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    Die Roaming-Falle

    andreaus handyRoaming im EU-Ausland: Die Verbraucherzentrale Südtirol hat eine Eingabe gegen die automatisch aktivierten Auslandspakete eingebracht.

    Seit 30. April gelten in der EU neue Höchstpreise für mobiles Telefonieren und Surfen im EU-Ausland (von 16 Cent/Minute pro Anruf, 6 Cent pro SMS und 20 Cent je MB Daten, immer plus Mehrwertsteuer).

    Die Mobilfunk-Betreiber haben offensichtlich auf die Neuerung reagiert, und ihren KundInnen „vorgeschnürte“ Auslandspakete zum Preis von ca. 2 bis 6 Euro pro Tag der Nutzung aktiviert.

    Diese enthalten, analog zu den sehr verbreiteten Verträgen fürs Inland, eine gewisse Menge von Gesprächsminuten und/oder SMS und/oder Daten. Die Aktivierung der Pakete wurde durch entsprechende Benachrichtigungen angekündigt. Die Pauschale ist bei der ersten Nutzung des Telefons im Ausland fällig.

    Das Problem dabei: wenige KundInnen wissen genau Bescheid, was mit dem neuen Roaming-Limits ein einzelner Anruf, eine SMS oder eine kurze Internetverbindung kosten würde. Und da die Pakete automatisch aktiviert sind, und man somit immer die Pauschale zahlt, sind diese Preise auch nur ersichtlich wenn man sich explizit auf die Suche danach macht.

    Der Tipp der VZS für alle, die sich für kurze oder lange Zeitspannen ins EU-Ausland begeben: zuerst überlegen, welcher Bedarf an mobiler Telefonie besteht. Reicht mir eventuell auch eine kostenlose WLAN-Anbinung, z.B. in einem Café? Dann empfiehlt es sich, das Paket zu deaktivieren (über den persönlichen Bereich auf der Website des Anbieters bzw. über den Kundendienst) und die mobilen Daten einfach auszuschalten. Alternativ zahlt es sich – wahrscheinlich gerade bei längeren Aufenthalten – aus, auch andere Angebote abzuwägen.

    Ob dieses „Auto-Aktivieren“ eines Vertragszusatzes auch wirklich den Prinzipien der Vertragsfairness entspricht, werden die Aufsichtsbehörden entscheiden müssen. Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) hat entsprechende Eingaben bei der Aufsichtsbehörde für das Telekommunikationswesen AGCOM und der Marktaufsichtsbehörde AGCM eingereicht. Einige KundInnen melden uns, dass es ziemlich schwierig oder nahezu unmöglich ist, die vor-aktivierten Pakete wieder zu deaktivieren; auch dies wurde in den Eingaben berücksichtigt.

    Auf jeden Fall gilt: vor dem Start sollten die Einstellungen des Smartphones kurz durchgecheckt werden, damit nicht automatische Updates im Hintergrund Abbuchungen im dreistelligen Bereich verursachen.

    In der VZS steht eine eigene Beratung für den Bereich Telefonie zur Verfügung.

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    Kommentare (4)

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    • saustall_kritiker

      Die folgende Aussage im Artikel oben ist falsch: „Die Aktivierung der Pakete wurde durch entsprechende Benachrichtigungen angekündigt.“ Wahr ist, dass z.B. die TIM den Kunden nicht einmal eine SMS zur Benachrichtigung darüber geschickt hatte. Sie hat dieses fragwürdige Paket (Roaming Europa Daily Basic) klamheimlich und ohne die Kunden zu fragen aktiviert. Die Kunden sind, wenn überhaupt, nur durch Zufall draufgekommen. Und die Tim erlaubt es bis heute nicht, dieses aufgezwungene Paket zu deaktivieren. Das sind schlicht Methoden, die in einer so genannten freien Marktwirtschaft nicht erlaubt sein dürfen. Die Tim wird auch jetzt, innerhalb von drei Monaten das dritte Mal baden gehen (einmal mit dem fast aufgezwungenen Paket Tim-Prime, das sie vom Markt nehmen musste, einmal mit der 300%igen Erhöhung der Grundtarife im Festnetz, die sie auch rückgängig machen musste und das dritte Mal jetzt). Anlass wohl genug, an der Fähigkeit der diesbezüglichen Manager nicht nur zu zweifeln, sondern eben in die Wüste zu schicken.
      Da hilft vorerst nur, sich eine österreichische Prepaid-Nummer zulegen… die kriegt man in Österreich überall ohne Ausweis oder Steuerkarte, ganz anonym wie eben eine Tafel Schokolade. Wenn dann im Ausland ein Anruf reinkommt, nicht antworten und über die Ö-Nummer zurückrufen…. Denn in Österreich kenne ich keinen einzigen Telefonanbieter, der sich sowas erlaubt hat wie die TIM. In Deutschland auch nicht….. Das gibt es nur in Bananenrepubliken, wo offensichtlich damit spekuliert werden kann, dass die Justiz sehr langsam funktioniert…

    • sougeatsnet

      Im Artikel fehlt noch folgender Hinweis:
      Hat jemand ein neues Handy mit LTE Dienst und passender SIM-Karte, so muss dieser Dienst über „Einstellungen –> weitere Einstellungen –> Mobile Netzwerke –> Netzmodus –> LTE Punkt entfernen “ deaktiviert werden, denn LTE produziert am Anfang einen Datenverkehr, auch wenn Mobile-Daten und Daten-Rouming deaktiviert sind. Es genügt also, dass ein solches Handy sich in ein ausländischens Netz einwählt und schon wird die Gebühr fällig.
      Wer hat wohl soche Sachen ermöglicht und könnte auch für Abhilfe sorgen?

    • rota

      Schuld daran sind auch unsere Politiker, öfters konkret auf dieses Problem angesprochen fühlt sich niemand zuständig: die haben ihren Billigtarif auch für ihre Familienangehörigen im Promillebereich. So im Energie und Sanitätsbereich.
      Für dieses Recht müsste jeder selbst kämpfen, meinte auch unser vielseitige Dorfmann.
      Es gibt keine Adresse und Person verantwortlich für Beschwerden und Vetragsverletzungen bei den Telefongesellschaften Internet Energie. Andersrum kann dich mittel dieser Anbieter jeder Betrugsverein am Telefon an irgenwelche Verträge knebeln:

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