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    Der vergiftete Obstklauber

    methanol mordDie 42-jährige Tschechin Jana Surkalova muss wegen mutmaßlichen Methanol-Mordes an ihrem Ehemann Josef Surkala im Oktober vor ein Bozner Schwurgericht.

    (tom) Für einen Mordfall mit nicht eindeutiger Beweislage gibt es freilich mehrere Tatszenarien. Der aus Como angereiste Strafverteidiger Boris Dubini nannte bei der Vorverhandlung am Bozner Landesgericht gegen seine Mandantin Jana Surkalova, 42, deren zwei: „Oder es handelt sich um ein Versehen oder jemand anderes hat das Methanol in das Glas von Josef Surkala geschüttet. Jedenfalls nicht meine Mandantin“.

    Genau das steht in der Anklage gegen die Frau aus Tschechien, die sich auf freiem Fuß befindet und nicht zur Verhandlung erschienen ist. Nämlich ihren als Obstklauber in Pfatten tätigen Ehemann am 11. Dezember 2013 vergiftet zu haben. Mit Methanol.

    Josef Surkala ist zwei Tage später 46-jährig im Bozner Krankenhaus verstorben. Er war am Tag nach einem Trinkgelage mit mehreren Kollegen (und der eigenen Ehefrau) mit dem Traktor gegen einen Baum gefahren. Die Folgen einer Sehschwäche – ausgelöst von der Einnahme von Methylalkohol. Dies stellten die Ärzte im Bozner Spital fest.

    Staatsanwalt Bramante macht gegen Jana Surkalova gleich drei erschwerende Umstände geltend: Die nahe Verwandtschaft, die Planung der Tat und der Einsatz eines tödlichen Giftes. Laut Artikel 576, Absatz 2 des Strafgesetzbuches kann allein deshalb eine lebenslängliche Haftstrafe verhängt werden.

    In der Vorverhandlung am Donnerstag beantragte der Staatsanwalt einen Prozess gegen die Frau vor einem Bozner Schwurgericht und verwies auf das in der tschechischen Wohnung Surkalovas beschlagnahmte Methanol, das die Beschuldigte nachweislich selbst gekauft hat.

    Verteidiger Boris Dobini forderte hingegen die Einstellung des Verfahrens. Es gebe keinen Beweis dafür, dass die Beschuldigte ihren Ehemann vergiftet habe.

    Um 16.30 Uhr verkündete Richter Schönsberg seine keineswegs unerwartete Entscheidung: Jana Surkalova muss vor ein Schwurgericht. Der Termin: 10. Oktober 2016, 9.30 Uhr.

     

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    Kommentare (1)

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    • yannis

      Also, ich habe auch einige Liter Methanol die nachweislich im meinen Besitz sind.
      Wenn davon bei einen „Saufgelage“ wegen mangelten Alc-Nachschub jemand darauf zurück greift, gibt es zwei Schuldige, der erste ist der, der es ins Glas kippt, der zweite ist der, der dies säuft, aber niemals der Eigentümer der Substanz.

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