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    „Wir verkaufen uns nicht“

    „Wir verkaufen uns nicht“

    Paul Köllensperger rechnet damit, dass die Grillini in Bozen für weitere fünf Jahre in der Opposition bleiben werden – und er bezeichnet den Flirt zwischen SVP, PD und Giorgio Holzmann als „Lachnummer“.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Köllensperger, was leiten Sie aus dem Wahlausgang in Bozen ab?

    Paul Köllensperger: Unser Ergebnis ist als positiv zu bewerten. Wir müssen jetzt so weiterarbeiten, damit wir es bei den nächsten Wahlen in die Stichwahlen schaffen und dadurch wirklich entscheidend werden. Der Trend geht in die richtige Richtung.  

    Was meinen Sie mit „wirklich entscheidend“?

    Die Situation in Bozen ist in etwa so wie nach den letzten Wahlen: Die SVP konnte sich gar nichts anderes leisten, als sich in die Arme von Renzo Caramaschi zu werfen – und zwar nicht nur wegen des Wahlabkommens, sondern auch wegen der Situation im Landtag: Die Landesregierung braucht die zwei PD-Abgeordneten als Mehrheitsbeschaffer. Die Frage ist nur mehr, ob es eine große Koalition oder eine Koalition mit den Grünen gibt. Eine wirkliche Lachnummer wäre es, wenn man auch noch Giorgio Holzmann in die Regierung nimmt. Der hat sich in den letzten Tagen ja ziemlich angebiedert.

    Mario Tagnin setzt auf eine Koalition mit dem Movimento 5 Stelle. Wie stehen die Chancen dafür?

    Es gibt von uns kein kategorisches Nein. Wir werden sicher mit den beiden Herrn reden. Ich bezweifle aber, dass es zu einer Regierungsbeteiligung kommen wird. Die Situation in Bozen ist nicht mit der in Leifers zu vergleichen. Die Differenzen sind persönlicher und programmatischer Natur. Wir verkaufen unsere Prinzipien nicht für eine Regierungsbeteiligung.

    Damit gäbe es keinen politischen Neuanfang in Bozen, den die Grillini ja so stark befürworten?

    Wir sehen unsere zwölf Prozent nicht als Regierungsauftrag, sondern als einen Auftrag der Wähler, den Regierenden auf die Finger zu schauen. Wir sind aber durchaus bereit, bei Punkten, die wir teilen können, im Gemeinderat aktiv mitzuarbeiten. Ich habe aber keine allzu große Hoffnung, dass es eine Koalition mit dem Movimento 5 Stelle geben wird.

    Werden Sie eine Wahlempfehlung aussprechen?

    Die Entscheidung trifft unsere Bozner Delegation – ich gehe aber nicht davon aus. Sie werden sich beide Kandidaten anhören und anschließend unseren Mitgliedern und Sympathisanten mitteilen, bei welchen Punkten es Gemeinsamkeiten und bei welchen es Unterschiede zu unserem Programm gibt. Danach sollen die Wähler selbst entscheiden, wer ihnen besser gefällt. Ich denke, dass viele unserer Anhänger eher zu Mitte-Rechts tendieren, weil die Vorbehalte gegenüber dem PD, auch auf nationaler Ebene, einfach zu riesig sind.

    Interview: Matthias Kofler

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