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    Das 90.000-Euro-Loch

    innerbichler st gallenNach nur drei Monaten ist Helmuth Innerbichler als Präsident der Leader-Gruppe im Pustertal zurückgetreten. Für viele völlig überraschend. Die Hintergründe.

    von Silke Hinterwaldner

    Das Unbehagen lässt sich mit Händen greifen. Wer auch immer über die Krise an der Spitze des LAG Pustertal sprechen muss, tut das nur ungern. Dabei ist der Präsident dieser übergemeindlichen Gruppe, die sich um die Entwicklung von Leader-Projekten kümmern soll, bereits vor einer Woche zurückgetreten.

    Offiziell heißt es, Helmuth Innerbichler habe seinen Rücktritt eingereicht, weil er mit der Ernennung des Koordinators nicht einverstanden wäre. Robert Alexander Steger, selbst Bürgermeister von Prettau und bisher Mitglied im Vorstand von LAG, hatte sich um die Stelle als Koordinator der neuen Arbeitsgruppe beworben. Und: Er war als Sieger nach der Ausschreibung der Stelle hervorgegangen.

    Aber das ist wohl nur ein Teil des großen Ganzen. Hinter dem Rücktritt von Helmuth Innerbichler als Präsident der Leader-Gruppe steckt weit mehr.

    Der Reihe nach: Erst vor gut drei Monaten war der Vorstand dieser lokalen Aktionsgruppe Pustertal LAG gewählt worden, einstimmig hat man den ehemaligen Bürgermeister von Sand in Taufers dann zum Präsidenten gemacht.

    Helmuth Innerbichler hat viel Erfahrung mit Leader-Projekten, hat es doch bisher die einzige Gruppe im Tauferer Ahrntal gegeben. Das wurde ihm als großer Pluspunkt angerechnet.

    Aber der Friede währte nicht lange. Bald schon taten sich innerhalb des Vorstandes erste Gräben auf. Im Zentrum der Auseinandersetzung in vielen wichtigen Fragen standen eben Innerbichler und Steger.

    Vor einigen Tagen dann kam es zur offenen Auseinandersetzung. Die LAG Tauferer Ahrntal befindet sich in Liquidation, Innerbichler ist mit der Abwicklung betraut. Die Mitglieder hätten sich zur Sitzung treffen und dabei die Abschlussbilanz genehmigen sollen. Aber soweit kam es nicht. In der Bilanz klafft ein Finanzloch von 90.0000 Euro, das viele Fragen aufwirft.

    Dieser Vorfall wurde freilich auch in die neue LAG Pustertal getragen, auch wenn sie nicht Rechtsnachfolger ist. Aber die Frage musste wohl gestellt werden: Wie will Präsident Innerbichler verhindern, dass etwas ähnliches wieder passiert?

    Kurze Zeit später folgte der Rücktritt.

    Jetzt steht LAG ohne Führung da. Mittlerweile hat man die strategischen Dokumente für die Genehmigung beim Land abgegeben und bis Juli wird wohl keine Entscheidung fallen, trotzdem ist die Situation mehr als unangenehm. „Wir haben den Rücktritt akzeptiert“, erklärt etwa Josef Gräber, „jetzt müssen wir so schnell als möglich versuchen, wieder auf die Beine zu kommen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ Der Verantwortliche für die Leader-Programme innerhalb der Bezirksgemeinschaft möchte keine Details kommentieren.

    Ähnlich reagiert Manfred Vallazza. Der Mann aus Wengen ist als Stellvertreter von Innerbichler jetzt Interims-Präsident von LAG. Er sagt: „Das kam alles sehr plötzlich und unverhofft. Jetzt werden wir klären müssen, wie es weitergehen soll. Das tun wir in diesen Tagen.“

    Wie aber geht es weiter mit dem Wettbewerbssieger Robert Alexander Steger? Obwohl er die Ausschreibung der Stelle als Koordinator von LAG gewonnen hat, ist noch nicht klar, ob er auch tatsächlich sofort mit der Arbeit beginnen kann. Zuerst muss geklärt werden, inwieweit die Ausschreibung noch Gültigkeit hat. Im Notfall muss LAG die Stelle neu ausschreiben. Dann würde sich alles weiter verzögern.

    Und noch eine Frage steht unbeantwortet im Raum: Wer wird nun die Nachfolge von Innerbichler antreten? Klar ist derweil nur, dass es wohl keinen Rücktritt vom Rücktritt geben wird. Insofern müssen zuerst zwei vakante Stellen im Vorstand nachbesetzt werden, jene von Innerbichler und jene von Steger.

    Einer der möglichen Kandidaten für die Nachfolge wird sicherlich Manfred Vallazza sein. Aber bevor er zur Wahl des neuen Präsidenten kommt, wird einiges aufgearbeitet werden müssen.

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    Kommentare (3)

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    • einereiner

      Personen, die wiederholt bewiesen haben, dass sie mit Geld (und besonders mit dem Geld der Steuerzahler) nicht umgehen können, sollten keine Führungspositionen mehr bekommen. Innerbichler sollte einen Kurs bei der ETH Zürich zur Materialauswahl in Schwimmbädern belegen.

    • klausi

      dea söllat la amo vo die schadn wosa gimocht hot selbo aukemm.
      obo dea moant netta er mog tien wie er netta will.
      und die stelle konn man dou mit jedn loppm besetzn wenns dea dorichtn hot.

    • marting.

      nur 90 Tausend Euro Schulden?
      nicht vielleicht 90 Millionen?
      so kleine Verluste ist man von den SVP’lern gar nicht gewohnt!!

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