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    Die Widums-Besucherin

    Der Fall um den mutmaßlich erpressten Pfarrer von Mühlwald gibt es nun eine eindeutige Zeugenaussage. Und eine abgeänderte Anklage.

    (tom) Die Häuserin hatte keine Zweifel. Aus einer Auswahl von mehreren Fotos, die ihr die Carabinieri vorlegten, erkannte sie umgehend jene Frau, die der Pfarre Mühlwald bis 2012 mehrere Besuche abgestattet hatte. Es handelt sich um die gebürtige Boznerin Stella Gabrielli, 37, die zusammen mit ihrem Ehemann Luca Iemma, 38, wegen des Verdachts des Betrugs und der Erpressung in Bozen vor Gericht steht.

    Das mutmaßliche Opfer: Anton Auer, der Pfarrer von Mühlwald. Beim Hochamt an Maria Himmelfahrt des Jahres 2012 hatte der Priester öffentlich gemacht, 150.000 Euro an Geldern der Pfarre an eine bedürftige Frau übergeben zu haben. „Ich bin Opfer meiner eigenen Gutgläubigkeit“, räumte der Pfarrer ein.

    Weil es Zweifel gab, ob es sich bei der Widums-Besucherin überhaupt um die Angeklagte handelt, hat die Staatsanwaltschaft ihre Identität noch einmal überprüfen lassen. Die Wiedererkennungs-Aussage der Häuserin soll in den Prozessakt einfließen, bevor, voraussichtlich am 15. Juni, Richter Oswald Leitner das Urteil sprechen wird.

    Was den Pfarrer dazu bewogen hat, der Frau so viel Geld zu übergeben, konnte er in seiner Zeugenaussage nicht gänzlich beantworten. Die Rede war von einem geplanten Schwangerschaftsabbruch (von der ihr der Pfarrer abgeraten habe) und der Notwendigkeit, Geld für den Antritt einer Erbschaft zu beschaffen. Pfarrer Auer nannte als Zeitraum für Zahlungen 2007 bis 2011. Laut Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wurden vom Konto der Pfarre im Jahre 2011 innerhalb weniger Monate allein 140.000 Euro abgehoben. Deshalb wurde auf der Verhandlung am Mittwoch die Anklage entsprechend abgeändert bzw. präzisiert. 2010 gab es überhaupt keine Abhebungen.

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    Kommentare (4)

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    • franzbach

      Zu diesem Thema, Bischof Muser, könntest du auch öffentlich mal was sagen statt den Mantel des Schweigens auszubreiten. Es fällt dir ja sonst auch nicht schwer eine große Maultasche auszuleeren.

      Im geheimen auf das Thema angesprochen gereizt und mit Worten wie „alles Verleumdung“ und „seien Sie doch still“ zu reagieren ist auch nicht die feine bischöfliche Art, jedoch passend zu dir

    • rutscht das hirn ihm in die hose
      greift der pfarrer in die spendendose.

      das einzige, was der bischof sagt:
      „ja pfarrer, hast du wenigstens spass gehabt?“

      150.000 euro sind ja kein ding-
      die trottel spenden weiter und es macht wieder bling bling“.

      und die moral von der geschicht:
      pfarrer: verhütet! oder schnaxelt nicht.

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