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    Ehrliche Finderin

    01-geldscheine-frEin 29-jähriger Koch aus Südtirol hat in Bayern ein Kuvert mit 9.500 an einer Tankstelle vergessen.

    9500 Euro fand Sabine J. in einem Kuvert an einer Tankstelle bei Vaterstetten. Sie zögerte nicht und brachte den Fund sofort zur Polizei. Wenig später war der Besitzer gefunden – ein erleichterter 29-jähriger Koch aus Südtirol.

    So schildert OVB Online die Geschichte:

    Sabine J. ist am frühen Freitagmorgen gerade auf dem Weg zur Arbeit in Dornach (Kreis München).

    An der Raststation Vaterstetten-Ost im Landkreis Ebersberg macht sie noch kurz Halt, um zu tanken. In ihrem Seitenfach liegt wie immer ihre Post, die sie morgens schnell ins Auto wirft. Als die 26-jährige aus Aying (Kreis München) beim Tanken zur Tanksäule blickt, fällt ihr ein Kuvert am Boden auf. „Ich dachte, da ist mir mal wieder eines aus dem Seitenfach gefallen. Das ist mir schon öfter passiert.“ Sie nimmt den Umschlag, wirft ihn ohne genauer hinzusehen mitsamt der anderen Post auf den Beifahrersitz und fährt weiter zur Arbeit.

    Erst dort angekommen, fällt ihr auf, dass auf dem Umschlag der Name einer Raiffeisenbank aufgedruckt ist. „Da bin ich aber gar nicht Kunde.“ J

    etzt wurde Sabine J. misstrauisch. Sie öffnete den Brief – und traute ihren Augen nicht.

    „Ich war geschockt“, sagt sie zu OVB-Online.

    Der Umschlag war voller 500-Euro-Scheine. Alles lila. 9500 Euro in bar. „Ich habe mir nur gedacht: Wo kommt das jetzt her?“ Nach wenigen Sekunden dämmert es ihr: Es kann nur der Umschlag von der Tankstelle gewesen sein. Die Kredit-Spezialistin eilt in die Arbeit – „ich war eh schon spät dran“ – und erzählt ihrer Chefin von dem Geld. Nach dem ersten Meeting steigt Sabine J. ins Auto und fährt zur nächsten Polizei-Wache in Trudering-Riem. Sie klingelt und sagt: „Hallo, ich hab’ ein bisschen Geld gefunden.“ Als der Polizist auf der Wache dann einen Blick in den Umschlag wirft, sagt er nur: „Oh.“ Und holt erstmal seine Handschuhe.

    9500 Euro – manch einer würde wohl schwach werden, statt das Geld bei der Polizei abzugeben. Nicht so Sabine J. „Nie im Leben hätte ich das behalten können“, sagt die 26-Jährige. „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn einem das mal selbst passiert.“ Sie selbst hat glücklicherweise noch nie etwas so Wertvolles verloren. Möglicherweise habe jemand dieses Geld lange angespart. Und dann? Auf einmal weg.

    Nein, diesmal nicht. Dank Sabine J. Auch wenn ihr nach der Abgabe schon kurz der Gedanke kam: „Was hätte ich denn damit gemacht?“

    In dem Kuvert steckt neben dem Geld auch noch ein Abhebebeleg der Raiffeisenkasse Kastelruth in Südtirol. Die Polizeibeamten rufen bei der Bank an, die wiederum bei ihrem Kunden. Nur wenige Stunden später betritt der erleichterte Besitzer die Wache in Trudering-Riem. Ein 29-jähriger Italiener, von Beruf Koch.

    Er wollte mit dem Bargeld in Nürnberg ein Auto kaufen.

    Bei der ehrlichen Finderin will er sich persönlich bedanken, deshalb fährt Sabine J. am Freitagmittag nochmal zur Wache. „Der war fertig mit den Nerven“, sagt sie über den glücklichen Besitzer.

    Neben den vielen Dankesworten erhielt die Ayingerin – immer laut OVB Online einen Finderlohn von 250 Euro. Und eine Einladung nach Südtirol – der 29-jährige Koch und seine Familie haben dort nämlich ein Hotel. „Wenn ich mal dort bin, soll ich vorbeikommen, hat er gesagt.“

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