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    Das Strom-Dilemma

    Licht Glühbirne StromWarum die Verbraucherverbände negative Auswirkungen für die VerbraucherInnen im Zusammenhang mit der Abschaffung des „Geschützten Strommarkts“ befürchten.

    Am 1. Juni haben die Verbraucherverbände ACU, ADOC, Adusbef, Assoutenti, Casa del Consumatore, Codici, Federconsumatori, Lega Consumatori, Udicon, Unione Nazionale Consumatori und Verbraucherzentrale Südtirol dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung ein Schreiben übermittelt, in welchem sie um ein Treffen ersuchen.

    Die Verbraucherverbände befürchten negative Auswirkungen für die VerbraucherInnen im Zusammenhang mit der Abschaffung des „Geschützten Strommarkts“.

    1. Ab 1. Jänner 2018 werden alle Familien gezwungen sein, sich einen neuen Anbieter auf dem freien Markt zu suchen. Die große Mehrheit wird wahrscheinlich beim aktuellen Anbieter bleiben. So wird das Oligopol aus den Zeiten vor der Liberalisierung bestehen bleiben, das nahezu ein Monopol ist, mit dem Unterschied, dass das damalige Monopol eines von öffentlichen Gesellschaften war. Noch schlimmer wäre allerdings die Alternative, dass jene KundInnen, die keinen Anbieter wählen, ihren Strom vom „Schutzdienst, mit Preisen die einen Wechsel zum freien Markt anregen“ erhielten. Dieser Dienst hätte nämlich „sehr hohe Preise“, die absichtlich so hoch angesetzt würden, um die Familien zum Wechsel zu drängen.

    2. In beiden Fällen zeichnet sich als Folge eine Steigerung der Strom- und Gaspreise für die Haushaltskunden ab. Dies wird sich vor allem zu Lasten der schwachen Bevölkerungsschichten auswirken, da es für diese schwieriger ist, alle Klauseln sowie die nicht so offensichtlichen Aspekte eines Stromvertrags am freien Markt zu durchleuchten.

    3. Die Aufsichtsbehörde für Energie wird dann keine Referenzpreise für Energie und Gas mehr festlegen. Diese trimestral festgelegten Referenzpreise stellen eine Höhenmarke dar, die effektiv Absprachen zwischen den Anbietern verhindert. Ohne sie könnten die Anbieter ihre Preise ohne jeden Referenzwert festlegen.

    4. Außerdem ist der freie Energiemarkt nach wie vor Schauplatz von stark verbreiteten unfairen Handelspraktiken, und die Angebote sind nach wie vor ziemlich intransparent. Schwerwiegend auch, dass wir diese Missstände seit Jahren der zuständigen Aufsichtsbehörde, der Regierung und dem Parlament aufzeigen.

    Alle diese Kritikpunkte zeigen klar auf, welchen Risiken die BürgerInnen ausgesetzt wären, wenn der geschützte Markt auf die geplante Art und Weise und laut diesem Zeitplan abgeschafft würde, heißt es in einer Aussendung der Verbraucherzentrale Südtirol.

     

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