedacht hat“.
    Dieser Meinung sind in der Marktgemeinde mehrere, doch öffentlich zu sagen traut sich das niemand. Denn seit bekannt wurde, dass Norbert Schnitzer der Urheber der Verunreinigung im Dorfbach ist, ist das große Schweigen ausgebrochen. Die Forststation Lana weiß von nichts, der Fischereiverein verweist auf die Carabinieri, und auch sonst will sich niemand öffentlich äußern. Kurzum: alle Beteiligten sind auf Tauchstation gegangen.

    Norbert Schnitzer selbst ist in Urlaub und war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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    Kommentare (23)

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    • erich

      Es ist immer das selbe, die mit dem Finger auf andere zeigen, haben selber am meisten zu verstecken!

    • criticus

      Ja Herr Schnitzer, was nun? Es gibt keinen Durnwalder mehr der alles ausbügelt!

    • susi

      Schlimm solche Menschen!
      Hoffentlich kriegt er eine saftige Verurteilung.

    • einereiner

      So ein Depp. Reste in Dieselfässern kippt man zusammen und verwendet den dreckigen Diesel als Kettenschmiermittel. Oder bringt diese zum Recyclinghof. Es gibt keine Grund Dieselfässer mit Wasser auszuspülen.

    • mairwalter

      „Gesetze sind wie Spinnennetze,die kleine Fliegen fangen mögen, aber Wespen und Hornissen durchbrechen lassen“ 🙂
      Jonathan Swift

    • realist

      Ganz gleich wer Norbert Schnitzer ist od. einmal war.

      Schweigen u. in Urlaub fahren ist so ziemlich das schäbigste was man tun kann.

      Er sollte sich öffentlich entschuldigen u. zusätzlich zu einer saftigen Strafe, für einen wohltätigen Zweck etwas beitragen.
      Das wäre das allermindeste.

      Die Folgen, die Er u. seine Berufskollegen daraus ziehen, werden Ausdruck darüber geben, wie man diese Vorgangsweise bewertet.

      Eine öffentliche Entschuldigung auch gegenüber all den anderen Landwirten, welche die Natur respektieren u. schützen.

      Man kann`s einfach nicht verstehen, dass das „so“ gemacht wird.
      Dabei wäre es so einfach diese Reste zu entsorgen.

    • markp.

      Also ich will den Wahrheitsgehalt nicht in Frage stellen, nur wie der Artikel geschrieben ist, wird man nicht ganz schlau.

      Vielleicht hilft mir ein Lanaansässiger. Wie sind die Feuerwehrleute drauf gekommen, daß es der Schnitzer war? Wurde er auf frischer Tat ertappt oder führen lediglich Spuren zu seinem Unternehmen zu der Vermutung? Wie ist bewiesen, daß es wirklich der Schnitzer selber und nicht ein Mitarbeiter oder jemand aus der Familie war?
      Und wie ist das mit dem Urlaub? Ist der Urlaub kurzfristig nach Bekanntwerden organisiert worden, oder war Schnitzer – während man ihm auf die Schliche kam – schon in Urlaub?

      Wie gesagt zweifle ich nicht am Wahrheitsgehalt, aber eine journalistische Meisterleistung ist der Artikel nicht. Da sind zuviele Fragen offen…

      • meintag

        Wenn Dummheit wehtut und dabei Zwei trifft tuts doppelt weh nicht?
        Vor Tagen wurde in Lana ein Fischsterben beobachtet welchem man von den verschiedenen Seiten nachgegangen ist. Ob hier ein Angestellter des erwähnten landwirtschaflichen Betriebs oder der Betriebsinhaber selbst der Verursacher ist ist zweitrangig. Dass die Verunreinigung stattgefunden hat und durch Kontrollen herausgekommenen ist woher und es von einer im politischen lebenden Person herrührt zeigt den Grund der Annahme dass hier der Versuch einer Vertuschung vorliegt.
        Ansonsten markp. kannst du dich bei den erwähnten Behörden informieren sollltest auch du keine weiteren Infos erhalten kannst du auf einen gewissen Wahrheitsgehalt des Artikels schliessen.

        • markp.

          Hallo „meint“ mit Weisheit vollgefressener Weisheitspingel. Lesen können soll helfen. Aber für dich nochmals: ich schrieb DEUTLICH dass ich am Wahrheitsgehalt der Sache an sich NICHT anzweifle. Und zum anderen ist Lana nicht der Nabel der Welt, dass man dort jeden kennen muss und wissen was passiert.
          Und es macht SEHR WOHL einen Unterschied, ob es Schnitzer selber oder jemand anders war.
          Wenn das nicht Lesen können weh tut, musst du ja dich vor Schmerzen nur so krümmen.

    • erbschleicher

      Das zum Thema unserer heiligen Bauern

    • guyfawkes

      Deine Landschaft.
      Deine Ernährung.
      Dein Genuss.
      Deine Wirtschaft.
      DEIN SÜDTIROLER BAUER.

      Wenigstens haben sie „Deine Umwelt.“ weggelassen….

    • bauchnoblwollwuzl

      Wie kommt es, dass in anderen Medien nichts von diesem Fall zu lesen ist? Ist „Südtirolnews“ und „STOL“ so sehr unter der Fuchtel von Schnitzer’s SVP?

    • ahaa

      Egal wer das macht,es sollte mit einer Haftstrafe geahndet werden.

      • yannis

        @ahaa
        9. Juni 2016 um 19:10

        nicht mehr, aber auf keinen Fall weniger !
        Dieserlei Typen sind dieselben die auch mit ihrer ewigen Spritzerei ganze Bienenvölker ausrotten, von anderen nützlichen Insekten ganz zu schweigen !

        • meintag

          Nicht nur die Bienen. Da so langsam aufkommt was in der Vergangenheit und auch noch derzeit von den Obstbauern an Mitteln angewandt werden müssten sie sich eigentlich schämen Obstbauer zu sein. Aufgrund grosser Konzerne scheuen sie nicht zurück die eigene Gattung Mensch zu vergiften. Mit den angewandten Pestiziden ist eine Paralelle zu den Deutechen im 2.WK sehr sehr nahe. Nur waren deren Metoden in sich humaner weil sie schneller wirkten um zum Tod zu führen.

    • morgenstern

      Gemeinsam mit der blauen Imagekampagne des SBB und solchen „umweltbewussten“ Privatinitiativen Einzelner unserer steuerprivilegierten Dauer Subventionsempfänger, ist die Landwirtschaft auf den besten Weg auch noch das Letzte vorhandene Quäntchen an Wertschätzung zu verspielen.

    • sascha

      Wie man schon lange weiss, ist herr schnitzer ein respektloser egomane. Der letzte der Generation Durnwalder. Lana wär eigentlich ein sehr schönes Dorf mit weltoffenen fairen Buergern. Leider gibt es einige der alten Garde. I bin Obmann, weil i brings Geld vom Lond. Es ist übrigens schon das 2. Mal dass Herr Schnitzer seine Fässer putzt. Man sollte aus christlicher Sicht niemand beschuldigen, aber Herr Schnitzer ist nicht zu belehren, das weiss man im Dorf. Vielleicht gibt ja bald eine neue Generation in Lana, welche nicht vom Durnwalder oder Bauernbund einen Gefallen bekommen hat: Es lebe die Demokratie Respekt vor Mensch, Umwelt und offener Meinung.

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