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    Drehort Ritten

    „Fräulein“ von Caterina Carone erzählt eine hübsche Geschichte und hat ausgesprochen viel mit Südtirol zu tun.

    von Renate Mumelter

    Seit Donnerstag ist „Fräulein“, der Eröffnungsfilm des Filmfestival Bozen, im Kino zu sehen. Ich rate, ihn anzusehen. „Fräulein“ hat nämlich ausnehmend viel mit Südtirol zu tun und außerdem zeigt die Arbeit ganz nebenbei, wie Film entsteht. Gedreht wurde das „Wintermärchen“ (so der Untertitel) in einem äußerst schneearmen Winter am Ritten. Schnee gibt es auf der Leinwand aber doch, er wurde, wenn nötig, gesucht oder einfach hergekarrt. So ist das bei Drehs. Dreharbeiten bringen aber nicht nur den Schnee dorthin, wo es ihn braucht, sie verschieben auch die Geographie. Als Ortskundige hatte ich beim Zusehen besonderen Spaß daran herauszufinden, wo was gedreht worden war: Die Pension, in der die Geschichte spielt, liegt auf dem Weg nach Himmelfahrt, der Wolfsgrubner See, den man im Film vom Küchenfenster aus sieht, liegt aber ist ganz irgendwoanders. Verschneiten Wald gab es wohl nur am Roßwagen, und die Straße, auf der Reginas Lieferauto fährt, liegt manchmal unter der Seilbahn, manchmal weit weg bei der Tann. Wegen der Aussicht. Und wer weiß, ob die Einrichtung des Hauses wirklich im Haus ist? So stellt sich eine Frage nach der anderen. Dem Film ist das wurscht. Genauso wird nämlich jeder Film gemacht, nur dass es normalerweise nicht auffällt. Wichtig ist, dass am Ende die Geschichte passt.

    Bei „Fräulein“ passt die Geschichte im Großen und Ganzen. Es geht um eine eigenbrötlerische Frau (überzeugend Lucia Mascino) und um einen Gast (immer derselbe Christian De Sica), der unbedingt in der Pension unterkommen will. Es gibt ein Tiraemolla, beide verändern sich – eine Entwicklungsgeschichte. Ein bedrohlicher Sonnensturm bringt Märchentouch. Den hätte Caterina Carone gern weglassen können, genauso wie das Deutsch mit Italienakzent. Als Erstlingsfilm jedenfalls gelungen.

    Caterina Carone hat ihre Ausbildung bei ZeLIG in Bozen begonnen ebenso wie Kamerafrau Melanie Brugger und Editorin Enrica Gatto. Drei Frauen in Schlüsselpositionen. Eine Seltenheit.

    Fräulein (I, 2016), 93 Min., Regie: Caterina Carone, Bewertung: Einen Kinobesuch wert

    Was es sonst noch gibt:
    „Money Monster“ von Jodie Foster, „Heidi“ von Alain Gsponer

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