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    Der Alperia-Rotstift

    alperia rotstiftAlarmstimmung bei zahlreichen Meraner Kultur- und Sportvereinen: sie beklagen teils markante Kürzungen von Sponsorengeldern durch Alperia. Doch dort verweist man auf die neuen Vergabekriterien.

    von Karin Gamper

    Die Opposition in Meran spricht von einem regelrechten „Hilfeschrei“ der städtischen Vereine.

    „Wir haben Fälle vorliegen, wo Alperia die Sponsoringbeiträge für Sport- und Kulturvereine zwischen 35 und 70 Prozent gekürzt hat“, behauptet Gemeinderat Andrea Casolari von der Lista Civica.

    Listenkollege und Ex-Vize-Bürgermeister Giorgio Balzarini sekundiert: „Teilweise haben die Vereine sogar überhaupt nichts mehr bekommen“.

    Für die beiden ist dies ein Schlag ins Gesicht für die Stadt Meran, die mit 21 Prozent am neu gegründeten Energiekoloss beteiligt ist: „Die Vorgängergesellschaft Etschwerke hat die Sponsorengelder immer so verteilt, dass sie den Leuten vor Ort zugute gekommen sind“.

    Alperia dagegen „entferne“ sich von ihrem Einzugsgebiet. Die beiden Lokalpolitiker wollen überdies ein Ungleichgewicht bei der Verteilung der Sponsorengelder ausgemacht haben: so würden Bozner Vereine mit Beiträgen nur so überschüttet.

    Die Schuld am Schlamassel wird der neuen Stadtregierung zugeschoben, die außerstande sei, bei Alperia die Interessen der Kurstadt durchzusetzen. „Meran muss respektiert werden“, fordert die Lista Civica.

    Bei Alperia – hervorgegangen aus der Fusion zwischen den Etschwerken der Städte Bozen und Meran sowie der Landesenergiegesellschaft SEL – sieht man das Ganze weitaus gelassener: „Die Sponsoringbeiträge für alle ansuchenden Vereine wurden quer durch die Bank um 20 Prozent gekürzt“, sagt der Pressebeauftragte Stefan Stabler, „es gibt nur ganz wenige Ausnahmen“. Die neue Alperia habe völlig neue Vergabekriterien eingeführt, die „offen und transparent auf der Homepage einsehbar“ seien.

    Kurz zusammengefasst wurde für das laufende Übergangsjahr entschieden, dass alle Sponsorengelder um durchschnittlich 20 Prozent reduziert werden.

    Es gibt auch Ausnahmen wie beispielsweise den Sportclub Meran, wo die Zuschüsse gleich geblieben sind. „Dafür mussten die Leistungen erhöht werden“, so Stabler.

    Andere bisherige Sponsoringpartner der Etschwerke – wie beispielsweise die Meraner Kurverwaltung – sind aus der Förderung hinausgeflogen. Der Grund: Alperia fördert keine Tourismusorganisationen und keine kommerziellen Vereinigungen mehr.

    Laut Stefan Stabler war die Kürzung nötig: „Alperia verfügt über ein Sponsoring-Budget von 1,5 Millionen Euro jährlich, mit Ende Mai sind bereits Ansuchen für 3,5 Millionen Euro eingegangen“. Meran schneide dabei gut ab: Die Beiträge würden im Verhältnis die Beteiligungsquote bei Weitem überschreiten.

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    Kommentare (4)

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    • criticus

      Alperia-Miseria!
      Schon komisch, man gründet eine Landes-Stromerzeugerfirma, verspricht den Bürgern, dass der Strom billiger wird und was passiert? Alperia-Miseria wird ein Versorgerposten für SVP/PD Politiker die ganz schön überbezahlt werden. Überhaupt viel zu viel Wasserköpfe in der Verwaltung. Kein Wunder, dass da überhaupt Geld übrig bleibt. Und der zuständige Landesrat Theiner sieht einfach zu! Aber gscheid über Österreich reden. Kehrt doch endlich vor der eigenen Tür!

    • einereiner

      Einer Firma in öffentlicher Hand sollte es verboten sein, Sponsor von Vereinen zu sein. Wer kriegt denn die Sponsorgelder? Der Politik genehme Vereine …. Vetternwirtschaft wird so gefördert. Alperia soll alles verdiente Geld in den Steuertopf einbringen!

    • franz

      “zu viel Wasserköpfe in der Verwaltung.“ (…….) so ist es criticus
      Wen man die Zusammenstellung von Alperia – Aufsichtsrat – Vorstand- Direktion mit den Betreiber der 14 Wasserkraftwerke von Enel vergleicht dann kann man nur mehr den Kopf schütteln wie viel Direktoren usw. bei Alperia beschäftigt werden- kein Wunder wenn die Dividenden um die Hälfte ausfallen und die Sponsorengelder gestrichen werden.
      Bei ENEL gab es einen Direktor für 14 Wasserkraftwerke der Prov.BZ. der Rest waren bzw sind immer noch dieselben Techniker-Angestellte und Arbeiter.
      http://www.alperia.eu/de/ueber-uns/gremien-management.html
      Auch für die Angestellten wird der Gürtel immer enger, ganz nach den neuen Management .
      Francesco Starace, amministratore delegato di Enel, durante un evento per gli studenti dell’Università LUISS di Roma dello scorso aprile.
      18/05/2016 – “Bisogna distruggere fisicamente i centri di potere che si vuole cambiare”. “Creare malessere all’interno di questi”, e poi “Colpire le persone opposte al cambiamento, nella maniera più plateale possibile, sicché da ispirare paura”.
      http://quifinanza.it/lavoro/come-si-guida-unazienda-ispirando-paura-nei-dipendenti/67726/

    • morgenstern

      Andere Visagen, alter Sumpf.

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