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    „Ein psychisches Wrack“

    max luis leitner dok gerichtEin richterliches Dokument belegt: Max Leitner ist psychisch schwer krank. Wird der Ausbrecherkönig im September dieses Jahres in den Hausarrest entlassen?

    von Artur Oberhofer

    Luis Leitner ist sehr besorgt.

    Am Montag hat er seinen Bruder Max in der Justizvollzugsanstalt in der Via del Gomito Nr. 2 in Bologna besucht. „Dem Max“, so sagt der jüngste Bruder des Ausbrecherkönigs, „geht es psychisch sehr schlecht.“

    Zwei Stunden lang hat Luis Leitner am Pfingstmontag im Gefängnis mit seinem Bruder sprechen können. Immer wieder habe Max Leitner „geweint wie ein kleines Kind“. Insgesamt sei ihm sein Bruder aber „sehr verwirrt“ vorgekommen, sagt der Bruder des Ausbrecherkönigs.

    Für die Behauptungen des Bruders gibt es einen schriftlichen Beleg.

    Der TAGESZEITUNG liegt exklusiv eine Verordnung des Überwachungsgerichts von Bologna (Aktenzeichen Nr, 2015/3523) vor. Aus diesem Dokument geht hervor, dass Max Leitner, der am 27. Mai 58 Jahre alt wird, schwer krank ist.

    Mehr noch: Der Ausbrechkönig aus Elvas wird faktisch für haftunfähig erklärt.

    Die Fakten:

    Max Leitners Anwalt hat vor Monaten einen formellen Antrag auf Hafterleichterungen (Hausarrest oder Halbfreiheit) gestellt. Max Leitner, der 26 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hat, hätte seine Gesamtstrafe in etwas mehr als drei Jahren, am 7. Juni 2019 abgebüßt.

    gericht max leitner dokEin Richtersenat des Bologneser Überwachungsgerichts unter Vorsitz von Richterin Manuela Mirandola hat am 14. April dieses Jahres den Antrag des Ausbrecherkönigs geprüft. In der Verfügung stellen die Richter fest, dass Max Leitner unter Bluthochdruck sowie an Morbus Dupuytren (eine Bindegewebserkrankung an der rechten Hand) leidet. Der Ausbrecherkönig ist außerdem herzkrank, leidet an der hypertensiven Herzkrankheit.

    Im Jänner 2014 sei Max Leitner „zur Beobachtung“ in das gerichtspsychiatrische Gefängnis von Reggio Emilia überstellt worden. Dort, so heißt es in dem Dokument, sei bei Max Leitner eine „mittlere bis schwere paranoide Persönlichkeitsstörung“ diagnostiziert worden.

    Die zur Zeit „akuteste und schwerwiegendste Pathologie“ sei die psychiatrische, heißt es in der richterlichen Verfügung.

    Max Leitner habe erklärt, in seiner Zelle sei „ein elektronisches System mit Röntgen- und Infrarotstrahlen installiert und aktiviert worden, das mit einer Kommandozentrale verbunden sei, die bei ihm Elektroschocks auslöst“.

    Max Leitner habe angegeben, dass dieses „System“, das ihn attackiere, verschiedene Sprache spreche – auch seinen Südtiroler Dialekt.

    Auf die Frage der Richter, ob er sich einer gezielten pharmakologischen Therapie unterziehen wolle, habe Max Leitner erklärt: „Es gibt keine wirksame Therapie gegen dieses ,System’.“

    Max Leitner hat folglich schwerwiegende psychische Probleme.

    Sein Bruder Luis kritisiert die Justiz: „Die jahrzehntelange Haft hat Spuren hinterlassen, man hat meinen Bruder brechen wollen, weil er die Justizverwaltung mit seinen Gefängnisausbrüchen lächerlich gemacht hat, jetzt ist es offenbar so weit – mein Bruder wird wohl sterben.“

    Die Richter bezeichnen einen weiteren Gefängnisaufenthalt als „inhuman"

    Die Richter bezeichnen einen weiteren Gefängnisaufenthalt als „inhuman“

    Wie ernst die Situation ist, belegt ein Passus in der Verfügung des Überwachungsgerichts, in dem es klar und deutlich heißt, dass der Gesundheitszustand Max Leitners mit einem weiteren Gefängnisaufenthalt nicht kompatibel sei. Im Dokument wird der Begriff „inhuman“ gewählt.

    Wörtlich heißt es in der Verfügung von Richterin Manuela Mirandola:

    „Dieses Gericht ist der Ansicht, dass ein weiterer Gefängnisaufenthalt aufgrund des derzeitigen psychischen Zustandes des Verurteilten, der unter einer starken Persönlichkeitsstörung mit Verfolgungswahn leidet (…), als inhuman anzusehen wäre.“

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

    • Wer darüber entscheidet, ob Max Leitner aus der Haft entlassen wird.
    • Was ein Bruder Luis im Interview sagt.
    • Und: Wo sich Max Leitner im Falle eines Hausarrestes aufhalten könnte.
    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (9)

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    • ahaa

      26 Jahre für was?Der ausgewiesene Ausländer,der illegal wieder im Land zirkuliert ,wurde festgenommen und ist wieder frei…..Lach……Kein Vergewaltiger,Mörder,Kinderschänder sitzte bisher 26 Jahre ab.Da muß man schon eine Bank ausrauben!
      Planet der Affen!

