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    Auf die Bremse

    Auf die Bremse

    Erneuter Streit um die Flughafen-Broschüre: Warum wollten die Befürworter des Bozner Airports die Publikation des Infoheftes so lange hinauszögern?

    von Matthias Kofler

    Die drei Flughafengegner in der sechsköpfigen Landtagskommission zur Erarbeitung der Flughafenbroschüre zeigten sich am Freitag äußert verwundert: Warum ist die Flughafenbroschüre des Landtages noch nicht online?

    Auf Wunsch der Grünen hatte der Landtag beschlossen, eine Flughafeninformationsbroschüre an alle Haushalte zu verschicken.

    Foppa Tschurtschenthaler FlughafenDer Landtag hatte dafür eigens eine sechsköpfige Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Text für die Broschüre entwickeln soll. Als Befürworter sitzen Christian Tschurtschenthaler, Roland Tinkhauser und Roberto Bizzo in der Broschüren-Kommission, als Gegner Riccardo Dello Sbarba, Andreas Pöder und Myriam Atz-Tammerle.

    Die Publikation des Heftes gestaltete sich aber deutlich schwieriger als erhofft.

    Laut Beschluss des Landtages muss die Broschüre nicht nur in gedruckter Form an die Haushalte verteilt, sondern auch auf der Internetseite des Landtages online gestellt werden.

    Die Broschüre liegt seit nunmehr fast zwei Wochen in druckfertiger Version dem Generalsekretariat des Landtages vor, der Druck ist bereits angelaufen, die Verteilung erfolgt ab kommender Woche, aber online war von der Flughafenbroschüre – bis Freitag – noch nichts zu sehen.

    Auf Nachfrage durch die Flughafengegner in der Broschürenkommission wurde den erstaunten Abgeordneten mitgeteilt, dass die fertige Flughafenbroschüre schon seit einiger Zeit vorliegt.

    Die Flughafenbefürworter haben aber offenbar hinter den Kulissen auf die Bremse getreten, sie wollten die Online-Veröffentlichung der Broschüre so lange wie möglich hinauszögern. So zumindest die Vermutung der Airport-Gegner.

    flughafenÜber das Warum dieser plötzlichen Öffentlichkeits-Scheuheit der Flughafenbefürworter rätseln die Gegner noch.

    Jedenfalls hat Generalsekretär Florian Zelger am Freitag eiligst die sechs Kommissionsmitglieder mittels Mail befragt, ob man die Broschüre jetzt oder erst nächste Woche online stellen sollte.

    Die drei Gegner-Vertreter im Landtag antworteten umgehend mit der Forderung, sie sofort online zu stellen. Die Befürworter traten wieder auf die Bremse: Man solle der Papierversion nicht „vorgreifen“ – und noch ein paar Tage warten.

    Die Verwunderung der Gegner ist daraufhin nochmals gewachsen: „Was heißt denn hier vorgreifen?“, fragt sich ein Abgeordneter. „Im digitalen Zeitalter ist das Online-Stellen einer Informations-Broschüre gut 20 Tage vor einer Volksbefragung doch kein Vorgreifen, sondern ein eher verspäteter Vorgang. Will man warten, bis der letzte Haushalt die gedruckte Form erhält und dann die Broschüre – vielleicht sogar nach der Volksbefragung – auch online stellen?“

    Generalsekretär Florian Zelger beugte sich schließlich dem Druck der Airport-Gegner: Die Broschüre ist seit Samstag auf der Internetseite des Landtags abrufbar.

    Hier Sehen Sie das Heft der Befürworter: http://www.landtag-bz.org/de/datenbanken-sammlungen/broschueren.asp?somepubl_action=300&somepubl_image_id=40338

    Und hier das Heft der Gegner: http://www.landtag-bz.org/de/datenbanken-sammlungen/broschueren.asp?somepubl_action=300&somepubl_image_id=403387

     

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    Kommentare (12)

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    • ahaa

      Ich denke manche würden über Leichen gehen ,um den Flugplatzauszubauen.
      Könnte es sein das der eigendliche Grund militärische Zwecke sind?
      Und es beschlossene Sache ist?

      Das hat nur ein Vögelchen gezwitschert.

