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    Erhöhte Nachfrage?

    Erhöhte Nachfrage?

    Seit einem Jahr ist die Pille danach „Ellaone“ rezeptfrei erhältlich. Hat sich die Befürchtung der Kritiker bewahrheitet? Wird das Medikament falsch eingesetzt oder gar missbraucht?

    Seit knapp einem Jahr ist die Pille danach „Ellaone“ rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Die italienische Arzneimittelbehörde hat das Mittel freigegeben, nachdem die EU-Kommission das Medikament von einer Rezeptpflicht befreit hatte.

    Während man in Italien und auch in Deutschland von einem Verkaufs-Boom spricht, hält sich die Nachfrage in Südtirol in Grenzen. „Die Verkaufszahlen sind sicher ein bisschen angestiegen, weil dadurch, dass es rezeptfrei erhältlich ist, auch der Zugang einfacher ist“, erklärt Maximin Liebl, Präsident der Apothekerkammer.

    Peter von Aufschnaiter von der St. Anna Apotheke in Bozen sieht ebenfalls einen leichten Anstieg der Verkaufszahlen, relativiert aber: „Seit April letzten Jahres ist eine bestimmte Steigung zu sehen, aber wir reden nicht von Null auf Hundert. Der Bedarf hat sich ein bisschen erhöht.“

    Die Befürchtung, dass ein Missbrauch des Notfall-Mittels überhand nehmen könnte, hat sich in seinen Auge nicht bestätigt. „Ich bin sehr froh darüber, dass dieser Schritt gemacht wurde. Wenn ich heute einen Nachdienst habe und ein Mädchen oder eine Frau dieses Mittel benötigen, dann kann ich das Mittel verabreichen ohne die Damen jedes Mal zu einem Arzt schicken zu müssen – das ist sehr angenehm“, berichtet von Aufschnaiter.

    Der Chef der Madonna Apotheke in Bozen stand der rezeptfreien Einführung von Beginn an skeptisch gegenüber. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert: „Das Risiko, dass das Mittel falsch eingesetzt wird bleibt natürlich aufrecht. Man kann hier aber schwer kontrollieren. Es kommen oft Mädchen, um dieses Medikament zu holen, aber man weiß natürlich nicht, wie oft so etwas passiert“, so Liebl.

    Er appelliert daher noch einmal an den Hausverstand: „Dieses Mittel darf nicht die normale Verhütung ersetzten. Das wäre falsch und ist ein gesundheitliches Risiko.“

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