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    „Ansonsten töten wir euch“

    „Ansonsten töten wir euch“

    In der chinesischen Handels-Szene von Bozen wird mit harten Bandagen gekämpft. Ein Geschäftsinhaber wurde nun wegen Erpressung und Körperverletzung angeklagt.

    (tom) „Solltest du das italienische Gesetz befolgen, können wir nicht mit dir verhandeln. Gehst du weg, passiert nichts. Ansonsten töten wir euch“. Diese bedrohlichen Sätze stehen in einer Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Bozen gegen einen Bozner Geschäftsmann, der den Übernamen „Angelo“ trägt. Es handelt sich um J.W., 51, Inhaber eines chinesischen Supermarktes in Bozner Turinstraße.

    J.W. ist laut Anklage der Auftraggeber der oben genannten Drohungen. Ausgesprochen wurden sie von einer zehnköpfigen Gesandtschaft des Geschäftsmannes am 9. Oktober 2014 in einem im Umbau befindlichen Geschäftslokal in der Turinstraße. Der geplante Konkurrenz-Supermarkt. Dessen Inhaber, ebenfalls chinesischer Herkunft, sollte damit dazu gezwungen werden, sein Geschäft an „Angelo“ zu verkaufen. Eineinhalb Stunden später erhielt der Konkurrent erneuten Besuch seitens der Delegation. Diesmal mit der Aufforderung, den Kaufvertrag innerhalb der nächsten Tage zu unterzeichnen.

    Doch der Supermarktinhaber ließ sich nicht kleinkriegen. Am Tag darauf stellte er sein Geschäft über eine Immobilienagentur zum Verkauf. „Angelos“ Reaktion: Er bestellte seinen Landsmann und künftigen Konkurrenten zu einem Treffen in einer Bar in der Turinstraße, wo er ihn kurzerhand verprügelte (Heilungsdauer: Fünf Tage).

    Für die Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei eindeutig um Erpressung und Körperverletzung. Sie beantragte bei der gestrigen Vorverhandlung am Bozner Landesgericht folglich die Einleitung eines Hauptverfahrens gegen J.W., der von Beniamino Migliucci verteidigt wird.

    Das mutmaßliche Opfer ließ sich offenbar nicht einschüchtern. Er beharrte auf die Anwendung italienischer Gesetze, indem er Strafanzeige gegen „Angelo“ erstattete. Und am 13. Dezember 2014 eröffnete er seinen Supermarkt in der Turinstraße.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (2)

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    • watschi

      Respekt für den Mut. Man muss diesen Leuten gleich den Boden unter den Füssen wegziehen, ansonsten haben wir bald Zustände wie in Shangai

    • markp.

      Dann müssen wir hoffen, daß der Richter die italienischen Gesetze auch in aller Härte durchsetzt… Aber da sind wir schon beim Punkt: italienische Gesetze. Kann damit der Täter dingfest gemacht werden? Oder bekommt er einen ordentlichen „Skonto“?
      Wie ist es denn in Shangai? Vielleicht ist es dort gar besser, als es gerade bei uns und in Europa ist?? Wer weiß…

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