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    „Dann scheitert TTIP“

    „Dann scheitert TTIP“

    Nach den Enthüllungen um das Freihandelsabkommen: EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann über ambitionierte „Wunschlisten“, sture Amerikaner – und Verhandlungen über Klon-Tiere.

    TAGESZEITUNG: Herr Dorfmann, Sie haben das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten oft verteidigt. Haben die Enthüllungen der Süddeutschen Zeitung Ihre Meinung geändert?

    Herbert Dorfmann: Nein, das ist alter Wein in neuen Schläuchen, also absolut nichts Neues. Bei diesen Veröffentlichungen geht es nicht um einen ausgearbeiteten Vertragstext, sondern um eine legitime Wunschliste der Vereinigten Staaten, die wir seit langem kennen. Dass diese Forderungen weiterhin eine Wunschliste sind und nicht Teil des Vertragsentwurfs, zeigt, dass die EU keine große Lust hat, darauf einzugehen.

    Der Verhandlungsdruck aber ist enorm: So sollen Aufweichungen im Agrarhandel gegen die Interessen der europäischen Autoindustrie „getauscht“ werden.

    Sicher, man sollte aber auch die Hintergründe kennen. Vor zehn Jahren haben wir noch mehr Lebensmittel aus den USA importiert als dorthin geliefert, mittlerweile exportieren wir doppelt so viel wie wir importieren. Der Grund: Europäische Lebensmittel, die den Amerikanern schmecken – aber auch die Importzölle, die bei uns etwa doppelt so hoch sind. Dieses Ungleichgewicht versuchen die Vereinigten Staaten anzugleichen, eine europäische Position ist das deswegen noch lange nicht.

    LESEN SIE DAS GANZE INTERVIEW IN DER PRINT-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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    Kommentare (9)

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    • rota

      Dem Dorfmann glaub ich alles aufs Wort. Der sagt sowas immer von Wahrheit. Lügen kann der Mensch nicht.

    • schon allein die geheimniskrämerei beweist, dass die sache nicht koscher sein kann.

    • checker

      Jetzt wissen wir, was der Dorfmann in Brüssel so macht: Lobbyist für die Amerikaner und deren TTIP, herzlichen Dank und dies ohne irgendwie auch nur im geringsten die Unterstützung der SVP oder irgendeiner Südtiroler Vereinigung zu haben. Auf solche Politiker können wir gerne verzichten. Die Korruption in Brüssel scheint wie ein Krebsgeschwür zu wuchern, man bedenke dass dort mehr als 80000 Lobbysten ihr Unwesen treiben, kein Wunder dass Europa so nicht funkionieren kann.
      Bezüglich TTIP: Gegen ein ausgeglichenes Abkommen wäre im Prinzip nichts einzuwenden, nur geht es den Amerikanern nicht um gemeinsame Standards, sondern einzig allein darum ihre Macht in Europa auszubauen, deshalb wird und kann ein solches Abkommen nur zu Ungunsten Europas ausfallen. Brzezinski, der einflussreichste Geostratege in Washington hat bereits 1997 in seinem Buch „The great chessboard“, den USA empfohlen mit Europa ein Freihandelsabkommen zu schliessen um ihre Macht in Europa auszubauen.
      Wieso sollte man denn sonst die Verhandlungen verheimlichen? Schon allein durch eben diese Verheimlichung, muss man eigentlich dagegen sein. Denn wesentlicher Baustein des Abkommens sind eben die Schiedsgerichte mit denen man die Demokratie der nationalen Rechtssysteme aushebeln kann. Siehe Rumänien: Das Land hatte blöderweise vor Jahren ein solches Abkommen mit den USA geschlossen, heute sehen sie sich Milliardenklagen eines Geierfonds aus den USA bezüglich Goldabbau ausgesetzt.
      Ein weiterer Punkt sind Leistungen die beispielsweise auch in Südtirol europaweit ausgeschrieben werden, aber eben nicht in umgekehrt in den USA. Dort werden viele Leistungen nur bundesstaatenweit mit lokaler Komponente ausgeschrieben. D.h. amerikanische Unternehmen könnten bei uns bauen und arbeiten, wir aber nicht bei ihnen.
      Nicht aktzeptabel.!!!

    • drago

      Ich habe das ganze Interview in der Papierausgabe nicht gelesen, aber auf der Basis des hier veröffentlichten Auszuges muss ich schon sagen: Dorfmann at his best. Bei allen größeren problematischen Entscheidungen war Dorfmanns Standpunkt immer „lasst uns hier in Brüssel nur machen, die Kritiker haben das alles vollkommen falsch verstanden, wir wissen das schon besser“. Ich erinnere nur an seine Standpunkte in Sachen Wasserprivatisierung (nach dem negativen Volksentscheid hat er nur mehr beleidigt gemeint, jetzt tun wir gar nichts mehr in dieser Sache) und Samenzucht (hat gar keine Auswirkungen, ist gar nicht so schlimm). Österreichs Bauernvertretungen sind durch die Bank gegen TTIP, unser Bauernvertreter sieht das alles gar nicht so problematisch. Ich weiss nicht, ob wirklich nur Deutschland so stark an TTIP interessiert ist, aber es scheint mir, als ob Merkel mit aller Gewalt in die Geschichtsbücher kommen möchte (TTIP, Flüchtlingsfrage), da ihr ungeliebter Vorgänger Kohl da drinnen steht.
      Aber wahrscheinlich verstehen wir und viele andere das nicht so richtig; lassen wir doch Herbert „Ist ja nicht so schlimm“ Dorfmann ruhig machen. Er wird das von seiner Hinterbank aus schon managen. 🙂

    • gredner

      „Europäische Lebensmittel, die den Amerikanern schmecken…“
      Das gefällt mir: nicht mal den Amerikaner selbst schmelckt ihr genmanipuliertes Zeug und sie haben lieber Europäische Qualitätsprodukte. Dafür sollen wir dann ihren Müll zu fressen bekommen?!? Nein danke!

      • mairwalter

        @Gredner
        Über die Hälfte der Amis sind übergewichtig und krank vom Fressen ihres Drecks! Wer FÜR das TTIP ist, hat noch nicht kapiert, wer da alles dahintersteckt und was uns bevorsteht, wenn dieses kriminelle Abkommen zustande kommt. Multis wie Bayer und Monsanto zB. Wollen wir wirklich das gleiche Ende nehmen, wie diese armen Teufel? Merkel will dies unbedingt, ist aber auch nur ein Hampelmann/Frau der Multis. Wenn sie es nicht wäre,würde sie schon lange in der Anonymität ihr kümmerliches Dasein fristen.

        • mairwalter

          Wetten wenn das TTIP trotzdem zustande kommt, was ich für sehr wahrscheinlich halte, dass „Dorfi“ sich aalglatt aus der Affäre zieht? Handaufheben das kann er!!! In beiderlei Hinsicht…. 🙂

    • pervinca

      Meines Erachtens ist Dorfmann nicht kompetent….Er müsste sich mehr für Südtirols Interessen einsetzen.. ..und nicht erst Interviews geben, wenn Greenpeace veröffentlicht……Ein Fahne im Wind…..bei einem Gehalt von fast 20.000 Euro….

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