    • lissnamol

      Schon ein starkes Stück, manchen Flughafenbefürwortern vorzuwerfen, dass sie über Leichen gehen würden, um ihr Ziel zu erreichen. Von den gegnerischen Vorwürfen und Verdrehungen ist man ja einiges gewöhnt. Aber dass unter den Befürwortern nun sogar Mörder sein sollten? Tiefer kann man nicht mehr fallen!!!

    • ft

      Die Dummheit mancher Leute ist eben unendlich. Militärische Zwecke? Ja zur Abwehr der
      Österreicher wenn der FPÖ einfällt Italien den Krieg zu erklären um uns heim ins Reich
      zu holen.

    • gerry

      Seit 20 Jahren haben nur die Befürworter sprich SVP die Menschen belogen . Sämtliche Versprechungen wurden nicht gehalten und anstatt einer Verbesserung ( Luft u. Lärm) wie von Alt-LH versprochen ist es alle Jahre schlimmer geworden. Jetzt von Verdrehungen der Flughafengegner zu sprechen ist unerhörte Frechheit u. zeugt von Unwissenheit bis ins letzte Detail.

    • unternehmer

      Wenn ich mir die beiden Broschüren so durchlese, so scheint es, als berichten beide über einen anderen Flughafen bzw. ein anderes Konzept. Die Befürworter sprechen von 170.000 Passagiere bei 10 Flugbewegungen pro Tag, die Gegner von täglich 40 Bewegungen, was bei der selben Rechnung 680.000 Passagiere bedeuten würde. Damit wäre der Flughafen dann wohl finanziell ein Geschäft, da je 100.000 Passagiere Mehreinnahmen von 1 Mio. zu erwarten sind = 6,8 Mio/Jahr. Somit würde der Flughafen keine weitere Subventionierung vom Land benötigen und somit dem Steuerzahler nichts mehr kosten, im Gegenteil, er wäre ein Geschäft, dass mit einem NEIN gerne auch ein Privater machen würde. Auf der anderen Seite ergeben die 40 Flugbewegung lauf Gegner ein 150-400 % Erhöhung der Schadstoffemissionen. Die Befürworter sprechen nur von 1 % mehr Abgase bei 10 Bewegungen. Wie gesagt es sind 2 verschiedene Berichte für ein und denselben Flughafen. Mir persönlich ist die Version mit den 170.000 Passagiere lieber und das Land hat diese Zahl als Ziel gesetzt, nicht mehr und nicht weniger.

      • markp.

        Mir wäre lieber Ihr Unternehmer bezahlt den Flugplatz, als ich durch meine Steuergelder. Ich habe bestimmt keinen Gewinn oder Nutzen, von Leuten, die hier landen und wieder wegfliegen. 🙂

      • rota

        Laut Adam Riese bräuchte man nach den Zahlen der Befürworter (170.000/365/10 = ca 47 ) keine Verlängerung der Piste und es würden auch im Durchschnitt Flugzeuge mit ca 55-60 Passagiere samt Besatzung ausreichen.
        Ansonsten hätten wir wieder nur Flieger die leer fliegen.

    • checker

      Die 200 Mio. Bei den Gegnern sind definitiv nicht korrekt angegeben: bei Businessplänen werden nur Investitionen die ab Realisierung des Projektes anfallen, berücksichtigt, sonst müsste ich ja Abschreibungen auf in der Vergangenheit liegende Inv. machen. Denn mit dem Gesetzesentwurf wird nur über Zukünftiges entschieden. Ausserdem stimmt es nicht, dass Luft- und Lärmverschmutzung bei einem Nein wegfallen. Die Hubschrauberstunden des Militärs bleiben.
      Bei der Befürworterbroschüre bleibt der Zweifel ob ein Flughafen mit den 30 mt. dazukommen wird oder nicht. Das ändert eine Menge in der Bewertung, dann müsste man wirklich schauen, was ein Bertrieb mit 737/700 bedeutet. Werden Schleifen geflogen oder nicht, und wenn ja wie und was bedeutet der Betrieb dieser Flugzeuge im Detail. Kann ein Leihe schwer abschätzen.
      Es bräuchte eine Vorstellung der Projekte, dann könnte man sich ein genaueres Bild machen.
      Wobei man sagen muss, dass die meisten sich eh nicht informieren, sondern rein emotional und mit sehr oberflächlichem Wissen abstimmen werden.
      Insgesamt ein sehr heikles Thema, am Ende entscheidet der Faktor Angst.

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