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„Bin verfluacht“

„Bin verfluacht“

Der Unterlandler SVP-Abgeordnete Oswald Schiefer kontert auf die Aussagen von LH Arno Kompatscher – und er stellt klar: „Ich bin seit 20 Jahren gegen den Bozner Flughafen.“

TAGESZEITUNG Online: Herr Schiefer, der Landeshauptmann zeigte sich im TAGESZEITUNG-Interview verwundert darüber, dass Sie sich öffentlich für die Plakataktion der SVP entschuldigt haben. Immerhin hätten Sie ja den Beschluss der Parteileitung mitgetragen …

Oswald Schiefer: Das entspricht nicht den Tatsachen.

Sondern?

Das Forum Flughafen in der SVP hatte ursprünglich eine Plakataktion zugunsten des Flughafens geplant. Nach mehreren Protesten vonseiten der Bezirke Unterland und Bozen – Ich hatte auch öffentlich gefordert, dass man uns damit in Ruhe lassen solle – hat mir der Landeshauptmann beim Bezirksmusikfest in Völs mitgeteilt, dass man nur mehr eine neutrale Plakataktion durchführen wolle, in der man die Bürger zur Teilnahme am Referendum aufruft. Ich habe diese Aktion begrüßt und auch in der Parteileitung zugestimmt.

Warum haben Sie sich dann dafür entschuldigt?

Ich habe mich nicht für die Plakataktion entschuldigt, sondern für die Parteizeitung ZIS, die – bis auf eine halbe Seite mit Helmuth Renzler – fast ausschließlich für den Flughafen Werbung macht. Die Werbeagentur, die das Heft gestaltet hat, wollte uns nur Platz für drei bis vier Testimonials einräumen. Dabei hatten wir schon den Text für acht Testimonials beisammen. Ich habe den Verantwortlichen dann am vergangenen Dienstag mitgeteilt, dass wir unter diesen Umständen und aus Zeitgründen darauf verzichten. Unsere Aussagen hätten unserer Meinung nach eine reine Alibi-Funktion gehabt und wir wären nur Steigbügelhalter für die Pro-Flughafen-Broschüre gewesen. Bei der Podiumsdiskussion zum Flughafen des Bauernbunds, des AVS, der Schützen und des HGV in Kurtatsch informierte ich die Anwesenden, dass die ZIS wahrscheinlich auch im Unterland-Überetsch verteilt wird. Dazu meine Äußerung: „Tut’s das entschuldigen und ignoriert die Zeitung einfach!“ Ich bin „verfluacht“– nicht nur über die Herausgabe des Hefts, sondern auch darüber, dass wir das nicht verhindern konnten. In der Tat befürchten wir dadurch große negative Rückschläge für die SVP, gerade im betroffenen Gebiet.

Arno Kompatscher meinte, Sie könnten stolz auf Ihre Partei sein, weil sie demokratisch über den Flughafen abstimmen lasse. Sind Sie stolz?

Ich habe das Referendum auf dem Parteitag in Meran befürwortet. Was ich aber bedauere, ist die Tatsache, dass sich die Landesregierung und die Partei nur in eine Richtung bewegen. Es gibt nicht nur Flughafen-Befürworter, sondern auch Gegner in der SVP.

Und im Unterland gibt es nur Flughafen-Gegner?

Das habe ich nie behauptet. Es wird auch im Unterland einen bestimmten Anteil an Befürwortern geben.

Gehören Sie etwa auch zu den Befürwortern?

(lacht) Machen Sie einen Witz? Dann würde ich doch nicht so dagegen reden. Ich bin bereits seit 20 Jahre gegen den Flughafen Bozen – und dies gilt auch heute noch.

Wie ist Ihr Verhältnis zum LH nach dessen Aussagen in der TAGESZEITUNG?

Wir haben schriftlich per SMS unsere Meinungen ausgetauscht. Und nun möchte ich es vorerst dabei bewenden lassen.

Interview: Matthias Kofler

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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