    • franz

      So ist es ahaa
      Kriminelle Immigranten genießen Dank Gesetzen der linken Kommunisten in Rom mit Gesetzen wie das “svuota carceri “ und den DL-Depenalizzazione völlige Straffreiheit.
      Ähnlich ist es bei Banken – bzw . deren Managern die sogar noch einen Bonus in Millionen Höhe bekommen, dafür dass sie 100 tausende Kleinsparer um ihre ganzen Ersparnisse gebracht haben, Beispiel Banca-Etruria und MPS-Bank. usw. usw.

    • Das hat System!
      Raubt man eine Bank aus, wird man bestraft…
      Raubt die Bank selber, gibt es hingegen mit Steuergeld bezahlte Ausgleichszahlungen und Boni…
      Wir sind doch alle nicht mehr ganz bei Trost…

    • watschi

      Jetzt aber einmal langsam. Bei allem Verständnis um den Gesundheitszustand des Straftäters. Wenn man die oben angeführten Straftaten liest, dann scheint mir das Strafmass durchaus angemessen. Man darf dabei nicht vergessen, dass die vorwiegend schweren Sraftaten ja in mehren Jahren begangen wurden. Eines ist aber schon richtig, das Gesetz sollte für alle gleich sein.

    • franz

      Er hat zwar einige Straftaten begangen, soviele ich weiß hat er aber niemand ermordet.
      Nicht einmal jemand verletzt. Drogenhändler mit einen langen Vorstrafenregister ( lang wie die Bibel ) der mit einen Messer auf zwei Carabinieri einsticht und sie dabei erheblich verletzt, ist am nächsten Tag schon wieder frei wie ein Vogel. http://www.ilgazzettino.it/nordest/padova/padova_scarcerato_spacciatore_feriti_carabinieri-851788.html
      Black Block die auf Carabinieri und Polizisten mit Pflastersteinen , Molotovs – werfen mit Eisenstangen und möglicherweise mit HIV infizierten Spritzen Polizisten -Carabinieri attackieren – ( versuchter Totschlag ev. Totschlag ) , Geschäfte, Autos, Banken anzünden und zerstören, sind am nächsten Tag wieder frei.
      Oder :
      http://www.giornalettismo.com/archives/1841395/condannato-44-anni-carcere-piede-libero/
      In welchen Land leben wir eigentlich ?

    • franz

      Dass Gesetze mit der von Linken und Grünen regierten Regierung mit zweierlei Maß gemessen wird zeigt auch die neue Mannschaft unter der Führung von Bürgermeister Rösch in Meran.
      Bürgermeister Rösch der vermutlichen Jihadisten eine Wohnung gratis zur Verfügung stellt und dann meint es handle sich ja nur um 4 Polli. 🙂
      Die dann außerdem noch vom Land mit deren Wohlfahrtsozialhilfesystem 2000 € / Monat bekommen.
      Desweiteren zeigt der Grüne Bürgermeister Rösch, wie Grüne ticken. wie beispielsweise bezüglich Bettler, wo man mit zweierlei Maß vorgeht. bzw. die Gemeinde Ordnung mit zweierlei Maß anwendet.
      Wie heute 18.05.2016 in der “Dolomitenausgabe“ Klaus Innerhofer schreibt: AGRESSIVES Betteln in Meran erlaubt, aber Musizieren verboten.
      In Meran kommen Schwarze gut ernährte junge Männer aus Zentralafrika mit dem Zug von Verona , natürlich gratis. gut organisiert und zugeteilt, stellen sie sich vor den Supermärkten auf um zu betteln bzw. die Bürge zu belästigen“ ( Bettler “ die in Verona in Hotels untergebracht sind auf Kosten des Steuerzahlers 35 € / Tag und Mann. ) also keine Armen.
      Und obwohl es in Meran ein Bettelverbot gibt welches belästigendes Betteln verbietet, bleiben die Bettler überwiegend unbehelligt. Da mutet es gerade skurril an, dass die Beamten am Pfingstsonntag 2 Straßenkünstler einer davon übrigens selbst ex Stadtpolizist, mit einer Verwaltungsstrafe von 50 € belegt wurde , da sie sich nicht ans Reglement gehalten haben. Und das in einer Stadt die sich unter dem neuen Bürgermeister der sich rühmt ein bisschen bunter, weltoffener und liberaler zu sein als andere.
      Regeln sind Regeln wird mit Amtsschimmel entgegnet. Stimmt, aber dann müssen diese Regeln für alle gelten, so Innerhofer.
      ( Bettelverbot art . 5 bis & art 21 Abs. 11 der Gemeindeverordnung der Gemeinde Meran
      Beschluss Nr. 90/GR vom 12.12.2013 )

    • yannis

      @franz
      18. Mai 2016 um 14:19

      zum Leidwesen manch links / grüner Weltverbesserer hast Du wie meistens recht !

    • tottele

      Mir tut der Herr Max richtig leid , er hat seine Zeit schon längst abgesessen , ganz im Gegenteil zu ANDEREN , die noch wie Könige herumlaufen dürfen und das obwohl alles zu 100% eindeutig ist ! Die Justiz ist teilweise zum Kotzen , aber das wird schon noch werden . Wünsche dem Herrn Max Leitner viel Glück und ein bisschen Herzlichkeit von Seiten der Richter !

    • richard

      Ja, er soll endlich die Freiheit erlangen. Seine Strafe hat er mehr als bezahlt.

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